Mazen Darwish

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Mazen Darwish (arabisch مازن درويش, DMG Māzin Darwīš; geboren 1974) ist ein syrischer Rechtsanwalt und Journalist. Er ist Präsident des syrischen Center for Media and Freedom of Expression (CMFE).[1] Darwish erhielt 2013 den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darwish ist Präsident des syrischen Center for Media and Freedom of Expression (CMFE), einer Partnerorganisation von Reporter ohne Grenzen, die er im Jahr 2004 gründete. Der Organisation wurde von der syrischen Regierung die Akkreditierung verweigert, sie agierte aber weiter im Untergrund.[3]

Im April 2008 wurde Darwish gemeinsam mit einem Kollegen verhaftet, nachdem sie über Aufstände in Adra, Syrien, einer Stadt in der Nähe von Damaskus berichtet haben. Er musste anschließend zehn Tage ins Gefängnis wegen „Diffamierung und Verunglimpfung der staatlichen Autorität“.[4] Nach seiner Festnahme im Zuge der Stürmung der Büros seines Zentrums im Februar 2012 wurde er nicht mehr freigelassen und vor ein Militärgericht gestellt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.[5]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mazen Darwish wurde 2013 mit dem Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte ausgezeichnet. Er habe vor allem auf das Verschwinden von Berichterstattern und Bloggern in Syrien aufmerksam gemacht, so begründete die Bruno-Kreisky-Stiftung die Auszeichnung. Anstelle des inhaftierten Preisträgers nahm seine Ehefrau Yara Bader in Wien den Preis entgegen. 2012 wurde Darwish von der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen als Journalist des Jahres ausgezeichnet.[6] Der Bund der Lutherstädte zeichnete Darwish 2015 mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ um die Bemühungen um die Freilassung von Mazen Darwish und weiterer Journalisten zu unterstützen.[7] Der Preis wurde in der Stadtkirche in Wittenberg an seine Frau überreicht. Im Februar 2015 wurde Mazen Darwish vom International Press Institute (IPI) zum World Press Freedom Hero[8] ernannt. Ebenfalls 2015 wurde Darwish von der UNESCO mit dem Guillermo Cano World Press Freedom Prize ausgezeichnet. Im Jahr 2016 wurde er in Middelburg mit dem Four Freedoms Award in der Kategorie Meinungsfreiheit geehrt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statement by Ambassador Rice on the United Nations Economic and Social Council Decision to Grant Consultative Status to Three NGOs, 27. Juni 2013. Abgerufen am 1. Juli 2013.
  2. Bruno-Kreisky-Stiftung. 28. Juni 2013. Abgerufen am 30. September 2013.
  3. Independent Journalist Sentenced for Defamation. Reporters Without Borders. 24. Juni 2008. Archiviert vom Original am 18. August 2012. Abgerufen am 18. August 2012.
  4. Red lines that cannot be crossed. In: The Economist. 24. Juli 2008. Archiviert vom Original am 18. August 2012. Abgerufen am 18. August 2012.
  5. Syrian free speech campaigner may face death penalty: ICJ. Reuters. 8. August 2012. Abgerufen am 1. Dezember 2013.
  6. Syrischer Journalist Mazen Darwish und afghanische Tageszeitung geehrt. Reporter ohne Grenzen. 3. Januar 2013. Abgerufen am 30. September 2013.
  7. Preisträger das Unerschrockene Wort 2015
  8. International Press Institute (IPI): Syrian Mazen Darwish named IPI World Press Freedom Hero. 26. Februar 2015, abgerufen am 16. September 2016 (englisch).