Glassdoor

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Glassdoor

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Rechtsform Incorporated
Gründung 2007
Sitz Mill Valley, Kalifornien, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
Leitung Robert Hohman (CEO)
Branche Internetunternehmen
Website glassdoor.com glassdoor.de glassdoor.at glassdoor.ch

Glassdoor ist eine Website, auf der Unternehmen von ehemaligen oder aktuellen Mitarbeitern bewertet werden können.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glassdoor wurde 2007 von Tim Besse, Rich Barton (Vorstandsvorsitzender) und Robert Hohman (CEO) gegründet. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Mill Valley, Kalifornien, und das Unternehmen hat europäische Standorte in London und Dublin.[1]

Website[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2008 brachte Glassdoor seine Website für Arbeitgeberbewertungen auf den Markt, die nach Techcrunch „anonyme Bewertungen und Gehälter von Mitarbeitern bei Großunternehmen sammelt und anonymisiert veröffentlicht, sodass diese für alle Nutzer zu sehen sind“. Glassdoor berechnete dann den Durchschnitt der geposteten Gehälter und zeigte diese auf der Website neben den von Mitarbeitern abgegebenen Bewertungen des Managements und der Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers. Unter den bewerteten Unternehmen waren unter anderem größere Tech-Unternehmen wie Google und Yahoo. Auch das Posten anderer Medien, wie z. B. Fotos, ist auf der Website möglich.

Später begann Glassdoor sich auf Geschäftsführer und Arbeitsplätze, sowie die gesamte Arbeitserfahrung bei einem bestimmten Unternehmen zu konzentrieren. Bewertungen auf Glassdoor werden von Nutzern geschrieben und die Gesamtbewertung eines Arbeitgebers ergibt sich aus dem Durchschnitt dieser von Nutzern geschriebenen Bewertungen. Jedes Jahr erstellt Glassdoor ein Ranking der Unternehmen mit der höchsten Gesamtbewertung, um den Glassdoor-Award für Mitarbeiterzufriedenheit zu verleihen, der auch als Beste Arbeitgeber bekannt ist. Die Voraussetzungen für die Awards sind für Groß- und Kleinunternehmen unterschiedlich, um die Anonymität der bei kleineren Unternehmen eingestellten Nutzer zu sichern.

Im Jahr 2010 brachte Glassdoor eine kostenpflichtige Funktion auf den Markt, das „Erweiterte Arbeitgeberprofil“. Dies ermöglicht Arbeitgebern ihre eigenen Inhalte auf ihrem Profil auf Glassdoor zu veröffentlichen, wie z. B. Biographien ihrer Führungskräfte, Stellenanzeigen, Links zu sozialen Medien und Empfehlungen.

Nutzer können auf Glassdoor auch Bewerbungsgesprächfragen posten, die während eines Vorstellungsgesprächs bei einem bestimmten Unternehmen gestellt wurden, sowie andere Informationen, die Jobsuchenden bei einer Bewerbung helfen können.

2015 hatte Glassdoor 30 Millionen Nutzer aus 190 verschiedenen Ländern und ein Drittel aller Fortune 500-Unternehmen waren Glassdoor-Kunden. In diesem Jahr begann Glassdoor auch international zu expandieren, indem das Unternehmen eine lokalisierte Version der Website und App, z. B. in Deutschland und Österreich, anbot.

Im September 2016 übernahm Glassdoor das brasilianische Unternehmen Love Mondays, um seine internationale Präsenz in Lateinamerika aufzubauen.

Berichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glassdoor erstellt anhand seiner Daten, die durch von Nutzern gepostete Inhalte generiert werden, Berichte.[2] In der Vergangenheit wurden Berichte zu unterschiedlichen Themen erstellt, wie z. B. Work-Life-Balance, Gehaltsvergleiche, Listen der besten Büros und Unternehmenskulturen und die Genauigkeit von Maximen bezüglich der Jobsuche. Glassdoor-Daten wurden in der Vergangenheit auch von Dritten benutzt, um die Wirkungen von Gehaltstrends auf Unternehmensumsatzschwankungen zu analysieren.[3]

2015 erstellte Tom Lakin den ersten Bericht von Glassdoor im Vereinigten Königreich. Aus dem Bericht geht hervor, dass Glassdoor und ähnliche Seiten vertrauenswürdiger als Karriere-Guides oder offizielle Unternehmensdokumente sind.[4][5]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 erhielt Glassdoor vor der Einführung der Website eine Basisfinanzierung von 3 Millionen US-Dollar.[6] 2012 erhielt Glassdoor Risikokapital in Höhe von 20 Millionen Dollar. Im darauffolgenden Jahr nahm Glassdoor zusätzlich 50 Millionen Dollar auf. Insgesamt betrug die Fremdfinanzierung zu diesem Zeitpunkt 92 Millionen Dollar.

Im Rahmen einer Finanzierungsrunde, die von Google Capital geführt wurde, brachte Glassdoor im Jahr 2015 weitere 70 Millionen Dollar auf, womit Glassdoor eine Unternehmensbewertung von knapp 1 Milliarde Dollar erreichte. 2016 brachte Glassdoor von Anlegern weitere 30 Millionen Dollar auf und der Gesamtbeitrag aller Investitionen stieg damit auf 200 Millionen Dollar an.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nick Wingfield: The Art of ‘Something From Nothing’. In: The New York Times. 13. April 2014, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  2. Glassdoor: Of the top 25 U.S. jobs for work-life balance in 2015, 10 are in the tech industry | VentureBeat. Abgerufen am 4. Januar 2018 (amerikanisches Englisch).
  3. Maxwell Murphy: Glassdoor Offers Sneak Peek Into Coming CEO Pay-Ratio Disclosures. In: WSJ. 25. August 2015, abgerufen am 4. Januar 2018 (amerikanisches Englisch).
  4. Why you shouldn't ignore Glassdoor. Abgerufen am 4. Januar 2018.
  5. Glassdoor trusted more than employers. Abgerufen am 4. Januar 2018.
  6. Contributor: Stealth Startup Glassdoor.com Takes $3 Million Series B. In: TechCrunch. (techcrunch.com [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  7. Julie Verhage: Glassdoor Raises New Funding at a Higher Valuation While Public Markets Struggle. In: Bloomberg Markets. 3. Juni 2016, abgerufen am 8. November 2016 (englisch).