FreeCell (Windows)

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FreeCell ist ein Kartenspiel (Patience), das in Microsoft Windows enthalten ist.

FreeCell
Entwickler Oberon Games (Windows Vista version)
Microsoft (ältere Versionen)
Publisher Microsoft
Plattform Microsoft Windows
Genre Computer-Kartenspiel
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Maus Tastatur (Zahlentasten)
Eine KDE-Variante

Ziel des Spiels[Bearbeiten]

Ziel des Spiels ist es, alle Karten den Regeln entsprechend so lange um- oder abzulegen, bis sie in vorgegebener Reihenfolge aufeinander liegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Spiel erlangte weltweite Bekanntheit durch Jim Horne, der es vom PLATO-System kennenlernte und eine Version mit Farbgrafik für Windows implementierte. Es war zunächst in Win32s als Testprogramm, dann im Microsoft Entertainment Pack Volume 2 und später im Best Of Microsoft Entertainment Pack. Dabei blieb Freecell relativ unbekannt, bis es Teil von Windows 95 wurde und seither Bestandteil jeder Folgeversion von Windows war.

Heute gibt es viele weitere FreeCell-Anwendungen in modernen Betriebssystemen, einige von ihnen als Teil von Solitaire-Suiten. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die Microsoft-Version aufgrund der Verbreitung die Bekannteste unter ihnen ist. Unter Windows XP fehlt noch die Option zu mehr als einer Zugzurücknahme oder weiteren Möglichkeiten der Assistenz. Die Windows-Vista-Version dagegen enthält Spielhinweise und unbegrenzte Zugzurücknahme. Allerdings wurde unter Vista die Möglichkeit des Neustarts eines Spiels sowie das Blinken des Fensters, wenn der Spieler nur noch einen möglichen verbleibenden Zug ausführen kann, entfernt. Spiele können allerdings neugestartet werden, wenn man sie verloren hat.

Lösungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Es gibt \frac{52!}{8!} = \frac{1\cdot2\cdot\cdots\cdot51\cdot52}{1\cdot2\cdot\cdots\cdot7\cdot8} (siehe Fakultät) oder etwa 2,00045×1063 mögliche Spielkartenverteilungen. Allerdings sind einige von ihnen gleich zu spielen, da für die Lösung eines Spiels hauptsächlich der Unterschied von schwarzen und roten Karten von Bedeutung ist. Wenn eine Karte zum Beispiel schwarz ist, kann sie Kreuz oder Pik sein (oder die 8 Kartenstapel können beliebig angeordnet werden).

Das ursprüngliche Microsoft-FreeCell-Spiel beinhaltet 32.000 verschiedene Spiele, erzeugt von einem 15-bit Pseudo-Zufallsgenerator. Diese Spiele sind bekannt als „Microsoft 32000“. Spätere Versionen von Microsoft FreeCell beinhalten mehr Spiele, von denen die ursprünglichen 32.000 eine Untermenge sind. Alle Spiele dieser Microsoft 32.000 wurden gelöst, außer #11982.[1] Viele Menschen und Computerprogramme zur Lösung von Freecell-Spielen waren bisher nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, aber ohne mathematischen Beweis kann die Unlösbarkeit nur angenommen werden. Eine weitere Möglichkeit wäre der Einsatz der Brute-Force-Methode.

Der ursprüngliche Hilfetext findet sich auch in aktuellen Versionen: „Es wird davon ausgegangen, dass jedes Spiel zu gewinnen ist, obwohl der Beweis dafür noch aussteht.“ Dieses wurde als Falschaussage in strengem Sinne widerlegt. Die Spiele mit der Nummer -1 und -2 wurden als Kuckucksei hinzufügt, um zu zeigen, dass es Kartenkombinationen gibt, die eindeutig nicht gelöst werden können. Daraufhin kam die Frage auf, ob alle 32.000 Spiele gewonnen werden können.

In späteren Versionen von Windows enthält FreeCell mindestens 1.000.000 Spiele.

Cheats[Bearbeiten]

Die Möglichkeit, jedes Microsoft-FreeCell-Spiel zu gewinnen, wurde für die Softwaretester hinzugefügt. Sie existiert nur in Windows-Versionen vor Windows Vista. Dazu muss während des Spiels permanent Strg-Umschalt-F10 gedrückt werden. Wenn die Dialogbox erscheint, muss 'Abbrechen' gewählt werden, um zu gewinnen, 'Nochmal versuchen' um zu verlieren, oder 'Ignorieren' um abzubrechen und das Spiel wie beabsichtigt weiterspielen zu können. Das ist aber noch kein korrekter Beweis für die Lösbarkeit jedes Spiels, so finden sich hier für die besagten Kartenkombinationen falsche Lösungen.

Unter Windows 7 ist keine Funktion bekannt, um ein Spiel automatisch zu lösen. Angebliche Möglichkeiten wie das Bearbeiten einer .mui-Datei funktionieren nicht.

Eine weitere Möglichkeit, die ausschließlich in Windows Vista und Windows 7 funktioniert, ist, mit 'Spiel Auswählen' ein Spiel auszuwählen und -3 oder -4 in die Spielauswahlbox einzutippen. Wenn das Spiel lädt, muss man einfach ein Ass auf die Zielposition ziehen, und die übrigen Karten werden automatisch folgen.

Das Internet FreeCell Projekt[Bearbeiten]

Als die Bekanntheit von FreeCell in den 1990er Jahren stieg, war noch unklar, welche der 32.000 Spiele gelöst werden können. Um diese Frage zu beantworten, startete Dave Ring das Internet FreeCell Project, welches sich der Aufgabe widmet, Lösungen für alle bekannten Spiele durch Menschen zu finden.

Dazu teilte Ring die Menge von 32.000 Spielen in Ketten von je 100 Spielen auf. Unlösbare Spiele wurden an Freiwillige weitergeleitet. Insofern nutzte das Projekt die Stärke des Multiprozessing in Form von menschlichen Köpfen. Das Projekt endete im Oktober 1995, und nur Spiel 11.982 widerstand jeglichem menschlichen Lösungsversuch. Das ist jedoch noch kein sicherer Beweis, dass diese Kartenkombination prinzipiell unlösbar ist.

Ungelöste Kombinationen[Bearbeiten]

Unter den aktuellen Spielen gelten bisher acht als ungelöst. Sie tragen die Nummern 11982, 146692, 186216, 455889, 495505, 512118, 517776 sowie 781948. Diese Folgerung ergibt sich aus der Auswertung verschiedener Autoren von Free-Cell-Lösungsprogrammen. Die Programme von Danny A. Jones und Gary D. Campbell berechneten alle FreeCell-Spiele bis auf die genannten Kombinationen. Auch weitere Programme konnten bisher keine Lösung für diese Ausgangssituationen finden.[2]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ellen Kaye: One Down, 31,999 to Go: Surrendering to a Solitary Obsession, New York Times. 17. Oktober 2002. 
  2. FreeCell FAQ and links. Abgerufen am 2. Oktober 2007.

Weblinks[Bearbeiten]