Gerald Ganglbauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gerald Ganglbauer liest in der Alten Schmiede, Wien

Gerald Ganglbauer (* 24. Februar 1958 in Graz, Österreich) ist ein österreichischer Autor und Verleger, besitzt sowohl die österreichische als auch die australische Staatsbürgerschaft und erhielt im Alter von 48 Jahren die Parkinson-Diagnose. Seitdem ist er Botschafter für Parkinson-Selbsthilfegruppen.

Lebensweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerald Ganglbauer (vollständig Horst Gerald Ganglbauer) studierte Kommunikationswissenschaft, Journalismus, Mediensoziologie und weitere Themengebiete an der Universität Graz mit dem Abschluss Akademischer Medienfachmann. 2006 erhielt er ein Diplom mit Auszeichnung in Informationstechnologie am Sydney Institute of Technology (SIT).[1] 1984 gründete er den unabhängigen Gangan Verlag zusammen mit seiner Frau Petra Ganglbauer in Graz. Nach der Scheidung war er für einige Jahre in Wien, von 1989 bis 2013 war er in Sydney und Perth, Australien mit doppelter Staatsbürgerschaft und wurde neben bekannten Namen wie Arnold Schwarzenegger und Johann Lafer als einer von mehreren Top Auslandssteirern geführt.[2] Seit 2013 lebt er in Stattegg-Ursprung (Graz-Umgebung).

1982/83 war er Mitbegründer und Herausgeber der Literaturzeitschrift perspektive[3], 1987/88 Chefredakteur des Literaturjournals gangan viertel, ZeitSCHRIFT über Literatur.[4] 1992 war er gemeinsam mit Andreas Puff-Trojan Herausgeber von Textwechsel[5] und veröffentlicht seit 1996 das internationale Online-Magazin Gangway. 2001 entwickelte er die Gangart Awards, einen interkulturellen Wettbewerb für Künstler und Kunstwerke im Internet. Die Auszeichnungen wurden bis 2005 verliehen, mussten aber wegen seiner Erkrankung eingestellt werden. Der Gangan Verlag veröffentlichte zehn Jahre lang Bücher in gedruckter Form, danach elektronisch, seit 2014 wieder gedruckt und gebunden.[6]

In den letzten zehn Jahren war Ganglbauer Mitglied in lokalen Aktionsgruppen und wurde zum Vorsitzenden des Ultimo Precinct Committee in Sydney gewählt.[7] Ganglbauer ist Gründer des Forums Austrians Abroad (2004)[8] und war von 2007 bis 2014 Vorstandsmitglied des Auslandsösterreicher-Weltbundes (AÖWB).[9] Außerdem war er Obmann der Free Beach Action NSW, einer Lobbygruppe für Freikörperkultur in New South Wales.[10] Bei den Gemeinderatswahlen 2015 in seiner neuen Heimatgemeinde Stattegg kandidierte er für Die Grünen.

Krankheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerald Ganglbauers PON (Parkinsonline, die freundliche Selbsthilfe)

2006 erhielt Gerald Ganglbauer die Diagnose des Frühstadiums von Parkinson, was ihn bereits im Alter von unter 50 Jahren zum Eintritt in den Ruhestand zwang.[11] Nach diesem dramatischen Schnitt in seinem Leben wurde er in der Parkinson Selbsthilfe Steiermark in Österreich ebenso wie bei der Parkinson's NSW Inc. in New South Wales aktiv. Trotz seiner Krankheit wurde er 2010 als Direktor des AÖWB wiedergewählt.[12] Er baute in Zusammenarbeit mit dem Wiener Neurologen Dr. Willibald Gerschlager die österreichische Parkinsonberatung auf und betreute diese von Juni 2007 bis Dezember 2010. Auf Skype hat Ganglbauer im August 2010 die IM Gruppen Parkins(on)line gegründet.[13]

Darüber hinaus gründete er Parkinson Selbsthilfegruppen in Sydney[14] und in Graz. Aus der Grazer Gruppe wurde ein eingetragener Verein, als dessen erster Präsident Ganglbauer im März 2014 gewählt wurde[15]. Er hat auch für das Buch von Dr. Gerschlager über die Parkinson-Krankheit als Betroffener einen Beitrag verfasst[16] und schreibt in seiner Autobiografie Ich bin eine Reise über die langsame Entwicklung der Krankheit.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen in englischer Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evading the jaws of giants, Independent publishing in Austria. Editions Review, Sydney und Melbourne 1990.
  • Multicultural Publishing: How hard is it to do in Australia? Carnivale Literary Festival, Sydney 2001.
  • Publishing My Way. National Young Writers Festival, Newcastle 2002.
  • Cyberspace (Die Verbundenheit der Differenz: Kommunikation ohne Grenzen). TUAC Wien 2003.
  • Virtual Communities (Virtuelle Gemeinschaften). IRICS Wien 2005.
  • World ID – no place is home anymore "V" Identities, Bregenz 2011.

