Musikexpress

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Dieser Artikel befasst sich mit der Zeitschrift Musikexpress. Das gleichnamige Fahrgeschäft findet sich unter Berg- und Talbahn.
Musikexpress
Logo
Beschreibung Musikzeitschrift
Fachgebiet Musik
Sprache deutsch
Verlag Axel Springer Mediahouse Berlin GmbH[1]
Erstausgabe Juli 1969
Erscheinungsweise monatlich
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2016)
51.085 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 3/2016) 52.516 Exemplare
Reichweite (AWA 2009) 0,3 Mio. Leser
Chefredakteur Albert Koch
Geschäftsführer Jan Bayer, Petra Kalb
Weblink www.musikexpress.de
ISSN 1618-5129
Ehemaliges Logo von 2004-2008

Der Musikexpress ist eine deutsche Zeitschrift die hauptsächlich Musik behandelt. Neben ausführlichen Interviews und Artikeln über bedeutende Musiker aus dem Rock, Electro, HipHop, Pop und Independent-Bereich erscheinen Rezensionen von Tonträgern, Konzertberichte sowie Artikel über Popliteratur, Pop Art, Kinofilme und DVDs. Jedem Heft liegt außerdem eine die Themen der jeweiligen Ausgabe begleitende CD bei. In unregelmäßigen Abständen erscheint das Heft auch mit Extras wie 7-Inch-Vinylsingles, Büchern, Kalendern und DVDs.

Das Magazin erscheint monatlich im Verlag Axel Springer Mediahouse Berlin der zum Axel-Springer-Verlag gehört. Die verkaufte Auflage beträgt 50.544 Exemplare, die Reichweite liegt bei ca. 370.000 Lesern (IVW II/2008).[2]

Redaktionssitz ist Berlin, derzeitiger Chefredakteur ist Albert Koch. Autoren und Redakteure sind Oliver Götz, Stephan Rehm, Jochen Overbeck und Josef Winkler.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Januar 1956 wurde der Musikexpress als „Muziek Expres“ in Den Haag gegründet, um Konzertveranstaltungen des holländischen Veranstalters Paul Acket zu bewerben. Anfang der 1960er Jahre wurde in der Zeitschrift das Programm des illegalen Senders Radio Veronica abgedruckt, was zu einer Auflagensteigerung führte. 1969 bezog eine deutsche Redaktion Büros in Köln und veröffentlichte seit Juli 1969 eine eigenständige deutschsprachige Version, die sich aus einem der holländischen Druckversion zuvor beigelegten deutschen Textblatt entwickelt hatte.[3] Seit 1971 erscheint der Musikexpress monatlich in Deutschland.[4]

1973 wurde in Hamburg die Redaktion des Musikexpress mit der Zeitschrift Sounds fusioniert. Wegen des Auflagenrückgangs der Sounds mussten die Zeitschriften 1982 an die Münchener Marquard Media Gruppe verkauft werden. Im Januar 1983 wurden sie unter dem Namen „Musikexpress/Sounds“ zusammengeführt.[3] Im Musikexpress/Sounds kam eher das traditionellere Musik- und Journalismusverständnis des Musikexpress zum Ausdruck.[5] 1984 erreichte Musikexpress/Sounds mit 181.327 die bislang höchste Auflage.[2] 1989 erschien die letzte Ausgabe des holländischen Muziek Expres.[3] 2000 übernahm der Axel-Springer-Verlag die Zeitschrift neben anderen Veröffentlichungen der Marquard Medien[6] und gründete dafür die Axel Springer Mediahouse München GmbH.[7] Mit der September-Ausgabe des gleichen Jahres wurde der Beiname „Sounds“ abgelegt.[8] 2009 hatte es einen Absatzrückgang gegeben, bei dem bei einer Auflage von ca. 50.000 Exemplaren und stabilen 8.000 Abonnenten der Kioskabsatz binnen fünf Jahren um 48 % zurückgegangen war.[9]

Zum Jahreswechsel 2009/2010 zog der Musikexpress zusammen mit den anderen Musiktiteln des Axel Springer Verlages (Rolling Stone und Metal Hammer) nach Berlin um, wo er der Die Welt-Gruppe zugeordnet wurde.[10]

