Georg D. Falk

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Georg D. Falk (* 5. August 1949 in Marburg) ist ein deutscher Jurist. Er war bis 2014 Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Seit 2006 gehört er dem Staatsgerichtshof des Landes Hessen an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgewachsen in der Schwalm in Hessen, legte er 1968 das Abitur auf dem Gymnasium der Melanchthon-Schule Steinatal ab. Danach studierte er Rechts- und Politikwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg. Nach dem zweiten Staatsexamen war er anwaltlich u. a. im Wettbewerbsrecht tätig. 1979 wechselte er als Richter in den Justizdienst des Landes Hessen. 1993 wurde er Richter am Oberlandesgericht Frankfurt/M., wo er im Jahr 2005 den Vorsitz des vor allem mit Notarhaftungssachen und Entschädigung wegen überlanger Verfahrensdauer befassten 4. Zivilsenats übernahm.

2006 wurde er zum ordentlichen Mitglied des Hessischen Staatsgerichtshofs gewählt.[1]

2011 verlieh ihm der Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität Marburg die Ehrendoktorwürde.

Seit 1982 ist er Lehrbeauftragter an der Philipps-Universität. Er leitet die Fortbildungstagungen des Landes Hessen für Referendare, Richter und Staatsanwälte zum Thema „Justiz im NS-Staat“. Er verfasste zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema.

Neben der richterlichen Tätigkeit am Hessischen Staatsgerichtshof ist er heute tätig als Gutachter und als Schiedsrichter in Schiedsverfahren. Daneben ist er vor allem im Bereich der Rechtsgeschichte engagiert. Fortdauernde Auseinandersetzungen löste sein Beitrag für die "Einsicht 14", Bulletin des Fritz Bauer Institutes, im Oktober 2015 aus.[2]

Falk wohnt in Marburg und ist Mitglied der SPD.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfahrensrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entschädigung wegen überlanger Verfahren – Mehr Chance als Bedrohung (gemeinsam mit C. Schütz), in: Britta Bannenberg u. a. (Hg.):Über allem: Menschlichkeit, Festschrift für Dieter Rössner, Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-2051-4.

Rechtsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die deutschen Richter im Jahre 1933 (gemeinsam mit J.-D. Braun), in: Form/Schiller/Seitz (Hg.), NS-Justiz in Hessen. Verfolgung. Kontinuitäten. Erbe. Marburg 2015, ISBN 978-3-942225-28-1.
  • Die ungesühnten Verbrechen der NS-Justiz, in: Form/Schiller/Seitz (Hg.), NS-Justiz in Hessen. Verfolgung. Kontinuitäten. Erbe. Marburg 2015, ISBN 978-3-942225-28-1.
  • Der ungesühnte Justizmord an Stanislawa Janczyszyn. Zur Einstellung eines Ermittlungsverfahrens durch die hessische Justiz im Jahre 1964, in: "Einsicht 14", Bulletin des Fritz Bauer Institutes, Frankfurt am Main, Oktober 2015.
  • Entnazifizierung und Kontinuität – Der Wiederaufbau der hessischen Justiz am Beispiel des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main, Marburg 2017, ISBN 978-3-942225-38-0.
  • Karl Steinmetz – Amtsgerichtsrat in Neukirchen, in: Heiko Maas (Hg.): Furchtlose Juristen, München 2017, ISBN 978-3-406-70746-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://staatsgerichtshof.hessen.de/mitglieder-des-staatsgerichtshofs
  2. https://www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/user_upload/uploadsFBI/einsicht/Einsicht-14.pdf http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/heikle-aktenfunde-zu-nazijaeger-fritz-bauer-a-1059298.html https://www.neuerichter.de/fileadmin/user_upload/lv_hessen/NRV_Hesseninfo_2016_final.pdf https://www.fritz-bauer-archiv.de/images/freundeskreis-download/verschiedenes/Kommentar_zu_Falk_Ikonographie.pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]