Gerhard Dorda

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Gerhard Dorda (* 24. Mai 1932 in Troppau) ist ein deutscher Physiker und Komponist.

Dorda ist Sudetendeutscher und wuchs in Tschechien auf. Er wollte zunächst Musiker werden und studierte Komposition an der Prager Akademie für Musische Künste, was er aber aus politischen Gründen[1] nicht beenden konnte. Er studierte danach Physik an der Karls-Universität Prag und war nach dem Diplom-Abschluss 1957 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Festkörperphysik der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften in Prag, an der er 1964 promoviert wurde. 1967 emigrierte er mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland (zunächst als Humboldt-Stipendiat an der Universität Göttingen) und arbeitete ab 1968 als Physiker bei Siemens an deren Forschungslaboratorien in München in der Halbleitersystem-Entwicklung (Abteilung MOS-Silizium-Halbleiter), ab 1984 im Rang eines Direktors. 1994 verließ er Siemens und war seitdem Berater an der Universität der Bundeswehr in München.

1971 wies er Oberflächenquantisierungseffekte von Halbleitern zur Erklärung des piezoelektrischen Effekts in MOSFETs bei Raumtemperatur nach, die er auf ihre Tauglichkeit für Mikrophone untersuchen sollte.[2][3]

Er ist mit Klaus von Klitzing (damals Würzburg) und Michael Pepper Ko-Autor der grundlegenden Arbeit zum Nachweis des Quanten-Hall-Effekts.[4] Ausgangspunkt war damals die Untersuchung von störenden Oberflächenzuständen in MOS-Strukturen, deren Untersuchung Dorda begonnen hatte, für die er aber zunächst keine Finanzierung bei Siemens erhielt, da sie nicht zu unmittelbar verwertbaren Produkten führten.

Nach seiner Zeit bei Siemens wandte er sich fundamentalen Fragen der Physik zu, unter anderem auch Quanteneffekten und Einflüssen von Mond und Sonne in der Sinneswahrnehmung.[5]

1986 erhielt er die Wilhelm-Exner-Medaille. Er erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Als Komponist stammen von ihm Orchesterwerke, Vokalwerke und Kammermusik. Dafür erhielt er den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europa Publications Limited: International Who's Who in Music (Europa International Who's Who in Classical Music). Europa Publications Ltd; Auflage: 17th Revised ed., London, England, 2000, ISBN 0-948875-53-4, S. 165.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verfolgung durch den kommunistischen Geheimdienst aufgrund seiner sudetendeutschen Herkunft, nach seinen eigenen Angaben starb sein Vater an den Folgen der Verfolgung als Sudetendeutscher durch das kommunistische Regime. Dorda, Interview, Scriptum 2008, siehe Weblinks
  2. Dorda Piezoresistance in quantized conduction bands in silicon inversion layers, J. Appl. Phys., 42, 1971, 2053–2060
  3. Dorda Surface Quantization in Semiconductors, Festkörperprobleme XIII, Springer Verlag, 1973, S. 215–239
  4. von Klitzing K., Dorda G. und Pepper M., New Method for High-Accuracy Determination of the Fine-Structure Constant Based on Quantized Hall Resistance, Phys. Rev. Lett., Band 45, 1980, S. 494–497
  5. Er veröffentlichte dazu u. a. Quantisierte Zeit und die Vereinheitlichung von Gravitation und Elektromagnetismus, Cuvillier Verlag, Göttingen 2010, Quantization Aspects of Sound and Time, Schriften der Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, München, Band 22, 2001, S. 69–96, Sun, Earth, Moon – the Influence of Gravity on the Development of Organic Structures. Part I: The Influence of the Sun and the Perception of Time. Part II: The Influence of the Moon, Schriften der Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, München, Band 25, 2004, S. 9–44, The Crisis of Today´s Physics and a Model for its Overcoming, Schriften der Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, München, Band 28, 2008, S. 57–79