Friedrich von Sachsen-Altenburg (1801–1870)

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Friedrich Wilhelm Karl Joseph Ludwig Georg von Sachsen-Altenburg (* 4. Oktober 1801 in Hildburghausen; † 1. Juli 1870 in Altenburg) war Prinz von Sachsen-Hildburghausen, ab 1826 Prinz von Sachsen-Altenburg.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich stammt aus dem Haus der Herzöge von Sachsen-Hildburghausen, einer ernestinischen Nebenlinie der Wettiner. Diese hatten Hildburghausen 1680 zur Residenz gewählt und das Land in den kommenden vier Generationen finanziell so heruntergewirtschaftet, dass 1769 eine kaiserliche Debitkommission zur Untersuchung der Forderungen der Gläubiger und Regulierung der Einnahmen und Ausgaben gebildet werden musste.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich war ein Sohn von Herzog Friedrich von Sachsen-Hildburghausen (seit 1826 Herzog von Sachsen-Altenburg) und dessen Gemahlin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz (1769−1818), Tochter des Herzogs Karl II. von Mecklenburg-Strelitz. Zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater wurde er oft der Jüngere genannt. Er war Bruder der Herzöge Joseph und Georg von Sachsen-Altenburg sowie der Königin Therese von Bayern, mit denen er gemeinsam erzogen wurde. Seit 1816 wurde er mit seinem Bruder Eduard am Fellenbergschen Institut in Hofwil in der Schweiz erzogen.

Am 25. Juni 1834 verlobte sich Friedrich in London mit Lady Maria Alathea Beatrice Talbot (1815–1858)[2], Tochter des John Talbot, 15. Earl of Shrewsbury. Die Feierlichkeit wurde von Queen Adelaide, die wie Friedrich ebenfalls aus Südthüringen stammte, unter Anwesenheit zahlreicher Mitglieder des europäischen Hochadels ausgerichtet. Ludwig I. von Bayern, der Schwager des Bräutigams, erhob die katholische Lady Maria Alathea zu diesem Zweck mit dem Prädikat “Durchlaucht” als “Prinzessin von Bayern” in den Fürstenstand. Zur Eheschließung kam es jedoch nicht. Friedrich blieb unverheiratet und Mary Talbot heiratete 1839 Fürst Filippo Andrea Doria-Pamfili-Landi (1813–1876).

Nachdem der herzogliche Hof 1826 von Hildburghausen nach Altenburg gezogen war, verblieb Friedrich mit seinem Bruder Georg und seiner Schwester Charlotte, die von ihrem Ehemann getrennt lebte, bis 1849 in Hildburghausen, wo er im so genannten Bechmannschen Haus in Hildburghausen lebte, und übersiedelte anschließend nach Schloss Hummelshain. Zwar 1826 zum Hauptmann ernannt, blieb der Prinz Privatmann der sich der Armenversorgung widmete. Friedrich ist in der Altenburger Fürstengruft beigesetzt.

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahnentafel Friedrich von Sachsen-Altenburg (1801–1870)
Urgroßeltern

Herzog
Ernst Friedrich II. von Sachsen-Hildburghausen
(1707–1745)
∞ 1726
Gräfin
Karoline zu Erbach-Fürstenau
(1700–1758)

Herzog
Ernst August I. von Sachsen-Weimar-Eisenach
(1688–1748)
∞ 1734
Prinzessin
Sophie Charlotte von Brandenburg-Bayreuth
(1713–1747)

Prinz
Karl (Friedrich Ludwig) zu Mecklenburg
(1708–1752)
∞ 1735
Prinzessin
Elisabeth Albertine von Sachsen-Hildburghausen
(1713–1761)

Prinz
Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt
(1722–1782)
∞ 1748
Gräfin
Maria Luise Albertine zu Leiningen-Dagsburg-Falkenburg
(1729–1818)

Großeltern

Herzog
Ernst Friedrich III. Carl von Sachsen-Hildburghausen (1727–1780)
∞ 1758
Prinzessin
Ernestine Auguste Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach
(1740–1786)

Großherzog
Karl II. von Mecklenburg-Strelitz (1741–1816)
∞ 1768
Prinzessin
Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt (1752–1782)

Eltern

Herzog Friedrich von Sachsen-Hildburghausen
(ab 1826 Herzog von Sachsen-Altenburg) (1763–1834)
∞ 1785
Prinzessin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz (1769–1818)

Prinz Friedrich von Sachsen-Altenburg (1801–1870)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Ferdinand Schoeppl: Die Herzoge von Sachsen-Altenburg ehemals von Hildburghausen. Tyrolia, Bozen 1917 (Unveränderter Nachdruck. Altenburger Verlag, Altenburg 1992 (= Das herzogliche Haus von Sachsen-Altenburg 1).
  • Rudolf Armin Human: Chronik der Stadt Hildburghausen. = Chronik der Stadt, der Diözese und des Herzogtums Hildburghausen. Kesselring, Hildburghausen 1886 (Nachdruck, herausgegeben von Hans-Jürgen Salier. Verlag Frankenschwelle, Hildburghausen 1999, ISBN 3-86180-082-9).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Armin Human: Chronik der Stadt Hildburghausen Hildburghausen 1886, S. 193.
  2. Heinrich Ferdinand Schoeppl: Die Herzoge von Sachsen-Altenburg ehemals von Hildburghausen. Tyrolia, Bozen 1917 (Unveränderter Nachdruck. Altenburger Verlag, Altenburg 1992, S. 190.)