Georg Pictorius

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Georg Pictorius in Sebastian Münsters Cosmographia, 1588

Georg Pictorius (* um 1500 in Villingen; † 1569 in Bärenthal)[1], eigentlich Georg Maler, war ein Arzt und mystisch-magischer Autor der Renaissance.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der Sohn des Metzgers Michael Maler, besuchte erst eine Klosterschule der Franziskaner und studierte dann Philosophie und freie Künste an der Universität in Freiburg im Breisgau, wo er seinen Familiennamen Maler zu Pictorius latinisierte. 1529 war er Lehrer an der Freiburger Lateinschule, der er wenig später auch vorstand. Daraufhin studierte er noch Medizin und erwarb 1535 den Doktortitel. Als Sanitätsbeamter der oberösterreichischen Regierung und Gerichtsarzt arbeitete Pictorius ab 1540 in Ensisheim. Nachdem er bereits in Freiburg erste philosophische Schriften vorgelegt hatte, verfasste er insbesondere in Ensisheim zahlreiche weitere Schriften. Zu den wichtigsten seiner rund 50 Werke zählt das Badenfahrt-Büchlein (Baderbüchlin) von 1560, worin er 38 Bäder beschreibt. Er verurteilte Hexen in seinem Buch über Zauberei: falls Hexen nicht verbrennten, würde die Anzahl dieser Furien immens ansteigen, dass niemand sicher wäre.[2] Sein frauenmedizinisches Werk Frauenzimmer gibt Hinweise zu Fragen der Kosmetik und Geruchsbeseitigung sowie zur Epilation im Bereich der weiblichen Brust.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1532 Theologia Mythologica
  • 1555 Lasz Büchlin
  • 1560 Baderbüchlin
    • 1565 Badenfartbüchlein

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tillmann Wertz: Georgius Pictorius (1500-1569/73). Leben und Werk eines oberrheinischen Arztes und Humanisten. Palatina Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 3-932608-35-6.
  • Ernst Scheffelt: Der Arzt Georgius Pictorius (1500–1569) aus Villingen. In: Badische Heimat. Heft 1/1959.
  • Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim: De occulta Philosophia. Viertes Buch.
  • Johann Scheible: Von den Gattungen der Ceremonialmagie (Goetie). In Das Kloster. 1846, Compilation, 1845–1849.
  • Ernst Georg Kürz: Georgius Pictorius von Villingen, ein Arzt des 16. Jahrhunderts und seine Wissenschaft. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Freiburg und Leipzig 1895.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Pictorius auf leo-bw
  2. H. C. Erik Midelfort: Witch Hunting in Southwestern Germany, 1562-1684: The Social and Intellectual Foundations. 1972, ISBN 0-8047-0805-3, S. 59.
  3. Tilmann Walter: Unkeuschheit und Werk der Liebe: Diskurse über Sexualität am Beginn der Neuzeit in Deutschland. 1998, ISBN 3-11-016085-4, S. 372.