Frankfurt Institute for Advanced Studies

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das FIAS-Gebäude auf dem Campus Riedberg

Das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main. Es hat zum Ziel, international ausgewiesene Wissenschaftler an der Erforschung der Theorie komplexer naturwissenschaftlicher Zukunftsthemen zusammen zu bringen.

Institut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut ist eine gemeinnützige Stiftung in Form einer Public Private Partnership zwischen der Goethe-Universität und privaten Stiftern und Sponsoren. Während die Universität und das Land Hessen die Räumlichkeiten und die Infrastruktur bereitstellen, werden die Personalkosten zu wesentlichen Teilen durch Zuwendungen öffentlicher und privater Förderer finanziert. Das Institut wurde im Oktober 2003[1] gegründet und hat seinen Sitz auf dem Campus Riedberg der Universität Frankfurt in einem Gebäude, das durch die Stiftung Giersch errichtet wurde.

Das FIAS versteht sich als Plattform für die theoretische Erforschung komplexer, selbstorganisierender Systeme der Natur. Experimentelle Daten können das Zusammenspiel der Komponenten oft nur unzureichend beschreiben. Hier werden fundierte theoretische Grundlagen und Analysen immer wichtiger. Am FIAS entstehen diese durch mathematische Algorithmen und Simulationen, vor allem aber durch eine Zusammenarbeit über die Grenzen der Disziplinen hinweg.

Die Gründungsdirektoren waren Walter Greiner vom Institut für Theoretische Physik der Universität Frankfurt und Wolf Singer vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung. Vorstandsvorsitzende seitdem waren Enrico Schleiff, Horst Stöcker, Wolf Singer, Christoph von der Malsburg und Dirk Rischke. Seit dem Jahr 2020 führt Volker Lindenstruth den Vorstandsvorsitz, den er schon von 2012 bis 2018 inne hielt. Am FIAS wirken etwa 80 Wissenschaftler, die neben ihrer Forschung auch über 50 Doktoranden im Rahmen der Frankfurt International Graduate School for Science (FIGSS) betreuen.

Dem Institut angegliedert ist das Ernst-Strüngmann-Forum, eine Konferenz-Reihe über wesentliche Gegenwartsprobleme. Der öffentlichen Vermittlung von Wissenschaft dient die Vortragsreihe des FIAS-Forum.

Das FIAS wird von einem Stiftungsrat unter Vorsitz des früheren Frankfurter Universitätspräsidenten Rudolf Steinberg beaufsichtigt und von einem elfköpfigen Wissenschaftlichen Beirat beraten. Dessen Vorsitzender ist Volker Dötsch von der Goethe-Universität Frankfurt.

Die Namensgebung erinnert an das wissenschaftliche Vorbild des FIAS, das Institute for Advanced Study (IAS) in Princeton, New Jersey.

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des FIAS ist die Förderung der Forschung auf den verschiedenen Gebieten der theoretischen Naturwissenschaften, die sich mit der Strukturbildung und Selbstorganisation komplexer Systeme beschäftigen. Hierzu gehören Theoretische Biologie, Theoretische Chemie, Theoretische Neurowissenschaften, Theoretische Physik und Informatik.

Das FIAS arbeitet zusammen mit verschiedenen Instituten der Universität Frankfurt, darunter dem Center for Scientific Computing, dem Center for Membrane Proteomics, dem Center for Biomolecular Resonance und dem Stern-Gerlach-Zentrum (nach Otto Stern und Walther Gerlach). Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen im Rhein-Main-Gebiet, darunter dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, dem Max-Planck-Institut für Hirnforschung und dem Ernst Strüngmann Institut (ESI) in Frankfurt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Fellows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 10′ 24,8″ N, 8° 37′ 41,3″ O