Geprüfter IT-Entwickler

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Geprüfter IT-Entwickler (englisch Certified IT Systems Manager) ist eine Aufstiegsfortbildung auf Meisterebene gemäß der IT-Fortbildungsverordnung (Verordnung über die berufliche Fortbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik). In der Fortbildungsstruktur der Industrie- und Handelskammer gehört der Geprüfte IT-Entwickler zu den Operativen Professionals, im Deutschen Qualifikationsrahmen ist er der Niveaustufe 6 zugeordnet.

Zulassungsvoraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Prüfung der Operativen IT Professionals ist zugelassen, wer folgendes nachweist:

  • abgeschlossene Ausbildung in einem IT/TK-Beruf und danach mindestens 1-jährige IT-Berufspraxis oder
  • abgeschlossene Ausbildung in einem sonstigen Beruf und danach mindestens 2-jährige IT-Berufspraxis oder
  • 5-jährige IT-Berufspraxis, wenn keine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt

Die vorgegebene Berufspraxis muss spätestens zur Prüfung vorhanden sein. Der erste Prüfungsteil wird ca. 1 Jahr nach Lehrgangsbeginn abgenommen. Dies bedeutet für Absolventen der IT-Ausbildungsberufe, dass die Weiterbildung direkt nach Ausbildungsabschluss begonnen werden kann, da die Berufspraxis bis zum ersten Prüfungsteil dann vorhanden ist.

Abweichend davon kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass er/sie Qualifikationen erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

In der Fortbildungsverordnung wird bei den Zulassungsvoraussetzungen darauf hingewiesen, dass die Berufspraxis

  • die Qualifikation eines zertifizierten IT-Spezialisten (ISO) beinhalten oder
  • eine nach Breite und Tiefe entsprechende Qualifikation nachgewiesen werden muss.

Das bedeutet, eine offizielle Zertifizierung als IT-Spezialist ist nicht erforderlich. Der Nachweis ist z. B. auch über Arbeitszeugnisse oder eine Bestätigung des Arbeitgebers möglich, aus der hervorgeht, dass eine Tätigkeit im IT-Bereich ausgeübt wird.

Aufgabenfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Geprüfte IT-Entwickler besitzt die Befähigung in Betrieben, die Produkte oder Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnologie herzustellen, anzubieten oder anzuwenden, technisch optimale und marktgerechte IT-Lösungen zu entwickeln und zu implementieren. Ebenfalls Ziel ist es IT-Entwicklungsprojekte zu planen, zu steuern und zu kontrollieren, sich auf neue Technologien, auf veränderte lokale und globale Marktverhältnisse, auf Methoden des Selbst- und Prozessmanagements flexibel einzustellen sowie den technisch-organisatorischen Wandel unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Akzeptanz zu Gestalten und Aufgaben der Mitarbeiterführung wahrzunehmen.“

Auszug aus der IT-Fortbildungsverordnung

Inhalte der Ausbildung gemäß IT-Fortbildungsverordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Mitarbeiterführung und Personalmanagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Personalplanung und -auswahl:
    • Personalbedarfsermittlung
    • Personalauswahlgespräche Arbeits- und Ausbildungsverträge
    • Mitarbeiter- und Teamführung: Mitarbeiterbeurteilung
    • Führungsmethoden und -techniken
    • Motivieren von Mitarbeitern
    • Fördern beruflicher Entwicklung
    • Methoden zur Lösung betrieblicher Konflikte
  • Personalentwicklung: Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs
    • Methoden der Unterweisung / Coaching
    • Zusammenarbeiten mit zuständigen Stellen, Bildungsträgern und Berufsschulen
    • Arbeitsrecht: Betriebsverfassungsgesetz, Berufsbildungsgesetz, Tarifrecht
    • Arbeitsschutzbestimmungen, Arbeitszeitordnungen
    • Berücksichtigen von Rechtsbestimmungen beim Personaleinsatz von Fremdfirmen
    • Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
    • Sozialversicherungs- und Schwerbehindertenrecht

IT-Spezifische Fachaufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Technical Engineering:
    • Analyse und Bewertung von Benutzeranforderungen und Realisierung im Produkt
    • Festlegen des Grob-Gesamt-Designs von Programmen
    • Festlegen der Hilfsmittel und Programmiersprachen
    • Entwickeln von System- und Softwarearchitekturen und Beschreiben der Schnittstellen
    • Migrationspläne, Testpläne und Wartungskonzepte
    • Tests und Abnahme des Produkts
    • Evaluieren der Leistungsfähigkeit
    • Dokumentation
  • Projektmanagement:
    • Durchführen von Projekten
      • Projektstrukturierung
      • Aufwandsschätzung, Ressourcenplanung, Kostenplanung und Risikoanalyse
      • Qualitätsmanagement;
  • Betriebswirtschaft:
    • Planen, Beurteilen und Beeinflussen von betrieblichen Abläufen
    • Kalkulationsverfahren
    • Kosten- und Leistungsrechnung
    • betriebswirtschaftliche Bewertung

Betriebliche Projektarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Themengebiete sind möglich:

  • Analysieren von Projektkenngrößen und Designen von IT-Lösungen
  • Implementieren und Integrieren der Lösungskomponenten, Durchführen von Tests und Abnahme der Produkte oder Lösungen
  • Planen, Steuern und Kontrollieren von IT-Entwicklungsprojekten

Prüfungen gemäß IT-Fortbildungsverordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prüfungen des Geprüften IT-Entwicklers sind in § 9 und § 10 festgehalten. Dabei teilen sich die Prüfungen in schriftliche und mündliche ein.

  1. schriftliche Prüfungen
    • Profilspezifische IT-Fachaufgaben (Situationsaufgaben 1 bis 3)
    • Mitarbeiterführung und Personalmanagement (Situationsaufgaben 1 und 2)
    • schriftliche Projektdokumentation
      • Umfang je nach Kammer (Regelfall max. 30 Seiten und max. 20 Seiten Anhang)
      • In Berlin beträgt der Umfang der Projektdokumentation mindestens 30 und maximal 50 Seiten, Anlagen max. 50 Seiten
      • Eingangsvoraussetzung zur Zulassung zum mündlichen Fachgespräch
  2. mündliche Prüfung
    • Präsentation des Projektes
    • Fachgespräch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]