Frank Steffan

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Frank Steffan (2014)

Frank Steffan (* 28. August 1957 in Köln) ist ein deutscher Autor, freier Journalist, Filmemacher und Verlagsinhaber. Weiterhin war er der erste Chefredakteur der deutschen Ausgabe des „Rolling Stone“ Magazins.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Steffan war zunächst ab 1977 als freier Journalist mit Schwerpunkt Musik tätig und schrieb u. a. diverse Artikeltexte für die Zeitschrift Musikexpress. 1981 war Steffan dann erster Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Rolling Stone Magazins. In der Folge gründete er 1982 den Verlag „Edition Steffan“, welcher u. a. Bücher von Autoren wie Bestsellerautor Howard Marks, Fußball-Weltmeister Bodo Illgner und Ultra-Triathletin Astrid Benöhr publizierte. Auch eigene Publikationen, wie „Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte“ oder das Buch „Rolling Stones - Mythos, Legende, Phänomen“ gehören dazu.

Heinz Flohe-Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonderes Publikumsinteresse erreichte Frank Steffan bundesweit im Jahr 2015 mit seinem Dokumentarfilm „Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte“. Der Film behandelt das Leben und die Karriere des Profifußballers und Weltmeisters von 1974, Heinz Flohe, der unter tragischen Umständen im Jahr 2013 verstarb. Steffan hatte Flohes Karriere intensiv verfolgt und war der Meinung, das der Fußballer in der Nachbetrachtung unterbewertet sei, hat dieser doch in seinen Augen den deutschen Fußball mit seiner bahnbrechenden Technik revolutioniert. Für das Filmprojekt konnte der auch als Regisseur tätige Steffan Fußballgrößen wie Günter Netzer, Wolfgang Overath, Franz Beckenbauer, Jupp Heynckes, Toni Schumacher, DFB Präsident Wolfgang Niersbach und viele andere mehr gewinnen.

Die Aussagen der prominenten Zeitzeugen bestätigen die Meinung Steffans. Jupp Heynckes bezeichnet Flohe in der Dokumentation etwa als „Artisten“. Günter Netzer betont, dass es keinen in Deutschland gegeben habe, der Flohes technische Fähigkeiten erreichte: „Er ist so unglaublich gut gewesen, hat Dinge gemacht, die keiner von uns konnte, auch die ganz großen Spieler Deutschlands nicht.“ Eine Aussage, die von Jupp Kapellmann, Weltmeister 1974 und dreifacher Champions-League-Sieger mit Bayern München, gestützt wird: „Heinz Flohe würde heute die 100-Millionen-Grenze oder generell jede Transfer-Rekordsumme sprengen.“ Dies stehe für ihn außerhalb jeder Diskussion. Franz Beckenbauer bezeichnet Flohe in der Dokumentation als „einen der besten Techniker der Welt“ zu seiner Zeit. [1]

Beim internationalen Fußballfilmfestival 11mm im Jahr 2015 erreichte der Film unter 65 Produktionen, die den Sprung in das Festival geschafft hatten, den zweiten Platz beim Publikumspreis und wurde somit bester deutscher Beitrag in dieser Kategorie.[2]

Die Presse äußerte sich bundesweit sehr positiv[3] über den Film, ruft doch der in der Dokumentation behandelte Fußball der 70er Jahre durch seine nicht kommerzielle Ausrichtung das Gefühl der Fußball-Romantik hervor.

Das Double 1977/78 - Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Erfolg des Flohe-Films inspiriert produzierte Steffan im Jahr 2017 die DVD-Dokumentation "Das Double 1977/78 - Eine Zeitreise mit dem 1. FC Köln". Der Film zeichnet die Saison 1977/78 in ca. 90 Minuten nach. In dieser Saison gelang dem 1. FC Köln unter Führung des legendären Trainers Hennes Weisweiler sein bisher größter sportlicher Erfolg: Der Gewinn des DFB-Pokals und gleichzeitig der Gewinn der Deutschen Meisterschaft in einer Spielzeit. Die teilweise hoch dramatischen Ereignisse werden durch zahlreiche Originalspielszenen noch einmal lebendig. Die wichtigsten Zeitzeugen dieser ungewöhnlichen Epoche kommen aus aktueller Sicht zu Wort, u. a. die damals aktiven FC-Spieler Harald „Toni“ Schumacher, Harald Konopka, Dieter Müller, Wolfgang Weber oder Herbert Zimmermann sowie der damalige Manager des Clubs, Karl-Heinz Thielen und der damalige Vizepräsident, Klaus Hartmann. Neben der sportlichen Seite wurde auch der Zeitgeist beleuchtet, 1977/78 war auch aus gesellschaftspolitischen Gründen eine besondere Epoche. Die Stadt Köln galt genau in dieser Zeit als eine europäische Kunstmetropole, die auf Augenhöhe mit New York war. Köln war darüber hinaus die Partystadt schlechthin, die Stadt pulsierte, man sprach von „Swinging Cologne“. Die Jahre 1977 und 1978 waren zudem eine lang nachwirkende Zeitenwende. Die Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer im September 1977, in unmittelbarer Nähe des Müngersdorfer Stadions, markierte einen politischen Bruch in ganz Deutschland in diesem „Deutschen Herbst“. Es waren bewegte Zeiten, in jeder Hinsicht und der Film machte es sich zur Aufgabe, neben der sportlichen Seite, auch diese gesellschaftlichen und politischen Perspektiven zu integrieren.

Beim internationalen Fußballfilmfestival 11mm im Jahr 2018 erreichte der Film aus mehr als 60 Produktionen, die aus über 200 Einsendungen aus aller Welt den Sprung in das Festival geschafft hatten, den Gesamtsieg beim Publikumspreis. Der erste Preis, die „Goldene 11“, wurde Frank Steffan durch A-Nationalspieler und U21 Europameister Maximilan Arnold überreicht.[4]

Die Öffentlichkeit nahm den Film wohlwollend auf[5], wie beim Heinz Flohe Film wird der Fokus auf die Frühphase der Fußball-Bundesliga gerichtet, welche bei den meisten Fußball-Interessierten aufgrund der Ursprünglichkeit positive Erinnerungen weckt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Heinz Flohe tanzte mit dem Ball.“ Özil, Götze oder Reus gäbe es ohne diesen Spieler nicht. Aussagen von Zeitzeugen. Bei: Focus.de. 25. März 2015, abgerufen am 26. März 2015.
  2. Ein wunderbarer Abschluss des Fußballfilmfestivals. Bekanntgabe der Gewinner. Bei: 11-mm.de. 24. März 2015.
  3. Kritiken Gesammelte Pressemeldungen
  4. 40 Jahre nach dem Double wieder ein Erfolg für den 1.FC Köln Bekanntgabe der Gewinner. Bei: 11-mm.de. 27. März 2018.
  5. Kritiken Gesammelte Pressemeldungen für Das Double