Gallier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gallier war eine römische Bezeichnung für die keltischen Stämme auf dem Territorium Galliens (entspricht in etwa dem heutigen Frankreich, Belgien, Luxemburg, der Westschweiz und Norditalien[1]).

Nach dem Gallischen Krieg durch Gaius Iulius Caesar (58–51 v. Chr.) wurde unterschieden zwischen:

Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Herkunft leiteten die Gallier von einem unbekannten – dem römischen Dis Pater gleichgesetzten – Gott der Fülle und des Totenreichs ab. Weitere Gottheiten waren:

Die Priester dieser Kulte, die Druiden, beherrschten das geistige Leben der Gallier und lehrten sie, an Cathubodua, die Schlachtkrähe, zu glauben sowie an die Matronae (Matronen), die Schicksals- und Fruchtbarkeitsgöttinnen, die meist in Dreigestalt erschienen. Der Totenkult nahm eine herausragende Stellung ein, und die Gallier glaubten an ein Leben nach dem Tod in einer anderen, jenseitigen Welt. Bestattet wurden die Gallier, indem sie von ihren Hohepriestern verbrannt wurden.

Eine gallische Eberstandarte wurde im Jahre 1989 auf einem Strand bei Soulac-sur-Mer gefunden. Der Eber spielt eine große Rolle in der gallischen Mythologie, die Göttin Arduinna wird auf einem Eber reitend dargestellt. Der gallische Hahn wurde erst zu Zeiten der französischen Revolution popularisiert.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gallier gehören zu den antiken Völkern, die in der Neuzeit eine intensive Rezeption erfahren haben. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert herrschte speziell in Frankreich eine starke Idealisierung vor, die als Keltomanie bezeichnet wird. Als Symbol des Staates Frankreich gilt der „Gallische Hahn“, was möglicherweise auf die doppelte Bedeutung des lateinischen „gallus“ („Hahn“ und „Gallier“) zurückzuführen ist.

Im Rahmen der modernen Popkultur haben die Gallier insbesondere durch die Comicserie Asterix von Rene Goscinny und Albert Uderzo internationale Bekanntheit erlangt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eydoux: Hommes et Dieux de la Gaule. 1961.
  • Gaius Iulius Caesar: Commentarii de bello Gallico.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Gallier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regula Frei-Stolba: Gallia Cisalpina. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. August 2005, abgerufen am 12. Oktober 2020.