Ghazi I.

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Ghazi, König des Irak
Mercedes-Benz 500 K mit Erdmann-&-Rossi-Karosserie für Ghazi I. (1935)

Ghazi I. (arabisch غازي الأول, DMG Ġāzī al-awwal; * 21. März 1912 in Mekka; † 4. April 1939 bei Bagdad) oder Ghasi bin Faisal war von 1933 bis zu seinem Tod König des Irak.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghazi wurde 1912 als Sohn von Faisal I. geboren und übernahm 1933 nach dessen Tod die Regierung im Irak. Nach dem Ende der britischen Mandatsherrschaft und der Unabhängigkeit des Königreiches Irak kam es 1933 zum Assyrermassaker an den nestorianischen Christen im Irak, die den Briten als Hilfstruppen während ihrer Mandatsherrschaft gedient hatten. Er förderte den Nationalismus gegen die britische Dominanz und duldete 1936 einen Militärputsch. Damit gewann das Militär in der irakischen Politik zunehmend an Bedeutung.

Am 25. Januar 1934 heiratete er in Bagdad die Prinzessin Aliya bint Ali, Tochter des Ali ibn Hussein, des Königs des Hedschas und Enkelin des Hussein ibn Ali. Ihr einziger Sohn war Faisal II., der am 2. Mai 1935 geboren wurde.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der König erlitt am 4. April 1939 eine tödliche Schädelfraktur, als er unter Alkoholeinfluss einen Autounfall verursachte. In der irakischen Bevölkerung und Nationalistenkreisen wurde mitunter ein Attentat irakischer Kontrahenten oder der britischen Regierung vermutet. Bis heute konnte die Theorie nicht durch Beweise erhärtet werden.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Phebe Marr: The Modern History of Iraq. 3. Auflage. Boulder, 2011, S. 50ff.