Gesichtsbogen

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Der Gesichtsbogen (Syn: Transferbogen) ist ein Gerät, das die Übertragung individuell am Patienten gemessener Parameter in den Artikulator ermöglicht. Er dient der Lagebestimmung des Oberkiefers (Maxilla) im Verhältnis zur Schädelbasis bzw. zum Kiefergelenk. Dazu wird der Gesichtsbogen beidseitig am äußeren Gehörgang mit den Oliven, sowie mit einer Nasenstütze am Kopf des Patienten fixiert. Anschließend wird die Bissgabel (mit erwärmter Referenzmasse) gegen die Kauflächen bzw. Schneidekanten der Oberkieferzähne gedrückt. Nun wird die Bissgabel mit Hilfe eines Gelenks fest am Gesichtsbogen verschraubt. Damit ist die Registrierung am Patienten abgeschlossen.

Im nächsten Schritt wird der Gesichtsbogen am Artikulator befestigt und anschließend das Oberkiefermodell auf der Bissgabel sitzend einartikuliert. Das Unterkiefermodell wird anhand der Kieferrelationsbestimmung (früher: Bissnahme)[1] (Wachs, Silikon...) zum Oberkiefermodell passend einartikuliert.

Wird kein Gesichtsbogen verwendet, muss man sich einer standardisierten Eingipslehre bedienen. Dies kann dazu führen, dass die Okklusion bei dem neuen Zahnersatz nicht korrekt im Labor eingestellt werden kann. Inwieweit der erreichte Vorteil lediglich einen akademischen Unterschied darstellt, wird kontrovers diskutiert und hängt in großem Maße von den kephalometrischen Maßen des Patienten ab. Es gibt vergleichende Studien, die aus Patientensicht keinen höheren Tragekomfort von unter Anwendung eines Gesichtsbogens gefertigten Prothesen zeigen konnten.

Patient mit angelegtem Gesichtsbogen
Modell mit Gesichtsbogen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Terminologie & Nomenklatur der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie (DGFTD) und der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGzPW), V 2.0 vom 1. September 2005, abgerufen am 14. April 2013

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lexikon Zahnmedizin Zahntechnik, Urban & Fischer, 2000 München - Jena
  • G. Heydecke, M. Vogeler, M. Wolkewitz, J. C. Türp, J. R. Strub: Simplified versus comprehensive fabrication of complete dentures: patient ratings of denture satisfaction from a randomized crossover trial Quintessence Int. 2008 Feb;39(2):107-16
  • Y. Kawai, H. Murakami, B. Shariati, E. Klemetti, J. V. Blomfield, L. Billette, J. P. Lund, J. S. Feine: Do traditional techniques produce better conventional complete dentures than simplified techniques? J Dent. 2005 Sep;33(8):659-68