Götzenbüschchen

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Sandsteinfelsen
Ansicht des Götzenbüschchen

Das Götzenbüschchen (auch: Götzenbusch) ist eine bewaldete Anhöhe bei Oelsa im Osterzgebirge. Das Areal besteht aus Sandsteinen der Kreidezeit und steht wegen seiner besonderen Geologie als Naturdenkmal unter staatlichem Schutz.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Christianisierung im 10. Jahrhundert wurde hier die slawische Gottheit Püstritz (vgl. Bystritza) verehrt. Nach dem Chronisten Schmelz werden mit dessen Namen die Toponyme des nahegelegenen Flusses Weißeritz, der Orte Pesterwitz, Possendorf und des Poisenwaldes in Verbindung gebracht. Im Götzenbüschchen soll das steinerne Götzenbild des Püstritz gestanden haben, welches im Jahr 1068 auf Weisung von Bischof Benno von Meißen beseitigt worden sein soll.[1]

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Götzenbüschchen liegt etwa 700 m westlich von Oelsa auf einem unscheinbaren Höhenrücken, dessen höchste Erhebung 361,3 m ü. NN beträgt. Die Sandsteinklippen erstrecken sich über eine Länge von etwa 350 m und eine Breite von etwa 60 bis 120 m. Das Naturdenkmal befindet sich auf Privatgelände in der Gemarkung Großoelsa und darf nicht betreten werden. Bei einer Umwanderung erhält man jedoch einen guten Einblick in die Verhältnisse.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besonderheit des Götzenbüschchens ist das Vorkommen eines kreidezeitlichen Quadersandsteins, wie er auch aus dem Elbsandsteingebirge und weiten Gebieten Nordböhmens bekannt ist. Das Götzenbüschchen gehört damit in eine Reihe weiterer Sandsteinvorkommen im Osterzgebirge, wie der Dippoldiswalder Heide, der Hirschbacher Heide und der Paulsdorfer Heide, die der Abtragung entgangen sind. Bemerkenswert sind Funde von Inoceramus pictus. An der Westseite sind im Liegenden stark verwitterte Gneise aufgeschlossen. Die violettrote Farbe und die Aufschlussverhältnisse von mehreren Metern Dicke deuten darauf hin, dass diese bereits vor der Kreidezeit einer Lateritverwitterung unter subtropischen Bedingungen unterlagen.[2]

Sehenswert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wachposten

In Richtung Rabenau befindet sich am Ende der Felsen die ehemalige Gaststätte Grünes Waldschlößschen, welche 1877 eröffnet wurde und heute als Wohnung genutzt wird. Die Gebäude stammen aus dem 17. und 19. Jahrhundert und waren Teil eines Hofes. Zur Gaststätte gehörte ein in den Felsen eingeschlagener Keller, welcher sich nahe dem Waldschlößchen befindet. Der Keller diente im Krieg als Luftschutzbunker, zu welchem ein Wachposten, der sich zwischen den Felsen befindet, gehörte. Zur Gewinnung von Sandstein wurden im 19. Jahrhundert mehrere Sandsteinbrüche angelegt, die heute eingestellt sind. Der vorbeiführende Fahrradweg ist eine alte Handelsstraße, die nach Böhmen führte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwischen Tharandter Wald, Freital und dem Lockwitztal (= Werte unserer Heimat. Band 21). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973, S. 129.
  • Adolf Hanle: Götzenbüschchen. In: Erzgebirge (= Meyers Naturführer). Meyers Lexikonverlag, Mannheim u. a. 1992, S. 55–56.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sehenswertes. Steinernes Messer und Wolfssäule. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  2. Kurt Pietzsch: Verwitterungserscheinungen der Auflagerungsfläche des sächsischen Cenomans. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft. Band 65, 1913, S. 594–602 (PDF, 525 kB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 56′ 54″ N, 13° 39′ 23″ O