Giacomo Torelli

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Giacomo Torelli (Pseudonym: Giulio del Colle; * 1608 in Fano; † 1678 ebenda) war ein italienischer Maler, Architekt und Bühnenbildner (Quadraturmalerei) des Barock.

Bühnenbild für La Finta Pazza (Paris 1645)

Torelli erfand Bühnenwagen unter der Bühne, die mit Seilen und Flaschenzug verbunden waren. Man schrieb ihm die Erfindung eines Systems aus Gegengewichten und Hebeln zu, mit dem sich auf einen Schlag ein Szenenwechsel vollführen ließ.[1] Nach dem Tod Ludwigs XIII. 1643 entwickelte sich unter dem regierenden Minister Kardinal Mazarin in Paris ein reges Kommen und Gehen italienischer Künstler, im Umfeld der Königin Anna von Österreich häuften sich die von jenen dargebotenen Konzerte. Bei Mazarin keimte die Idee der Aufführung einer Oper und der erste Schritt zur Verwirklichung war die Abwerbung des bekannten Bühnenbildners Torelli vom Herzog von Parma. So erfolgreich war er 1645 beim ersten Mal, dass man, da die Erinnerung unbedingt erhalten bleiben sollte, die Bühnenbilder der Oper La Finta Pazza wie aufgeführt im Theater Petit-Bourbon in Stichen festhielt.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Scene e machine preparate alle Nozze di Teti, balletto reale, representato nella sala del piccolo Borbone et da Giacomo Torelli inventore, dedicate all’Eminentissimo Prencipe Cardinal Mazzarino. Paris 1654

Literatur[Bearbeiten]

  • Per Bjurström: Giacomo Torelli and baroque stage design. Nationalmuseum, Stockholm 1961.
  • Susan Crabtree, Peter Beudert: Scenic Art for the Theatre: History, Tools and Techniques. Elsevier 2004, ISBN 0240804627, S. 380f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henry Prunières: L'Opéra italien en France avant Lully, Librairie Ancienne Honoré Champion, Paris 1913, S. 68.
  2. Philippe Beaussant: Lully ou Le musicien du Soleil, Gallimard/Théâtre des Champs-Élysées, [Paris] 1992, S. 54.