Friedgarten

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Als Friedgarten wird der von den Klausurgebäuden eines Klosters umschlossene "Klosterhof" bezeichnet.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klostergrundrisse orientierten sich im Allgemeinen an der Bauweise römischer, vierseitig umschlossener Villen.

Gestalt und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedgärten werden gewöhnlich von einem überdachten Kreuzgang umgeben, von dem aus die Funktional- und Wohnräume der Mönche oder Nonnen erreichbar sind. Der Friedgarten stellt somit den räumlichen Mittelpunkt der Klosteranlage dar.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Mönche oder Nonnen in aller Regel das Kloster nicht ohne besonderen Anlass verlassen durften, erfüllte der Friedgarten die Funktion eines "Stückchens Natur" und diente der Kontemplation sowie der innerlichen Erbauung.

Darüber hinaus wurden die verstorbenen Mönche oder Nonnen häufig im Friedgarten, das heißt der christlichen Religion entsprechend inmitten der Gemeinschaft der Lebenden begraben. So blieben die toten Mitbrüder oder -schwestern den Mönchen oder Nonnen stets nahe und vor Augen, letzteren sowohl zur Mahnung an die Endlichkeit des irdischen Daseins dienend, als auch verheißend, dass der leibliche Tod die Integration in die christliche Gemeinschaft nicht aufhebt.

Da die Kapazität eines Friedgartens nach einigen Mönchsgenerationen erschöpft war, bettete man alte Gebeine, sofern sie bei einer anstehenden Bestattung freigelegt wurden, oftmals in spezielle Gebäude - sogenannte Beinhäuser oder Gerner um, welche Teil der Klosteranlage waren. Ein sehr schönes Exemplar eines Beinhauses ist beispielsweise beim Doberaner Münster zu besichtigen.