Garður

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Garður
COA Gardur.png
Basisdaten
Staat: Island
Region: Suðurnes
Wahlkreis: Suðurkjördæmi
Sýsla: Gullbringusýsla
Einwohnerzahl: 1511 (1. Januar 2017)
Fläche: 21 km²
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner/km²
Postleitzahl: 250
Politik
Gemeindenummer 2504
Bürgermeister: Magnús Stefánsson
Kontakt
Adresse der Gemeindeverwaltung: Sunnubraut 4
250 Garður
Webpräsenz: www.sv-gardur.is
Karte
Lage von Garður

Koordinaten: 64° 4′ N, 22° 39′ W

Leuchtturm von Garður

Garður (dt. Garten, Wall[1]) ist ein Ort und eine eigene Gemeinde in Island an der Nordspitze der Halbinsel Reykjanes und liegt 10 Kilometer nördlich von Keflavík an der Straße Nr. 45. Am 1. Januar 2011 hatte Garður 1.452 Einwohner. [2]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich hieß der Ort Skagagarður, d. h. der Garten/Wall der Halbinsel [3]. Man hat tatsächlich vor Ort einen Wall dieses Namens aus dem 10. Jahrhundert entdeckt, der von der Útskálakirkja in Garður bis nach Kirkjuból (Miðnes )reicht. [4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war früher ein wichtiger Fischereiort und Handelsort, obwohl die Hafenbedingungen bis heute nicht besonders gut sind. Die Halbinsel von Garður war reich und besonders dicht besiedelt, so lebten hier im Jahre 1910 schon 647 Einwohner, ein großer Ort für das Island der damaligen Zeit.[5] Aber Sandgerði und später Keflavík zogen die Arbeitsplätze ab. Spuren der alten Besiedlung haben sich erhalten. So gibt es noch drei Fischfabriken im Ort.

Wirtschaft und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzwischen pendeln viele Leute nach Keflavík oder Reykjavík, so dass die Gesamteinwohnerzahl in den letzten Jahren angestiegen ist von 1.065 Einwohnern im Jahre 1988[6] auf 1.452 Einwohner zu Beginn des Jahres 2011.

Die Grunnskóli[7] gehört zu den ältesten Schulen des Landes (gegr. 1872). Daneben existieren Kindergärten, ein Gesundheitszentrum, die Gemeindeverwaltung, ein Sportzentrum mit Schwimmbad.[8]

Für Touristen gibt es einen Zeltplatz und eine Pension, daneben dienen eine Post, eine Bank und eine Tankstelle neben Geschäften den Bedürfnissen der Einwohner.[8]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der beiden Leuchttürme (der große) dient auch zur Vogelbeobachtung. Hier brüten im Frühsommer v. a. auch Zugvögel wie die Kanadagans und die Küstenseeschwalbe sowie viele Möwenarten.

Beim Zeltplatz bei den Leuchttürmen hat man eine gute Aussicht und kann, falls das Wetter mitspielt, bisweilen auch Wale und Delphine sowie selten auch Robben beobachten.

Ein Wanderweg führt an der Küste entlang nach Sandgerði, welcher aber von Kelp und Erbsenkraut, das vom letzten Sturm liegen geblieben ist, bedeckt sein kann. Gerade der Strand von Garður ist, da er am Eingang der Bucht Faxaflói liegt, der Wucht der offenen See besonders ausgesetzt.

Kirkjuból[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Bauernhof Kirkjuból nahe bei Garður wurde meist von reichen Bauern und der Oberschicht des Landes bewohnt. So ist es erklärlich, dass sich dort auch historisch wichtige Ereignisse abspielten.

Im Jahre 1433, so berichtet die Chronik, kam eine Gruppe Männer mit dem Bischof Jón von Skálholt zu Besuch. Darunter war einer, der vergebens um die Hand von Margaret, der Tochter des dänischen Gouverneurs, angehalten hatte. Zu dieser Zeit befand sich die Farm im Besitz des Gouverneurs. Der Abgewiesene legte Feuer, die Tochter entkam als einzige. Sie schwor den Mann zu heiraten, der sie rächen würde, und tat das auch. Es war ein Mann aus dem Norden. [9]

Außerdem wird berichtet, dass hier im Jahre 1551 der Däne Kristian, der die Hinrichtung des letzten katholischen Bischofs von Island, Jón Arason, geleitet hatte, mit seinen Männern erschlagen worden sei. In der Folge wurde von Geistererscheinungen berichtet. Diese wurden auf recht eigenartige Weise beendet: Man grub die Leichen aus und begrub anschließend die Köpfe beim Po der Leute des dänischen Königs (vgl. auch Geschichte Islands).[9]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den beiden Leuchttürmen, von denen der eine von 1897, der andere aus dem Jahre 1944 stammt, befindet sich das Regionalmuseum mit Funden von in der Nähe von Garður gesunkenen Schiffen, sowie Gerätschaften aus dem täglichen Leben der Einwohner.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. U. Schmid: Wörterbuch Isländisch - Deutsch. Buske, Hamburg, 85
  2. Hagstofa (Stat. Amt Islands); Zugriff: 3. Oktober 2011
  3. vgl. H. U. Schmid: Wörterbuch Isländisch - Deutsch. Buske, Hamburg, ebd. und 215
  4. http://reykjanes.is/Ahugaverdirstadir/Skodastad/skagagardur-the-great-wall@1@2Vorlage:Toter Link/reykjanes.is (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Visit Reykjanes (isländisch); Zugriff: 3. Oktober 2011
  5. Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 1. bindi. Hg. T. Einarsson, H. Magnússon. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, 48
  6. Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 1. bindi. Hg. T. Einarsson, H. Magnússon. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, 47
  7. Gerðaskóli
  8. a b c Vegahandbókin. Hg. Landmælingar Íslands, 2006, 219
  9. a b http://reykjanes.is/Ahugaverdirstadir/Skodastad/kirkjubol@1@2Vorlage:Toter Link/reykjanes.is (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Visit Reykjanes (isländisch); Zugriff: 3. Oktober 2011