Gelber Tee

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Gelber Tee (Gelbtee)
Gelber Tee Huang Ya, klassisch verarbeitet
Typ:

Andere Namen: engl. Yellow tea,
chin. 黄茶 huáng chá (Huang Ya)
Herkunft: China

Kurzbeschreibung:

Temperatur: 75 °C
Zeit: 1–3 Min.

Gelber Tee (Gelbtee) ist eine Teesorte, die von ihrem Fermentationsgrad (max. 20 %) zwischen weißem Tee und Oolongtee einzuordnen ist. Seine Sortenvielfalt ist sehr begrenzt, die verfügbaren Mengen gering.[1] Der Tee ist reich an Vitaminen, Antioxidantien und Koffein.[2] Wie auch andere schwach fermentierte Tees fördert er die Magensaftproduktion und wirkt deshalb verdauungsfördernd.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Zeit der Ming-Dynastie (14.–17. Jahrhundert) wird derselbe Kaisertee Junshan Yinzhen (Silbernadeln aus dem Kaiserberg, 君山银针) auf einer der zahlreichen Inseln namens Junshan produziert. Das besondere Herstellungsverfahren wurde jahrhundertelang geheim gehalten. Der hochwertige kaiserliche Gelbtee wurde nur in geringen Mengen hergestellt und ausschließlich in den Kaiserhof geliefert. Bis vor Kurzem wurde er nur in Grenzen seiner Heimat auf dem Dongting-See (洞庭湖) der Provinz Hunan hergestellt. Seit Urzeiten wurden diese Territorien von Fischern und Einsiedlern besiedelt, die sich unter anderem mit dem Teeanbau beschäftigten. Diese Seenplatte ist durch ein mildes, subtropisches Klima (mittlere Jahrestemperatur +16°С, Niederschlagsmenge 1340 mm) und ergiebigen, sandig-schlammigen Boden gekennzeichnet, der für Teebüsche optimal ist: Drei Viertel des Jahres liegt Nebel über dem See.[5]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein holländischer Kaufmann in einer chinesischen Tee-Manufaktur in Kanton (um 1828)

Für die klassische Verarbeitung braucht es 72 Stunden (manchmal sogar mehr) und acht aufeinander abgestimmte Schritte. Aus einem Kilogramm frischer Knospen entstehen nach ihrer Verarbeitung 200 g gelber Tee.[6]

  1. Fixieren (fēn shā qīng, 分杀青)
  2. Abkühlung (Tān liáng, 摊凉)
  3. Erste Trocknung (Chū hōng, 初烘)
  4. Erstes feuchtes Erhitzen (Chū bāo, 初包)
  5. Zweite Trockenstufe (Fù hōng, 复烘)
  6. Abkühlung (Tān liáng, 摊凉)
  7. Abermaliges feuchtes Erhitzen (Fù bāo, 复包)
  8. Rösten (Zú huǒ, 足火)

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Empfehlungen für den Aufguss sind fast dieselben wie für grünen und weißen Tee, daher benutzt man für alle diese Teesorten traditionell eine Yixing-Kanne oder ein Gaiwan. Die Wassertemperatur sollte nicht mehr als 90 Grad betragen und die ersten drei Aufgüsse sollten etwa 10 bis 30 Sekunden ziehen. Die Ziehzeit ist auf die Menge des Tees und des Wassers abzustimmen. Im Vergleich zu grünem Tee wird gelber Tee auch bei längerem Ziehen nicht bitter; dennoch dürfen die ersten fünf Aufgüsse nicht länger als jeweils eine Minute ziehen.[7]

Um die Farbe des Tees voll zur Geltung zu bringen, ist die Benutzung einer weißen Porzellantasse oder -schale empfehlenswert. Beim Junshan Yinzhen ist der Aufguss in hohem Glasgeschirr (50–60 ml Wasser pro einem Gramm Tee) zu empfehlen.[3]

Bekannte Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei gelbe Teesorten gehören zu den "10 guten Teesorten", die 1959 von einem inoffiziellen Komitee in China gewählt wurden. Die ausgewählten Teesorten sind:[8][9]

  • Junshan Yinzhen 君山銀針 – obwohl dieser Tee Yinzhen (chin. yin „Silber“, zhen „Nadel“) heißt, ist er ein gelber Tee. Yinzhen bezeichnet nur die Form eines Tees, nicht die Kategorie der Herstellungsarten des chinesischen Tees. Herkunft: Hunan, Dongting-See, Insel Junshan.
  • Mengding Huangya 蒙頂黃芽 – der sogenannte Xiancha („Göttertee“). Herkunft: Sichuan, Mengshan-Gebirge.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • HINSCH, Bret. The ultimate guide to Chinese tea. Bret Hinsch, 2008.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kevin Gascoyne, François Marchand, Jasmin Desharnais, Hugo Americi: Tea: History, Terroirs, Varieties. Firefly Books, Richmond Hill, ON 2011, ISBN 9781554079377.
  2. GRAMZA-MICHAŁOWSKA, Anna, et al. Antioxidative potential, nutritional value and sensory profiles of confectionery fortified with green and yellow tea leaves (Camellia sinensis). Food Chemistry, 2016, 211. Jg., S. 448–454.
  3. a b Gelber Tee: Geschichte und Gegenwart Stand 16. März 2015
  4. TENG, Yun, et al. Dietary supplement of large yellow tea ameliorates metabolic syndrome and attenuates hepatic steatosis in db/db mice. Nutrients, 2018, 10. Jg., Nr. 1, S. 75.
  5. MIEDANER, Thomas. Tee–das Getränk der Kaiser. In: Genusspflanzen. Springer, Berlin, Heidelberg, 2018. S. 203–216.
  6. 黄仲先. 论我省名优茶生产的几项关键技术. 茶叶通讯, 1995, Nr. 3, S. 2–4.
  7. Gelber Tee - Zubereitung. In: tea exclusive - Teeshop und Teeversand. Abgerufen am 23. August 2020.
  8. Qianyi Lu: 中国十大名茶 (Chinese) 22. März 2013. Abgerufen am 4. April 2020.
  9. Jian Pan, Ping Xu: 第一次品茶就上手 (Mastering Tea on Your First Taste) (Chinese). Lüyou Jiaoyu Chubanshe, Beijing 2016, S. 15 (Abgerufen am 5 April 2020): „1959年全国‘十大名茶’评比会选出的中国十大名茶(西湖龙井、洞庭碧螺春、黄山毛峰、庐山云雾、六安瓜片、君山银针、信阳毛尖、武夷岩茶、安溪铁观音、祁门红茶)中,有六款[...]为绿茶。 [Of the ten teas selected by the 1959 All-China 'Ten Great Tea' Appraisal Committee (West Lake Longjing, Dongting Biluochun, Huangshan Maofeng, Lushan Yunwu, Lu'an melon seed, Junshan Yinzhen, Wuyi Yancha, Anxi Tieguanyin, Keemun), six [...] were green teas.]“