Galicisch-portugiesische Sprache

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Entwicklung der letzten 1000 Jahre

Die galicisch-portugiesische Sprache (galego-português oder galaico-português im Portugiesischen bzw. galego-portugués oder galaico-portugués im Galicischen) war eine westiberische romanische Sprache, die im Mittelalter im Nordwesten der Iberischen Halbinsel verwendet wurde. Sie wurde zuerst in der Gegend zwischen der kantabrischen Küste im Norden bis zum Fluss Douro im Süden gesprochen und verbreitete sich dann im Zuge der Wiederbesiedlung mit der Entstehung Portugals und der portugiesischen Reconquista weiter in Richtung Süden.

Galicisch-portugiesische Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der heute als solche bis auf wenige Reste (A Fala, ein überkommener galicisch-portugiesischer Dialekt, der noch im Jálama-Tal in der spanischen Provinz Cáceres nahe der portugiesischen Grenze gesprochenen wird) nicht mehr existierenden galicisch-portugiesischen Sprache hat sich gleichermaßen das heutige Galicische und die portugiesische Sprache entwickelt. Galicisch-Portugiesisch ist im 8. bis 9. nachchristlichen Jahrhundert in dem Gebiet entstanden, das heute den Norden Portugals und die spanische Region Galicien bildet. Das Galicisch-Portugiesische war eine zunächst nur mündlich verwendete romanische Vernakularsprache, während in der Schriftsprache lange Zeit weiterhin Latein benutzt wurde. Die Sprache entwickelte sich im Hochmittelalter (13./14. Jahrhundert) zur wichtigsten Sprache der Lyrik auf der Iberischen Halbinsel und nahm damit über das engere Sprachgebiet hinaus eine bedeutende kulturelle Rolle in der Literatur der christlichen Herrschaftsbereiche im Westen der Halbinsel ein, vergleichbar mit der okzitanischen Sprache in Frankreich und Italien desselben Zeitraums („Troubadorensprache“).

Das älteste bekannte Dokument, das neben dem lateinischen Text auch einige Worte in galicisch-portugiesischer Volkssprache enthält, ist die Doação à Igreja de Sozello, eine Schenkungsurkunde, die um das Jahr 870 abgefasst wurde. Viele der damals im portugiesisch-galicischen Raum entstandenen lateinischen Urkunden enthalten bereits romanische Formen. Die Notícia de fiadores (eine Bürgschaftsurkunde aus dem Jahre 1175) und der Pacto dos irmãos Pais (eine wahrscheinlich aus dem Jahre 1173 stammende Erbvereinbarung) sind die ältesten bekannten Handschriften, die in galicisch-portugiesischer Sprache abgefasst sind. Die frühesten dichterischen Zeugnisse der Sprache stammen aus der Zeit um 1100 und umfassen diverse Liedsammlungen („Cancioneiros“).

Die wichtigsten noch existierenden Quellen galicisch-portugiesischer Dichtkunst sind:

  • Die Cantigas de amigo des galicischen Trobadors Martim Codax (13. Jahrhundert)
  • Die vier Kodizes der Cantigas de Santa Maria
  • Cancioneiro de Ajuda
  • Cancioneiro da Vaticana
  • Cancioneiro Colocci-Brancuti, auch bekannt als Cancioneiro da Biblioteca Nacional (Lissabon)
  • Cancioneiro dun Grande de Espanha
  • Pergaminho Vindel
  • Pergaminho Sharrer
  • Os 5 lais de Bretanha
  • Tenzón entre Afonso Sánchez e Vasco Martíns de Resende

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ivo Castro: Introdução à História do Português. Geografia da Língua. Português Antigo. (ISBN 9789727725205, Lissabon: Colibri 2004), Seiten 121–125 (portugiesisch, mit Bibliographie).
  • Gemeinsame Geschichte. Abgerufen auf der Webseite Patrimonio imaterial galego-portugués (Kulturprojekt) am 19. März 2017 (galicisch).

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Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]