Gatterberg

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Koordinaten: 48° 12′ 34″ N, 12° 10′ 36″ O

Gatterberg
Gemeinde St. Wolfgang
Höhe: 616 m ü. NN
Fläche: 5,8 km²
Einwohner: 163 (2011)
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 84427
Vorwahl: 08085
Blick auf Burdberg und Grub

Blick auf Burdberg und Grub

Gatterberg ist eine Gemarkung der Gemeinde St. Wolfgang (Landkreis Erding), mit der eine Reihe von Weilern und Einöden zwischen den Gemeindeteilen Jeßling und Schönbrunn bezeichnet wird. In Gatterberg entspringt nahe Wies der Rimbach. Gatterberg gilt auch als umgangssprachliches Synonym für die Landschaft in und um Gatterberg, die jedoch korrekt mit Gattergebirge bezeichnet wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gatterberg gehört historisch zur Grafschaft Haag und später zum Landkreis Wasserburg am Inn. Es war - obwohl es keinen Ort dieses Namens gab oder gibt - eine eigenständige Gemeinde, die am 1. April 1971 nach St. Wolfgang eingemeindet wurde[1] und seit dem 1. Juli 1972 zum Landkreis Erding gehört.

Zu Gatterberg zählten bis zur Eingemeindung 1971 insgesamt 22 Siedlungen, die sich auf einer Fläche von 575,67 Hektar verteilten: die Weiler Frühmanstett, Burdberg, Gänsberg, Gassen, Hundsruck (mit Irlmaier verbunden) und Schedenberg, sowie die Einöden Arbesstett (Arbasstätt), Brandstätt, Brenner, Geigersöd, Grub, Hauderstett, Hilgen, Hütter, Irlwirth, Lechner (Lehner), Rindbach (Rindbeck), Rudorfer, Schloifer, Wies, Zeilhub und Zulehen.[2] Der Weiler Burdberg an der östlichen Grenze der ehemaligen Gemeinde ist dabei die größte Siedlung, die beinahe die Mindestanforderungen eines kleinen Dorfs erfüllt.

Die kleinbäuerliche Hofanlage aus Rindbach (Rindbeck) aus dem Jahr 1790 wurde in das Bauernhausmuseum des Landkreises Erding umgesetzt und steht dort im Mittelpunkt des Museums.

Zum 31. Dezember 2011 hatte Gatterberg 163 Einwohner. Auf Grundlage der oben genannten Fläche ergibt das eine Bevölkerungsdichte von 29,0 Einwohnern je km². 1961 zählte Gatterberg noch 233 Einwohner, 1978 waren es 212[3]. Siehe auch die Entwicklung der Einwohnerzahl von St. Wolfgang.

Dieser Gemeindeteil ist Namensgeber für den Wasserbeschaffungsverband, der die gesamte Gemeinde Sankt Wolfgang mit Trinkwasser versorgt. Gatterberg verfügt über eine eigene Freiwillige Feuerwehr.

Gatterberg sollte nicht mit dem Ortsteil Gattererberg von Stummerberg in Tirol verwechselt werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Antoniuskapelle westlich der Einöde Rudorfer ist der einzige Sakralbau dieses Gemeindeteils. Das 1902 von Anton Singer erbaute Gebäude befindet sich in Privatbesitz und wurde 2006 renoviert.[4] Seither wird dort jedes Jahr am 1. Mai eine Maiandacht abgehalten. Früher gab es jedes Jahr zu Pfingsten eine Prozession zur Kapelle.

Weitere Baudenkmäler sind für Grub und Wies nachgewiesen. Siehe Liste der Baudenkmäler in Sankt Wolfgang (Oberbayern).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die CSU in Gatterberg mit 61,9 % (1949) bzw. 58,9 % (1950) einige der seinerzeit höchsten Ergebnisse in Altbayern erzielen.[5] Gatterberg bildet heute zusammen mit Schönbrunn einen Wahl- bzw. Stimmbezirk. Bei der Landtagswahl 2008 erhielten die CSU 75 %, Freie Wähler 7,5 % und die FDP 6,9 % der Zweitstimmen[6]. Bei der Bundestagswahl 2009 konnte die CSU in diesem gemeinsamen Wahlbezirk 71,1 % der Zweitstimmen gewinnen, gefolgt von der FDP mit 9,8 %.[7]

Der CSU-Ortsverband Gatterberg-Schönbrunn, der mit rund 5 % der Einwohner einer der prozentual stärksten Ortsverbände des Freistaats ist,[8] unterstützt bei den Gemeinderatswahlen die parteiunabhängige "Wählergruppe Gatterberg/Freie Wählergemeinschaft Schönbrunn", um eine kommunale Interessenvertretung der beiden Ortsteile im Wolfganger Gemeinderat sicherzustellen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus d. Volkszählung 1961, München, 1964
  3. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, München, 1978
  4. merkur-online.de: Feierliche Glockenweihe und merkur-online.de: Ein echtes Juwel glänzt wieder
  5. Jaromír Balcar, Bayern im Bund: Politik auf dem Land: Studien zur bayerischen Provinz 1945 bis 1972, München 2003, S. 192-193.
  6. Ergebnis zur Landtagswahl 2008 am 28.09.2008: Stimmkreis Erding - Landkreis Erding - Gemeinde St. Wolfgang - Stimmbezirk Schönbrunn-Gatterberg (5)
  7. Vorläufiges Ergebnis zur Bundestagswahl 2009 am 27.09.2009. Wahlkreis Ebersberg-Erding - Landkreis Erding - Gemeinde St. Wolfgang - Wahlbezirk Schönbrunn-Gatterberg (5)
  8. Merkur-Online.de: CSU fürchtet Werteverlust in Landwirtschaft

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]