Georg Uschmann

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Georg Uschmann (* 18. Oktober 1913 in Naumburg; † 13. September 1986 in Jena) war ein deutscher Wissenschaftshistoriker und Direktor des Archivs der Leopoldina.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uschmann studierte von 1933 bis 1939 an der Universität Jena Zoologie und Botanik sowie Geschichte, Philosophie und Leibesübungen. Im Jahr 1937 wurde er Mitglied der NSDAP.[1] 1938 war er Assistent am Ernst-Haeckel-Haus (EHH) Jena, dem damaligen "Institut für Geschichte der Zoologie, insbesondere der Entwicklungslehre". 1939 schloss er das Studium mit der Arbeit Der morphobiologische Vervollkommnungsbegriff bei Goethe und seine problemgeschichtlichen Zusammenhänge ab. Ab 1940 war er als Soldat im Zweiten Weltkrieg, zuletzt als Hauptmann eingesetzt.

Bis 1950 war er in sowjetischer Gefangenschaft und kehrte anschließend ans Ernst-Haeckel-Haus zurück, 1952 Oberassistent, 1959 Habilitation und Dozent für Geschichte der Biologie, 1959–1979 Direktor des Ernst-Haeckel-Hauses, ab 1962 zugleich Professor mit Lehrauftrag und 1965 ordentlicher Professor für Geschichte der Naturwissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1963 Prodekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät; 1964 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, 1967 Direktor des Archivs der Leopoldina; Korrespondierendes Mitglied der Académie internationale d’histoire des sciences.[2]

Arbeitsgebiete und Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk von Ernst Haeckel, Charles Darwin, Jean-Baptiste de Lamarck, Carl Gegenbaur, Friedrich Rolle, Daniel Gottlieb Messerschmidt und Caspar Friedrich Wolff; Biologie der Goethe-Zeit, Geschichte der Zoologie, insbesondere der Phylogenetik und der Entwicklungslehre; Akademiegeschichte.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 wurde der Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte vom Ehepaar Eugen und Ilse Seibold gestiftet, der im Abstand von zwei Jahren anlässlich der Jahresversammlung der Leopoldina für eine hervorragende Dissertation auf den Gebieten der Wissenschafts- oder Medizingeschichte verliehen wird.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der morphologische Vervollkommnungsbegriff bei Goethe und seine problemgeschichtlichen Zusammenhänge. (= Dissertation Universität Jena) G. Fischer, Jena 1939, OCLC 250644949.
  • Ernst Haeckel – Forscher, Künstler, Mensch. Briefe, ausgewählt und erläutert. Urania-Verlag, Jena 1954, OCLC 838609271.
  • Geschichte der Zoologie und der zoologischen Anstalten in Jena 1779–1919. G. Fischer, Jena 1959, OCLC 2353239.
  • Ernst Haeckel. Biographie in Briefen. Prisma Verlag, Gütersloh 1984, ISBN 3-570-09027-2.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uschmann, Georg. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Heinz Bethge: Verleihung der Verdienstmedaille der Leopoldina an den Direktor des Archivs der Akademie, Georg Uschmann. In: Kolloquium zur Wissenschaftsgeschichte. (= Acta Historica Leopoldina. Nr. 13 1980), OCLC 604676039, S. 6–8.
  • Ilse Jahn: In memoriam Georg Uschmann (1913–1986). In: Mitteilungen der biologischen Gesellschaft der DDR. 3, 1986 S. 46–48.
  • Gunter Mann: Georg Uschmann †. In: Nachrichtenblatt der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaften und Technik. 37, 1987, S. 11–12.
  • Hans Querner: Georg Uschmann 1913–1986. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. 10, 1987, S. 67–68.
  • Heinz Bethge: Georg Uschmann †. Mit einem Porträt nach dem Pastell von Susanne Berner. Leopoldina (R. 3) 32.1986, 1988, S. 81–84.
  • Wieland Berg: Georg Uschmann (18. Oktober 1913 – 23. September 1986). Schriftenverzeichnis und Bibliographie seiner Vorträge. Jahrbuch 1993, Leopoldina (R. 3) 39, 1994, S. 427–454.
  • Ilse Jahn: Zu Leben und Werk von Georg Uschmann (1913–86) im Spannungsfeld politischer Umbrüche. In: Nachrichtenblatt der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik. 3, 1999.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harry Waibel: Diener vieler Herren : Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Lang, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-631-63542-1 S. 348
  2. Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“ auf bundesstiftung-aufarbeitung.de, abgerufen am 5. März 2014.
  3. Georg Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte auf leopoldina.org, abgerufen am 5. März 2014.