Gilbert Baker (Künstler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gilbert Baker (2012)

Gilbert Baker (geboren 2. Juni 1951 in Chanute, Kansas; gestorben 31. März 2017 in New York City)[1] war ein US-amerikanischer Künstler und Aktivist der Lesben- und Schwulenbewegung. Er entwarf 1978 die Regenbogenfahne als deren weltweites Symbol.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gilbert Baker wuchs auf in Parsons, Kansas, zusammen mit seiner Schwester Ardonna, als Sohn einer Lehrerin und eines Richters. Seine Großmutter war dort Inhaberin einer Damen-Boutique[2]. Er verbrachte ein Jahr im College, bevor er von 1970 bis 1972 in der US Army diente[3]. Als stationierter Soldat in San Francisco erlebte er die Anfänge der Frauen-, Bürgerrechtler- und Schwulenbewegung. Nach seiner ehrenvollen Entlassung aus der Army brachte er sich selbst das Schneiderhandwerk bei.

1978 kreierte Baker die erste Auffassung der Regenbogenflagge als Mitglied eines Schwulenbewegungskollektivs.[4] Er weigerte sich das Muster zu schützen, da er es als Symbol der LGBT-Gemeinschaft sah.

Ab 1979 arbeitete er bei der Paramount Flag Company in San Francisco. Er fertigte unter anderem Entwürfe für Dianne Feinstein, den Premierminister Chinas, die Staatspräsidenten von Frankreich, Venezuela und der Philippinen sowie den König von Spanien. Ebenso designte er Kreationen für diverse zivilgesellschaftliche Anlässe und die San Francisco Gay Pride. Im Jahr 1984 entwarf er Fahnen für die Democratic National Convention.

1994 zog Baker nach New York City, wo er bis zu seinem Tod lebte. Im selben Jahr schuf er aus Anlass des 25. Jahrestages der Stonewall Riots von 1969 die damals weltgrößte Flagge. 2003 überbot er seinen eigenen Rekord mit einer Regenbogenfahne, die sich über 1,25 Meilen (ca. 2 km) vom Golf von Mexiko bis nach Key West am Atlantik erstreckte[5]. Teilstücke dieser Flagge sandte er anschließend an 100 Städte auf der Welt.

Baker benutzte oft den Drag-Queen-Namen „Busty Ross“. Der Name bezieht sich auf Bakers Schöpfung der Regenbogenfahne und schafft eine Verbindung zu Betsy Ross, die die erste Flagge der Vereinigten Staaten genäht haben soll.[6] Gilbert Baker starb im Alter von 65 Jahren an seiner Herz-Kreislauf-Erkrankung infolge von Bluthochdruck.[7]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juni 2017, Bakers 66. Geburtstag und 63 Tage nach dessen Tod, veröffentlichte Google ein Doodle mit der Regenbogenfahne, um ihm Respekt zu zollen.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gilbert Baker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erin Allday: Gilbert Baker, designer of gay pride rainbow flag, dies. In: San Francisco Chronicle. 1. April 2017, abgerufen am 2. April 2017.
  2. Ana Swanson: How the rainbow became the symbol of gay pride. The Washington Post. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  3. https://www.nytimes.com/2017/03/31/us/obituary-gilbert-baker-rainbow-flag.html
  4. Gilbert Baker, Gay Activist Who Created the Rainbow Flag, Dies at 65. In: The New York Times, 31. März 2017. Abgerufen am 1. April 2017. 
  5. @onlyinsf - Official visitor information for San Francisco: A Brief History of the Rainbow Flag. In: http://www.sftravel.com. San Francisco Travel Association, 2017, abgerufen im 2017 (englisch).
  6. The Gay Betsy Ross auf YouTube
  7. Gilbert Baker, rainbow flag creator, dies. 6. April 2016, abgerufen am 2. Juni 2017 (englisch).
  8. Kim Berkemeyer: Gilbert Baker: Google Doodle ehrt Schöpfer der Regenbogen-Symbolik. In: chip.de. 2. Juni 2017, abgerufen am 2. Juni 2017.