Friedrich Karl (Wied-Neuwied)

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Friedrich Karl zu Wied-Neuwied

Fürst Friedrich Karl zu Wied-Neuwied (* 25. Dezember 1741 Schloss Hachenburg; † 1. März 1809 in Heidelberg) war der 2. Fürst von Wied und Graf zu Isenburg.

Er war Sohn von Johann Friedrich Alexander zu Wied-Neuwied (1706–1791) und dessen Frau Karoline von Kirchberg (1720–1795).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Karl hatte in Erlangen und Göttingen studiert, litt aber an „Schwermut“.[1] Nach seiner Heirat 1766 führte er ein ausschweifendes Leben, hatte eine Mätresse, gab mehrere Schriften heraus, errichtete Manufakturen und Ökonomien deren Profit er an die Armen verteilen wollte, was aber fehlschlug, und machte Schulden.[2] Der Vater wollte ihn deshalb von der Thronfolge ausschließen,[3] änderte aber im Mai 1788 seine Meinung und so trat Friedrich Karl nach dem Tode seines Vaters 1791 dessen Nachfolge als zweiter Fürst von Wied an.

1791 hob er die Leibeigenschaft in Wied-Neuwied auf. Aber nicht ganz freiwillig, denn er hatte einen Rechtsstreit um nicht zulässige Steuern gegen seine Bauern verloren und sollte mehrere 100.000 Reichstaler zurückzahlen. Da er sie nicht hatte, wollte er die Leibeigenschaft abschaffen. Dafür wollten Carl von Wied-Runkel und Christian von Sayn-Wittgenstein-Berleburg (von Johann Friedrich als Garanten für sein Verhalten eingesetzt) ihn vom Reichsgericht entmündigen lassen, was dieses aber am 16. Februar 1792 abschlägig beschied.

Als 1793 Französische Revolutionstruppen sich an den Grenzen des Landes zeigten, floh er nach Sachsen und später nach Frankfurt, kehrte aber 1797 zurück. Später weigerte er sich, dem Rheinbund beizutreten und übergab 1802 das Fürstentum an seinen Sohn Johann August Karl zu Wied. Zu dieser Zeit war auch seine Frau seiner Launen leid und ließ sich von ihm scheiden. Der ehemalige Fürst reiste durch Frankreich und starb letztlich 1809 in Heidelberg.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Carl zu Wied–Neuwied: Vorschläge, Waisenhäuser vorteilhaft zum Glücke vieler Menschen einzurichten, auch mit geringen Kosten. Fleischer, Frankfurt 1787.
  • Fürst Friedrich Carl Wied: Abdruck eines Pro memoria, welches der regierende Fürst zu Wied-Neuwied selbst verfasset und durch den Prokurator Wickh bey dem K.R. Kammergericht mit 24 vidimirten Beylagen im Junio 1792 übergeben lassen; Seine Vergleiche mit seinen Unterthanen und einige falsche Angaben betreffend. 1792 (Google-Books).

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1766 war er mit Maria Luise Wilhelmine, Gräfin von Sayn-Wittgenstein-Berleburg (* 13. Mai 1747; † 15. November 1823) verheiratet. Das Paar hatte folgende Kinder.

  • Clemens Carl Friedrich Ludwig Wilhelm (* 21. Dezember 1769; † 2. April 1800)
  • Maria Karoline Christiane (* 1. März 1771; † 14. Februar 1803)
  • Luise Philippine Charlotte (* 11. März 1773; † 18. April 1864) lieferte mit Carl Zeichnungen zu den Veröffentlichungen von Maximilian
  • Christian Friedrich, (* 8. März 1775; † 27. Juli 1800) gefallen bei Niederaltaich
  • Antoinette Charlotte Victoria (* 11. Oktober 1776; † 26. Oktober 1777)
  • Johann August Karl (* 26. Mai 1779; † 24. April 1836), preußischer Generalleutnant
∞ Auguste von Solms-Braunfels (* 24. Februar 1796; † 23. Januar 1855)
∞ Henriette von Dobeneck (* 24. Mai 1781; † 16. August 1846)
  • Ludwig Georg Karl (* 31. Dezember 1780; † 14. November 1781)
  • Maximilian Alexander Philipp (* 23. September 1782; † 3. Februar 1867); preußischer Generalmajor und Forscher
  • Heinrich Victor (* 6. November 1783; † 28. Januar 1812), österreichischer Offizier von 1801 bis 1811, 1812 in Spanien gefallen
  • Carl Emil Friedrich Heinrich (* 20. August 1785; † 4. Oktober 1864), lieferte mit Luise Zeichnungen zu den Veröffentlichungen von Maximilian

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation, S. 245 ff. Digitalisat
  2. Renate Schlemper-Rheinsberg: Friedrich Carl Fürst zu Wied (1741–1809). In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 1980, S. 64–67.
  3. Heinz Mohnhaupt, Dieter Simon: Vorträge zur Justizforschung: Geschichte und Theorie. Band 2, S. 266.