Gambia-Riesenhamsterratte

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Gambia-Riesenhamsterratte
Gambia-Riesenhamsterratte

Gambia-Riesenhamsterratte

Systematik
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Nesomyidae
Unterfamilie: Hamsterratten (Cricetomyinae)
Tribus: Cricetomyini
Gattung: Riesenhamsterratten (Cricetomys)
Art: Gambia-Riesenhamsterratte
Wissenschaftlicher Name
Cricetomys gambianus
Waterhouse, 1840

Die Gambia-Riesenhamsterratte (Cricetomys gambianus), auch Hamsterratte oder Gambia-Ratte genannt, ist einer der größten Vertreter aus der Unterordnung der Mäuseverwandten.

Aussehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erwachsenen Tiere haben eine Körperlänge von 35 bis 40 Zentimetern und eine Schwanzlänge von 37 bis 45 Zentimetern. Das Gewicht der Tiere beträgt ca. 1 bis 1,5 Kilogramm. Das Fell am Rücken und am Kopf ist gelb-bräunlich, der Bauch ist heller gefärbt. Die Pfoten sind nackt.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tiere sind gute Schwimmer und Kletterer. Sie sind vor allem nachts als Einzelgänger unterwegs. Auf der Suche nach Nahrung, wie Termiten, Schnecken, Körner, aber auch Erdnüssen, Mais und Avocados, durchstreifen sie ihr Revier, welches sie gegenüber Artgenossen verteidigen. In den großen Backentaschen transportieren sie Nahrung und Baumaterial in ihren unterirdischen, in Vorrats-, Schlafkammer und Kinderstube geteilten Bau.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art kommt in den Tropenwäldern und den angrenzenden Savannengebieten in Zentral-, West-, Süd- und Ostafrika vor.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tragzeit der Weibchen beträgt 6 Wochen und ein Wurf umfasst meist 2 bis 4 Junge, welche nackt und blind zur Welt kommen. Diese werden vom Weibchen allein in einem Nest versorgt.

Nutzung durch den Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mensch züchtet diese Art schon lange zur Verwendung als Nahrungsmittel und neuerdings auch als Haustier. In Ländern wie Tansania und anderen werden diese Tiere zur Suche nach Landminen eingesetzt.

Gambia-Riesenhamsterratte auf der Suche nach Landminen

Besonderheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fell dieser Tiere beherbergt oft kleinere, flügellose, blinde Ohrwürmer, welche von den Nahrungsresten der Tiere leben.

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da für diese Art keine Bedrohungen bekannt sind und sie auch in Schutzgebieten vorkommt, stuft sie die IUCN als (Least Concern) nicht gefährdet ein.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gambia-Riesenhamsterratte (Cricetomys gambianus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Minensuche mit Gambia-Riesenhamsterratten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Burnie (Hrsg.), Mariele Radmacher-Martens: Tiere: Die große Bild-Enzyklopädie mit über 2.000 Arten. Aus dem Englischen von Gabriele Lehari. Dorling Kindersley, München 2012, ISBN 978-3-8310-2232-8, S. 126.
  • Wilhelm Eigner (Hrsg.), Erna Mohr: Enzyklopädie der Tiere. Band 2, Weltbild, Augsburg 1991, ISBN 978-3-89350-361-2, S. 435.
  • Enzyklopädie der Säugetiere. Könnemann, 2003, ISBN 3-89731-928-4, S. 646, 647.
  • George Robert Waterhouse: Ona new Genus of the Family Muridae and Order Rodentia. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 8, 1840, S. 1–3 (online [abgerufen am 29. November 2014]).