Veröffentlichungen in deutscher Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stop-Over (Ich bin eine Reise). Die Rampe XVIII.2, Linz 1992.
  • Halbe Österreicher. ROTWEISSROT, Wien 1996.
  • Der ganz langsame Abstieg. In: Willibald Gerschlager: Parkinson. Ursachen, Diagnose, Verlauf und Therapieoptionen. Maudrich, Wien 2008.
  • Ich bin eine Reise. Eine autobiografische Montage über Leben, Liebe, Leidenschaft – und Parkinson. Gangan, Stattegg-Ursprung 2014, ISBN 978-3-900530-24-2
  • Einunddreißig. Ein Mann, 30 Frauen, Parkinson-Medikamente und eine Liebesgeschichte. Gangan, Stattegg-Ursprung 2015, ISBN 978-3-900530-31-0
  • Geografie der Liebe. Stationen, Begegnungen, Transit Zonen, Life and Times: die Generation der Baby-Boomer. Gangan, Stattegg-Ursprung 2016, ISBN 978-3-900530-33-4

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerald Ganglbauer: Gerald Ganglbauer. 20. Oktober 2010, abgerufen am 23. Juni 2011.
  2. Verwaltung Land Steiermark: Top Auslandssteirer. Abgerufen am 23. Juni 2011 (deutsch).
  3. Österreichische Nationalbibliothek: Perspektive. In: Österreichische Literaturzeitschriften 1945-1990. Abgerufen am 23. Juni 2011 (deutsch).
  4. Österreichische Nationalbibliothek: gangan viertel. In: Österreichische Literaturzeitschriften 1945-1990. Abgerufen am 23. Juni 2011 (deutsch).
  5. Andreas Puff-Trojan, Horst Gerald Ganglbauer: Textwechsel, Sonderzahl, Wien 1992, ISBN 3854490445.
  6. Gangan Verlag: Gangan Verlag. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  7. Gerald Ganglbauer: Precinct Chairman’s Report 2003/2004. In: Website of the Ultimo Society. Abgerufen am 23. Juni 2011 (englisch).
  8. AÖWB: austrians.org : Weltweit Freunde. Abgerufen am 19. Oktober 2011.
  9. Helmut Tomitz: Österreich(er) im Ausland - quo vadis? Multikulturalismus und Migration zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Eine Identitätsanalyse der Persistenz kultureller Eigenheiten österreichischer Auslandsemigranten. 1. Auflage. disserta Verlag, Graz 2010, ISBN 978-3-942109-44-4.
  10. Tom Nicol: One man's nakedness ambition. In: Website of the Sydney Morning Herald. 28. Dezember 2008, abgerufen am 19. Juni 2011 (englisch).
  11. Gerald Ganglbauer: I retired from the rat race in 2007. In: Website von Gerald Ganglbauer. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  12. Günter Düriegl: Der Weltbund tagte in Eisenstadt. In: ROTWEISSROT. 2010, S. 9, abgerufen am 19. Juni 2011.
  13. Hilfe auch online. In: Die Woche. 25. August 2010, S. 14, abgerufen am 23. Juni 2011 (deutsch). Die Krankheit, die sich in mein Leben schlich. In: Der Grazer. 29. August 2010, S. 36-37, abgerufen am 23. Juni 2011 (deutsch).
  14. Ultimo Support Group. In: Website der Ultimo Support Group. Abgerufen am 23. Juni 2011 (englisch).
  15. Das Team von Parkinsonline Österreich. In: PON Website. Abgerufen am 28. März 2014 (deutsch).
  16. Willibald Gerschlager: Parkinson: Ursachen, Symptome und Therapieformen. Ursachen, Diagnose, Verlauf und Therapieoptionen. 1. Auflage. Maudrich, Wien 2009, ISBN 978-3-85175-907-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]