Gassan Sadakazu

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Gassan Sadakazu (jap. 月山 貞一; * 1836 in der Provinz Ōmi; † 11. Juli 1918) war ein japanischer Schwertschmied der modernen Gassan-Schule.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sadakazu wurde unter dem Familiennamen Tsukamoto in der Provinz Ōmi geboren. Im Alter von 7 Jahren adoptierte ihn der Schwertschmied Gassan Sadayoshi aus Osaka. Dieser gab ihm zunächst den Namen Yagoro und später dann Sadakazu.[1] Datierte Klingen von Sadakazu reichen bis in das Jahr 1850 zurück, wo er gerade einmal 14 Jahre alt war. In den Folgejahren entwickelte sich Sadakazu zu einem der bedeutendsten Schwertschmiede der Meiji-Zeit. Während viele Schwertschmiede aufgrund des Haitô-rei (Schwerttrageverbot) im Zuge der Meiji-Restauration aufhörten Schwerter herzustellen, konnte Sadakazu seine Arbeit fortsetzen und konzentrierte sich dabei stärker auf Aufträge des Militärs. 1906 wurde er sogar zum Teishitsu-gigei'in (Mitglied des kaiserlichen Kunsthandwerks) - einem Vorläufer des heutigen Ningen kokuhō ernannt. Als Schwertschmied wurde diese Ehre lediglich noch Miyamoto Kanenori zu teil. gegen Ende seiner Schaffensperiode wurden seine Werke daher häufig nachgeahmt, wobei er selsbt auch Klingen seines Sohnes Gassan Sadakatsu signierte, so dass letzterer erst ab 1918 nach dem Tod von Sadakazu Klingen in eigenem Namen signierte.[2] Nach dem Tode von Sadakazu führte sein Sohn Sadakatsu die Gassan-Schule fort, die bis heute besteht.

Nihonto Charakteristika von Sadakazu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sadakazu schmiedete ganz im Stile der Gassan-Schule Klingen mit einer Ayasugi-hada. Darüber hinaus meisterte er jedoch sämtliche Schwertschmiedetraditionen und galt als einer der größten Horimono-Meister seiner Zeit. Während er zunächst vor allem stattliche Klingen im Stile der frühen Muromachi und Koto Ära fertigte, wurden diese mit Blick auf den Bedarf des Militärs nach dem Schwerttrageverbot 1876 kürzer und graziler.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leon Kapp, Hiroko Kapp, Yoshindo Yoshihara: Modern Japanese Swords and Swordsmiths: From 1868 to the Present. Kodansha USA, 2002, ISBN 978-4770019622
  • Kokan Nagayama: The connoisseur's Book of Japanese Swords. Kodansha USA, 1998, ISBN 978-4770020710, S. 293.
  • Morihiro Ogawa: Japanese Master Swordsmiths: The Gassan Tradition. Museum of Fine Arts, Boston 1989, ISBN 978-0878463091.
  • Markus Sesko: Lexikon der japanischen Schwertschmiede N–Z.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A Study of the Works of Gassan Sadakazu in The Metropolitan Museum of Art (PDF) The Metropolitan Museum of Art. Abgerufen am 14. November 2017.
  2. http://www.nihonto.ca/sadakatsu-3/
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Gassan der Familienname, Sadakazu der Vorname.