Geheimnis Tibet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
OriginaltitelGeheimnis Tibet (alternativ: Lhasa-Lo – Die verbotene Stadt)
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1943
Länge101 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieErnst Schäfer,
Hans-Albert Lettow
DrehbuchErnst Schäfer,
Hans-Albert Lettow
ProduktionErnst Schäfer
MusikAlois Melichar
KameraErnst Krause

Geheimnis Tibet ist ein deutscher Dokumentarfilm über die Deutsche Tibet-Expedition Ernst Schäfer, der von Heinrich Himmler gefördert und 1943 uraufgeführt wurde.[1] Die Uraufführung des Films erfolgte am 16. Januar 1943 in München im Ufa-Palast.[1]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde aus Filmmaterial zusammengestellt, das 1938/1939 von den Teilnehmern der Expedition in Tibet gedreht wurde. Eingang in den Film fanden unter anderem tibetische Kriegstänze für den Kriegsgott Mahakala, Präsentationen des tibetischen Militärs, Toten- und Leichenkulte der Tibeter sowie Filmsequenzen über das tibetische Staatsorakel. Auch die rassistischen Messungen und Abformungen von Körperteilen der Tibeter durch die NS-Wissenschaftler fehlen nicht.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Expedition, Bruno Beger, war nach 1939 für das Vermessen und Klassifizieren von Menschen in Auschwitz verantwortlich. Für den Auftrag zur Ermordung von über 80 speziell hierfür selektierter Menschen erhielt er 1970 eine dreijährige Freiheitsstrafe.[2]

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vordergründig eine Kulturdokumentation Tibets, beschwört der Film auf propagandistische Art erwünschte Tugenden: „Schäfer und seine Forscherkollegen wurden als ‚Typen‘ dargestellt, an denen sich jeder ‚normale‘ SS-Mann und Hitlerjunge orientieren konnte“.[1] Die Unterscheidung zwischen Ideologie und Dokumentation tibetischer Kultur fällt schwer: „Der Film wirft die Frage auf, was ist daran Nazi-Propaganda und was sind authentische Darstellungen. Immerhin nimmt der Zuschauer hier bewegte Bilder wahr, die sprechen und die von zahlreichen Berichten westlicher Tibetreisender, auch wenn diese keine Nazis waren, bestätigt wurden.“[1]

Heute, unter dem Eindruck anderer Bilder über Tibet aus Filmen wie Sieben Jahre in Tibet oder Kundun, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung konstatiert: „Die Filmbilder, die auf dieser Forschungsreise gedreht wurden, kollidieren in ihrer Archaik mit den sanften Tibet-Vorstellungen des modernen Kinos.“[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geheimnis Tibet. Ein Filmdokument der Deutschen Tibet-Expedition Ernst Schäfer 1938/39 (Hans Albert Lettow, Ernst Schäfer, Carl Junghans, Lothar Bühle, 1938-42)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d http://www.iivs.de/~iivs01311/H-B-K/deba.hi.04.htm
  2. http://www.20min.ch/news/wissen/story/20568154
  3. http://www.kinofenster.de/filmeundthemen/ausgaben/kf0805/tibet_ueber_die_filmische_sehnsucht_nach_einem_fernen_land/