Genfer Schema

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Das Genfer Schema ist eine 1950 bei einer internationalen Konferenz für Arbeitsbewertung in Genf vorgeschlagene Grundlage zur Anforderungsermittlung und Arbeitsbewertung. Hauptsächlich bewertet das Genfer Schema die Aspekte „Können“ und „Belastung“. Diese werden auf den Arbeitsplatz, genauer auf die jeweils auszuführenden Tätigkeiten bezogen. Ein Dolmetscher besitzt zum Beispiel ein höheres Stresspotenzial als ein Übersetzer. Die Arbeitsbewertung auf der Grundlage des Genfer Schemas wird relevant, wenn es darum geht, den Arbeitswert einer konkreten Tätigkeit im Vergleich mit anderen Tätigkeiten anhand allgemein gültiger Anforderungsarten zu erfassen und zu bemessen.

Kriterien des Genfer Schemas[Bearbeiten]

Die Kriterien lassen sich in vier Anforderungskategorien einteilen[1]:

  • geistige Anforderungen (Fachkenntnisse, Nachdenken),
  • körperliche Anforderungen (Geschick, Muskelbelastung, Nerven- und Sinnesbelastung),
  • Verantwortung (beispielsweise für Betriebsmittel, Sicherheit und Gesundheit anderer) sowie
  • Arbeitsbedingungen (Temperaturen, Nässe, Schmutz, etc.).

Feiner graduiert lassen sich die Kriterien gliedern in die Bereiche:

  • geistiges Können,
  • geistige Belastung,
  • körperliches Können,
  • körperliche Belastung,
  • Verantwortung sowie
  • Umgebungseinflüsse.
Können Belastung
1. Geistige Anforderungen × ×
2. Körperliche Anforderungen × ×
3. Verantwortung ×
4. Umgebungseinflüsse ×

Quellen[Bearbeiten]

  1. REFA - Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. (Hrsg.): Methodenlehre der Betriebsorganisation: Anforderungsermittlung (Arbeitsbewertung). Carl Hanser Verlag: München, 1987 (ISBN 3-446-15134-6). Seite 43