Gangan Verlag

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Gangan Verlag
Logo
Rechtsform Einzelunternehmer
Gründung 1984
Sitz Graz, Wien, Sydney, Perth
Leitung Gerald Ganglbauer
Website www.gangan.com

Der Gangan Verlag ist ein österreichischer Literaturverlag, der von 1989 bis 2013 seinen Sitz in Australien hatte.

Verlagsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag wurde bis zur Erlangung der Gewerbeberechtigung als projekt gangan (gangan [althochdeutsch]: bewegen, entwickeln, verändern) 1984 in Graz als Autorenverlag für die aufstrebenden experimentellen jungen Dichter der achtziger Jahre von Horst Gerald Ganglbauer gegründet, einem damals 25-jährigen Studenten an der Karl-Franzens-Universität.

1984 entstand DAS JAHRBUCH, ein periodikum zum steirischen kulturgeschehen (später: gangan buch) als erstes Produkt des neuen projekt gangan aus der im Sommer 1983 während eines Arbeitsaufenthaltes in Finnland geborenen Idee, zunächst einmal eine Bestandsaufnahme der heimischen Kulturszene zu schaffen. Das projekt gangan hat diese Publikation in den Jahren 1984 bis 1986 in Graz auch durch zahlreiche Veranstaltungen wie Autorenlesungen, Podiumsdiskussionen, "grazer straßenliteraturtage", sowie Aktionen wie beispielsweise das "buchdenkmal", ein überlebensgroßes Holzbuch im Zentrum der Stadt mit wechselnden Gedichtdisplays, ergänzt.[1]

Bis 1986 betrieb Ganglbauer den Kleinverlag gemeinsam mit seiner damaligen Frau, der Autorin Petra Ganglbauer in Graz.

Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 nach der Scheidung wurde der Verlag nach Wien verlegt, ins Zentrum der österreichischen Literaturszene, wo sich durch den Kongress der Bücher rasch eine intensive Zusammenarbeit mit der IG Autorinnen Autoren entwickelte. Bis 1994 verschaffte der Verlag inzwischen etablierten Wiener Autoren wie Marc Adrian, Reinhold Aumaier, Magdalena Sadlon, sowie Grazer Autoren wie Peter Köck, Mike Markart und Peter Pessl ein Sprungbrett.

Der Verlag gehörte der ARGE Privatverlage an und stellte sowohl auf der Frankfurter Buchmesse als auch auf der alternativen Mainzer Minipressen-Messe aus. Der Vorlass des Verlags ist heute im Franz-Nabl-Institut der Universität Graz archiviert.

Gerald Ganglbauers Motto: Die Großverlage produzieren Maschinensemmeln, wir Kleinverleger machen das Feingebäck.[2]

Original Gangan Logo
Gangan® Verlag, 1984–1994
Reihe Gedichte
Reihe gedichte

Sydney[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 wanderte der 30-jährige Verleger nach Australien aus und nahm den Verlag quasi im Rucksack mit, um ihn noch weitere fünf Jahre mit hohem Aufwand von Sydney und Wien aus unter dem Namen gangan books austr(al)ia weiter zu führen. In den ersten zehn Jahren entstanden so 24 Bücher zeitgenössischer österreichischer Autoren, aber auch die australische Reihe ganGAROO sowie einige bibliophile Sonderdrucke in limitierter Auflage.

Die explodierenden Kommunikations-, Druck- und Vertriebskosten mit einer Verlagsauslieferung in Berlin, Wien und München zwangen Gerald Ganglbauer jedoch letztendlich, 1996 als einer der Pioniere auf das damals gerade heranwachsende World Wide Web umzusteigen.

Chennai[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008/2009 lebte der Verleger mit seiner damaligen Partnerin in Chennai, Indien, wo er an seiner Autobiografie schrieb.

Perth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 übersiedelte der bedingt durch seine Erkrankung[3] vorzeitig pensionierte Verleger vorübergehend nach Westaustralien, kehrte 2013 endgültig nach Österreich zurück und nahm die Verlagstätigkeit vorerst in Graz wieder auf: Neu gestaltete E-Books von Adrian Keefe (Australien) und Rupert Weinzierl (Österreich), sowie die Neuerscheinungen Best of Märchen von Heimo Wacha (Österreich) und das Debut von Heide E. Zott (Kanada).[4]

Australisches Verlagslogo
Gangan Books Australia, 1989–1996
Australische Reihe ganGAROO
Australische Reihe ganGAROO

Stattegg-Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 erfolgte der letzte Umzug in ein erworbenes Haus am Land, nach Stattegg, Gemeinde Graz Umgebung. Dort erschien zum Jubiläum "30 Jahre Gangan" das erste wiederum gedruckte und gebundene Buch Ich bin eine Reise, die Autobiografie des Verlegers. Weitere Werke erscheinen seither in Zusammenarbeit mit dem Parkinson Selbsthilfe Verein Parkinsonline in der "Edition PON"[5] und dem neu gestalteten Literaturmagazin Gangan Lit-Mag, das aus dem Gangway Magazin ausgegliedert wurde.[6] Der Verlag wird nun ehrenamtlich betrieben und etwaiges Einkommen geht an den Verein Parkinsonline.[7]

Verlagslogo ab 2014
Gangan Verlag, ab 2014
Gangan Literaturmagazin
Gangan Literaturmagazin

Verlagsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Programm waren umfangreiche Werke wie Marc Adrians "Wunschpumpe", Anthologien wie Josef Haslingers "ROTWEISSBUCH" und die Reihe gedichte, die 1988/89 durch die vierteljährliche Zeitschrift für ZeitSCHRIFT, gangan viertel[8] ergänzt wurde.

Die australische Reihe ganGAROO wurde von Rudi Krausmann und Michael Wilding 1991 bis 1994 herausgegeben und hat 20 Kurzgeschichten in deutscher Übersetzung sowie 80 australische Dichter mit Paralleltexten im deutschen Sprachraum erstveröffentlicht.

Seit 1996 werden alle Neuerscheinungen online publiziert. 1996 kam auch das Literaturmagazin Gangway dazu, das seither mehr als 400 internationale Autorinnen und Autoren in über 40 online Ausgaben veröffentlicht hat und sich auf das Segment der Expatriate und Exilautorinnen und Autoren spezialisiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerald Ganglbauer: Jahrbücher 1984 - 1989. Website des Verlags. Abgerufen am 5. Dezember 2010.
  2. Gangan Verlagsprospekt 1989/90.
  3. Gerald Ganglbauer: Der ganz langsame Abstieg. In: Willibald Gerschlager: Parkinson. Maudrich, Wien 2009, ISBN 978-3851759075.
  4. Gerald Ganglbauer: Neues aus dem Verlag. Website des Verlags. Abgerufen am 8. Juli 2013.
  5. Edition PON. Website des Vereins Parkinsonline. Abgerufen am 13. April 2016.
  6. Gerald Ganglbauer: Neues aus dem Verlag. Website des Verlags. Abgerufen am 13. April 2016.
  7. Parkinsonline: Dank an unsere Förderer. Website des Vereins. Abgerufen am 13. April 2016.
  8. gangan viertel. In: Österreichische Literaturzeitschriften 1945-1990, Österreichische Nationalbibliothek, Wien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]