Geflügelschlachthof Wietze

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Geflügelschlachthof Wietze

Der Geflügelschlachthof in Wietze ist ein Schlachthof für Geflügel in Wietze (Niedersachsen), der 2010 gebaut wurde. Der Geflügelschlachthof Wietze ist ein Unternehmen der Celler Land Frischgeflügel als Teil der Rothkötter Unternehmensgruppe.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 2010 entstandene Schlachthof liegt etwa 1,5 Kilometer außerhalb des Ortes Wietze im Landkreis Celle und nahm im Herbst 2011 den Betrieb auf. Derzeit sind dort nach Angaben der Firma 360 Mitarbeiter beschäftigt, davon 80 Prozent Festangestellte und 20 Prozent Leiharbeiter.[1] Mit den geplanten 27.000 Schlachtungen pro Stunde wäre er der größte in Europa gewesen.[2]

Der Neubau wurde mit 6,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen und weiteren 800.000 Euro von der schwarz-gelben Bundesregierung subventioniert.[3]

Kontroverse um den Schlachthof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau des Schlachthofes war seit Planungsbeginn sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik auf Lokal- und Landesebene stark umstritten. Während sich insbesondere die Gemeindeverwaltung, der Landkreis Celle und die schwarz-gelbe Landesregierung wirtschaftliche Impulse für die strukturschwache Region und neue Arbeitsplätze erhofften, lehnten Bündnis 90/Die Grünen und die Linkspartei das Vorhaben ab.

Im Ort Wietze gründeten sich im Oktober 2009 eine Bürgerinitiative, die mehrfach erfolglos gegen das Großprojekt prozessierte. Nach der Fertigstellung des Schlachthofs konzentrierten sich die Proteste auf die notwendigen Neubauten von Mastanlagen, die als Zulieferbetriebe des Geflügelschlachthofes Wietze tätig sein sollen.[4] Im Sommer 2010 wurde das Baugelände des Schlachthofes von Tierrechtsaktivisten besetzt, nach drei Monaten wurde die Besetzung am 3. August durch das SEK geräumt.[5] Am 31. August 2013 kam es unter dem Motto Wir haben Agrarindustrie satt! zu einer Protestaktion gegen den Schlachthof durch rund 5.000 Menschen, die eine Menschenkette um die Anlage bildeten.[6]

In Niedersachsen gab es vier ungeklärte Brandstiftungen in leerstehenden Mastanlagen, die als Zulieferbetriebe des Geflügelschlachthofes Wietze neu erbaut wurden. Zu den Taten liegen jeweils Bekennerschreiben vor, die sich mit der Animal Liberation Front identifizieren. Den Eigentümern entstand jeweils ein erheblicher Sachschaden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Welcher Art sind die Arbeitsplätze im Schlachtbetrieb? auf der Werkshomepage/FAQ
  2. Stefan Roth: Nachhaltigkeit. Springer, 2012,ISBN 978-3834931795 S.182
  3. Susanne Schrammar: Millionen Hähnchen aus Wietze – Streit um Geflügelschlachthof in Niedersachsen. In: Deutschlandradio, 16. Februar 2010. Abgerufen am 16. Mai 2012. 
  4. Internetseite der „Bürgerinitiative Wietze für den Erhalt unseres Aller-Leine-Tals“
  5. TAZ, 10. August 2010: Polizei räumt besetztes Baugelände
  6. Für sauberes Essen: Massenprotest in Wietze. (Memento vom 6. November 2013 im Internet Archive) In: NDR.de, 1. September 2013.
  7. Matthias Rude: Mastanlagen abgefackelt. In: Junge Welt, 12. Dezember 2011. Abgerufen am 5. Juni 2012. 

Koordinaten: 52° 39′ 26″ N, 9° 48′ 49″ O