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2004 erschien eine Sonderausgabe zu den Beatles,[11] im August 2004 eine zu Led Zeppelin.[12] Die 2001 veröffentlichte Liste der 50 besten deutschen Platten wurde unter dem Namen Made in Germany. Die 100 besten deutschen Platten auch als Buch publiziert[13].[14] Den Ausgaben 1/2012 und 2/2012 lagen Bücher mit allen Besprechungen der Platten des Monats von 1973 bis 2009 bei.

musikexpress.de[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Homepage des Musikexpress finden sich Videos der sogenannten ME-Sessions, exklusiven Studioauftritten verschiedener Bands, sowie der Style-Blog, der allgemeine Auffälligkeiten der Popkultur behandelt. Außerdem wird dort eine ME Community mit User-Rezensionen und einem Forum vorgehalten, in dem sich auch die Redaktionsmitglieder äußern.

me.Style[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 erscheint halbjährlich me.Style, das Mode-Sonderheft des Musikexpress. Mit einer Druckauflage von 40.000 Exemplaren zeigt das Magazin jeweils die modischen Highlights der Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Saison. Der Titel wendet sich an Frauen und Männer von 20 bis 40 Jahren mit hohem Interesse an Mode, Musik und Lifestyle. Seit 2005 verleiht der Musikexpress jährlich den Style Award, eine Auszeichnung, mit der Medienschaffende und Modelabels geehrt werden, die die Liaison von Musik und Mode deutlich machen.

Musikexpress Klub[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden zweiten Freitag im Monat findet im Berliner Club Magnet die Musikexpress-Clubnacht Musikexpress.Klub (ehemals Schweine am Samstag) statt. Im Herbst 2008 wurde die Partyreihe auch auf andere Städte wie Köln, Hamburg und Salzburg ausgeweitet.[15]

me.Urban[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. April 2015 bringt das Axel Springer Mediahouse zum ersten Mal den neuesten Musikexpress-Ableger ME.Urban heraus. Unter dem Slogan „Wir sind die Stadt“ sollen auf 132 Seiten verschiedenste Aspekte des urbanen Lebens beleuchtet werden.[16]

Resonanz in den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurter Rundschau warf dem Musikexpress vor, sich seit spätestens Mitte der 70er unentschlossen zu äußern und dabei mal seine Zuneigung zu alternativen und mal zu kommerziell erfolgreichen Künstlern zu zeigen. Es sei kein Plan erkennbar gewesen, was in den achtziger Jahren mangels Konkurrenz kein Problem gewesen sei.[17] In einem 1999 im Buch "Journalismus als Eiertanz" publizierten Artikel wurde unterstellt, dass die Käufer des Musikexpress aus jenen Leuten bestünden, „die sich überhaupt nicht für Musik interessieren.“ (Michael Rudolf: Strictly verkehrt herum. Münchner Journalismus a la musikexpress/SOUNDS[18]) Die neue Ausrichtung von Inhalt und Aussehen mit der April-Ausgabe 2002 wurde in der Frankfurter Rundschau skeptisch kommentiert: „Der neue Musikexpress gibt sich rebellisch. Allerdings nur ein bisschen.“ (Adam Olschewski: Revolutiönchen. Der Musikexpress verpackt alte Inhalte in neues Gewand[17]) Mit dem erneuten Relaunch im März 2009 sollen vermehrt mode- und szeneaffine Themen sowie internetbezogene Inhalte in das Heft integrieren.[19] Dabei gab es optische Veränderungen hin zu klareren Strukturen.[20]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ein Artikel in Musikexpress/Sounds Thomas Anders, den Sänger von Modern Talking, als „höhensonnengegerbte Sangesschwuchtel und Schoßhündchen an der güldenen Kette seiner Frau Nora“[21] bezeichnete, wurde der Autor Martin Brem von Anders erfolgreich auf 25.000 DM Schadensersatz verklagt.[22][23]

Album des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leser des Musikexpress wählen seit 1985 das Album des Jahres. Seit 1988 gibt es eine zweite Liste, in der nur die Autoren abstimmen. Im Jahr 1987 wurden die Alben des Jahres ohne feste Reihenfolge veröffentlicht, weshalb es keinen eindeutigen Gewinner gab.[24] Bisher wurden folgende Alben ausgezeichnet:[25]

