Gao Yu

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Gao Yu (2007)

Gao Yu (chinesisch 高瑜, Pinyin Gāo Yú; * 1944 in Chongqing, Republik China) ist eine chinesische Journalistin und Regimekritikerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gao absolvierte ein Studium an der Renmin-Universität in Peking. 1979 wurde sie Reporterin bei der staatlichen Nachrichtenagentur China News Service, 1988 stellvertretende Chefredakteurin der von dissidenten Intellektuellen herausgegebenen Economics Weekly, außerdem schrieb sie unabhängig für verschiedene Tageszeitungen in der Volksrepublik China und Hongkong. Nachdem sie im November 1988 in dem Hongkonger Magazin Mirror Monthly einen Artikel verfasste, kritisierte der Pekinger Bürgermeister diesen als „politisches Programm für Unruhe und Rebellion“ und bezeichnete Gao als Volksfeindin. Nach dem Tian’anmen-Massaker wurde sie 1989 verhaftet und nach 15 Monaten aus gesundheitlichen Gründen freigelassen. Im Oktober 1993 verhaftete man sie erneut und verurteilte sie im November 1994 wegen Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu sechs Jahren Haft; im Februar 1999 wurde sie wegen ihres Gesundheitszustandes begnadigt. Im Jahr 2014 folgte die dritte Verhaftung mit der Begründung, sie habe ein vertrauliches staatliches Dokument in ausländische Hände gegeben. Ein entsprechendes, auf Video aufgenommenes Geständnis wurde noch vor Beginn des Prozesses im staatlichen Fernsehen gezeigt. Gao widerrief dieses Geständnis jedoch gegenüber der Staatsanwaltschaft, die Polizei habe es mit Drohungen gegen ihren Sohn von ihr erpresst. Sie bestreitet den Vorwurf, wisse auch bis heute nicht, um welches Dokument es in der Anklage überhaupt geht.[1] Beobachter vermuten, es könne sich um das sogenannte Dokument Nr. 9 handeln.[2][3] Im April 2015 wurde Gao unter Anwendung eines neuen Gesetzes zum Schutz von Staatsgeheimnissen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Ihr Anwalt kündigte Berufung gegen das Urteil an.[4][5] Im November 2015 teilte ihr Anwalt mit, die Haftstrafe sei von sieben auf fünf Jahre reduziert worden.[6] Die Bundesregierung Deutschlands hat sich mehrfach für ihre Freilassung eingesetzt.[7] Ihr Gesundheitszustand (sie ist herzkrank) gilt als schlecht.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gao Yu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.dw.de/zähes-ringen-im-fall-gao-yu/a-18337090
  2. http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-11/china-gao-yu-prozess-vorwuerfe-bestreiten
  3. http://www.tagesschau.de/ausland/prozess-gao-yu-china-101.html (Memento vom 24. November 2014 im Internet Archive)
  4. Deutsche Welle: Chinesische Journalistin Gao Yu zu sieben Jahren Haft verurteilt
  5. spiegel.de 17. April 2015
  6. zeit.de 26. November 2015
  7. spiegel.de 26. November 2015
  8. http://www.iwmf.org/article.aspx?id=539&c=cijwinner
  9. http://www.iwmf.org/article.aspx?id=583&c=cijwinner
  10. UNESCO
Chinesische Personennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Das ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Gao ist hier somit der Familienname, Yu ist der Vorname.