Geldbriefträger

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Geldbriefträger waren Zusteller, die Geldbeträge den Empfängern überbracht haben. In der heutigen Zeit, in der fast jeder über ein Girokonto verfügt, gibt es den Geldbriefträger nicht mehr.

Geldzustellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1868 gab es in mehreren Orten bereits eine Zustellung bis 50 Talern zusammen mit dem Ablieferungsschein. Die Geldzustellung wurde 1872 einheitlich geregelt. Es konnten nun im Ortszustellbereich bis zu 500 Talern abgetragen werden, wenn nicht beim Postamt eine Abholungserklärung vorlag. Gleichzeitig galt die Zustellung auch für Postanweisungen. Ab 1874 konnte das Postamt die Summe herabsetzen. Im Laufe der Jahre wurden die Höchstbeträge immer wieder erhöht, einen Höhepunkt gab es in der Zeit der Inflation. Ein Zustellgeld für Geldsendungen wurde mit dem 1. Oktober 1919 abgeschafft. Mit der Einrichtung des Postscheckdienstes im Jahre 1909 nahm der Umfang der direkten Geldzustellung stetig ab.[1]

Geldbriefträger, eigentlich „Geldboten in der Deutschen Bundespost (offizielle Bezeichnung), waren Bundespostbeamte (ausschließlich männlich), die speziell für die Rentenauszahlung und Postanweisungen in größeren Städten eingesetzt wurden, um den Postnutzern (seit 1993 Postkunden), zum Beispiel ihre Rente, Beträge aus Anweisungen oder Gewinne auszuzahlen.

Geldboten der Deutsche Bundespost trugen bis zur endgültigen Übernahme der Postscheckämter (PSchA) im Jahre 1987 Pistolen. Zur Verteidigung des Wertbeutels (im Postdienst-Sprachgebrauch spricht man meist von Beuteln anstelle von Säcken), waren diese eigentlich eher selten im Gebrauch. Die Postler wurden zusammen mit Polizeibeamten in von der Post gemieteten Schießständen mit den Pistolen vertraut gemacht und alle sechs Monate nachgeschult.

Später lösten Zahlungsanweisungen sowie Bankkarten zum Abheben am Schalter oder am Geldautomaten die Geldboten der Deutschen Bundespost mehr und mehr ab. Der Postnutzer erhält dabei (wie auch schon zu Zeiten des Geldboten) seine Auszahlung am Postschalter. Seit 1993 wurden keine Geldboten mehr mit Handfeuerwaffen ausgestattet, diese erhielten im allgemeinen Fall Mobiltelefone. Durch die Umwandlung der Deutschen Bundespost in die Deutsche Post AG im Januar 1995 wurden alle Geldboten aus dem Zustelldienst in den Schalterdienst versetzt. Im April 2002 wurde die Postanweisung als Dienstleistung der Deutschen Post AG abgeschafft.[2]

Walter Spahrbier wurde durch seine Statistenrolle in den Fernsehsendungen Drei mal Neun und Der Große Preis zum bekanntesten Geldbriefträger in Deutschland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handwörterbuch des Postwesens, Frankfurt (Main) 1953, Herausgegeben vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen
  2. Postbank: Minuten-Service ersetzt Postanweisung Presseinformation vom 29. April 2002 auf postbank.de