Gemeiner Rotfußröhrling

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Gemeiner Rotfußröhrling
Xerocomus chrysenteron1.jpg

Gemeiner Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron)

Systematik
Ordnung: Dickröhrlingsartige (Boletales)
Unterordnung: Boletineae
Familie: Dickröhrlingsverwandte (Boletaceae)
Unterfamilie: Boletoideae
Gattung: Rotfußröhrlinge (Xerocomellus)
Art: Gemeiner Rotfußröhrling
Wissenschaftlicher Name
Xerocomellus chrysenteron
(Bull.) Šutara

Der Gemeine oder Echte Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron, syn. Boletus chrysenteron und Xerocomus chrysenteron), bisweilen auch Rotfüßchen genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Dickröhrlingsverwandten. Bis vor wenigen Jahren wurde er in der Gattung Filzröhrlinge (Xerocomus) geführt, die aber aufgrund molekularbiologischer Erkenntnisse auf den Verwandtschaftskreis der Ziegenlippe reduziert wurde.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Huthaut des Gemeinen Rotfußröhrlings reißt gerne felderig auf. Die gelbe Röhrenschicht hat einen oliven Beiton.

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Er kann in zahlreichen Variationen auftreten. Der Hut ist matt und filzig, seine Oberfläche oft felderig-rissig. Er erreicht einen Durchmesser von 3–7 cm. Die Farbe reicht von gelbbräunlich bis olivbräunlich, kann aber auch graue, gelb-blaue oder rötliche Töne annehmen. An den Riss- und Fraßstellen verfärbt sich die Oberfläche meist rötlich. Die Röhren sind gelblich und im Alter olivgelblich. Sie sind ausgebuchtet bis leicht am Stiel herablaufend und verfärben sich bei Druck schmutziggrün bis blau. Der Stiel ist schlank und auf gelblichem Grund vor allem im unteren Abschnitt mit rötlichen Flöckchen besetzt. Manchmal besitzt er keine roten Teile. Das Fleisch ist gelblich und im Schnitt leicht blauend. Mit zunehmendem Alter wird es schnell weich. Der Geruch ist unbedeutend; der Geschmack säuerlich. Das Sporenpulver ist olivbraun.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die elliptisch-spindeligen Sporen erreichen eine Größe von 10–13(–15) × 5–6 Mikrometer.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Dem Gemeinen Rotfußröhrling ähneln die nah verwandten Arten Starkblauender Rotfußröhrling (X. cisalpinus), Falscher Rotfußröhrling (X. porosporus), Eichen-Filzröhrling (X. communis) und Bereifter Rotfußröhrling (X. pruinatus), die ebenfalls essbar sind. Der Falsche Rotfußröhrling besitzt an den Sporen einen Keimporus, weshalb sie an einem Ende wie abgestutzt wirken. Ähnlich ist auch die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus), die jedoch einen weniger ausgeprägt roten Stiel besitzt. Außerdem blaut der Pilz in der Regel nicht und besteht aus einem mehr leuchtenden Fleisch. Robuste Exemplare werden mitunter mit dem Schönfuß-Röhrling (Boletus calopus) verwechselt, der allerdings ein gelbes Stielnetz besitzt und bitter schmeckt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Gemeine Rotfußröhrling ist im Laub- und Nadelwald anzutreffen und stellt keine besonderen Bodenansprüche. Er ist ein häufiger Pilz, der von Juli bis November gefunden werden kann.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der linke Fruchtkörper des Gemeinen Rotfußröhrlings ist vom Goldschimmel befallen. Der Schmarotzer hat bereits den Hut mit einem weißlichen Belag überzogen.

Für den Pilzsammler sind überwiegend nur jüngere Exemplare von Interesse, da ältere oft madig und auch von Schimmelpilzen angegriffen sind. Aber auch schon junge Exemplare werden häufig von dem weit verbreiteten, giftigen Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus, Anamorphe: Apiocrea chrysosperma) befallen. Dies zeigt sich anfangs durch eine fleckige, oft in ringförmigen Zonen erscheinende weißliche Verfärbung der ansonsten gelben Röhrenmündungen. Anschließend befällt der Goldschimmel auch andere Teile des Fruchtkörpers, erkennbar an den weißlichen Verfärbungen der betroffenen Stellen. Im Endstadium überzieht den Pilz ein goldgelber Schimmel. Die befallenen Rotfußröhrlinge werden schnell matschig und sind schon allein aus diesem Grund für den Verzehr ungeeignet. Junge, gesunde Exemplare zeichnen sich demgegenüber durch einen leicht säuerlichen intensiven Pilzgeschmack aus.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ewald Gerhardt: BLV Handbuch Pilze. 4. Auflage. BLV, München 2006, ISBN 978-3835400535, S. 356 (640 Seiten; einbändige Neuausgabe der BLV Intensivführer Pilze 1 und 2).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gemeiner Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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