Jahr Leser Kritiker
Interpret Album Interpret Album
1985 Dire Straits Brothers in Arms
1986 Simply Red Picture Book
1987
1988 U2 Rattle and Hum Tracy Chapman Tracy Chapman
1989 Simple Minds Street Fighting Years The Neville Brothers Yellow Moon
1990 Westernhagen Live Sinéad O’Connor I Do Not Want What I Haven't Got
1991 U2 Achtung Baby Guns N' Roses Use Your Illusion
1992 Peter Gabriel Us Faith No More Angel Dust
1993 Pearl Jam Vs. Pearl Jam Vs.
1994 The Rolling Stones Voodoo Lounge Soundgarden Superunknown
1995 Neil Young Mirror Ball Björk Post
1996 R.E.M. New Adventures in Hi-Fi Beck Odelay
1997 The Rolling Stones Bridges to Babylon The Prodigy The Fat of the Land
1998 The Smashing Pumpkins Adore Fatboy Slim You've Come a Long Way, Baby
1999 Blur 13 Blur 13
2000 Madonna Music Radiohead Kid A
2001 Travis The Invisible Band Travis The Invisible Band
2002 Coldplay A Rush of Blood to the Head Wilco Yankee Hotel Foxtrot
2003 The White Stripes Elephant The White Stripes Elephant
2004 Franz Ferdinand Franz Ferdinand Franz Ferdinand Franz Ferdinand
2005 Maxïmo Park A Certain Trigger Maxïmo Park A Certain Trigger
2006 Mando Diao Ode to Ochrasy Kante Die Tiere sind unruhig
2007 Tocotronic Kapitulation Devendra Banhart Smokey Rolls Down Thunder Canyon
2008 Fleet Foxes Fleet Foxes Fleet Foxes Fleet Foxes
2009 The xx xx The xx xx
2010 Arcade Fire The Suburbs MGMT Congratulations
2011 Adele 21 PJ Harvey Let England Shake
2012 The xx Coexist Django Django Django Django
2013 Arcade Fire Reflektor Jon Hopkins Immunity
2014 Alt-J This Is All Yours Caribou Our Love
2015 Sufjan Stevens Carrie & Lowell Kendrick Lamar To Pimp a Butterfly

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mediadaten Musikexpress (PDF; 2,2 MB)
  2. a b Bei pz-online.de unter Auflagen der Publikumszeitschriften (IVW) zu finden
  3. a b c Fragen an DAS GEHIRN … auf musikexpress.de
  4. Key Facts zu Musikexpress auf asmm.de
  5. EMERSON, LAKE & PALMER - ELP im SOUNDS auf emersonlakepalmer.de
  6. Springer übernimmt Zeitschriften der Verlagsgruppe Marquard auf new-business.de
  7. Historie auf asmm.de
  8. Musikexpress - Backissues 2000 auf musikexpress.de
  9. Cordula Trapp: "Musikexpress" wird jünger und trendiger auf meedia.de
  10. Axel Springer Musiktitel ziehen nach Berlin auf pop100.de
  11. Sonderheft Beatles auf musikexpress.de
  12. Sonderheft Led Zeppelin auf musikexpress.de
  13. Made in Germany bei hannibal.txt.de
  14. Rezension zu Made in Germany auf bzw-bw.de
  15. Musikexpress Klub auf musikexpress.de
  16. Uwe Mantel: „ME.Urban“: Noch ein Ableger für „Musikexpress“. DWDL.de, 10. März 2015, abgerufen am 19. März 2015 (deutsch).
  17. a b Adam Olschewski: Revolutiönchen. Der Musikexpress verpackt alte Inhalte in neues Gewand. In: Frankfurter Rundschau, 4. April 2002 (vgl. Nachdruck (PDF; 37 kB) auf bodes-chor.de)
  18. Michael Rudolf: Strictly verkehrt herum. Münchner Journalismus a la musikexpress/SOUNDS. In: Jürgen Roth, Klaus Bittermann (Hrsg.): Journalismus als Eiertanz. Zweiundfünfzig Meditationen über die Presse. Berlin 1999 (vgl. auch Kuttner zum ME auf hinternet.de)
  19. David Hein: Axel Springer relauncht „Musikexpress“. auf horizont.net
  20. Lukas Heinser: Relaunch my fire. coffeeandtv.de
  21. Musikexpress/Sounds, Nr. 4/1986
  22. Musikexpress/Sounds, Nr. 1/1987
  23. Klaus Walter: Ey, du Scheißopfer! taz.de
  24. [1]
  25. poplist.de