Gleisstopfmaschine

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Gleisstopfmaschine der Gleisbaufirma »Schweerbau« für zwei Schwellen in Transportstellung
Stopfaggregat einer Universalstopfmaschine 08-4x4/4S-RT von Plasser & Theurer
Gleisstopfmaschine in Aktion

Eine Gleisstopfmaschine ist ein Eisenbahnspezialfahrzeug zum Stopfen des Oberbaus. Üblicherweise sind Stopfmaschinen seit den 1970er Jahren gleichzeitig in der Lage, den Gleisrost zu richten. Besondere Richtmaschinen sind dadurch in der Regel nicht mehr erforderlich. Neben den selbstfahrenden Stopfmaschinen existieren auch kleine, manuell angesetzte Handstopfgeräte.

Arbeitsweise[Bearbeiten]

Beim maschinellen Stopfen werden bei geringfügig angehobenem Gleis je Schienen-Schwellen-Auflagepunkt vier oder acht stählerne Stopfpickel vibrierend von oben in das Schotterbett eingetaucht. Die Pickel schwingen dabei mit 35 Hz Frequenz horizontal und kleine Wirkflächen an deren Ende bauen und verdichten die Schotterpackung unter dieser Schwelle, während die Pickel vibrierend langsam hochgezogen werden. Gleisstopfmaschinen gibt es seit 1965 für das gleichzeitige Stopfen von zwei, heute oft von drei, seit 2005 auch von vier Schwellen. Grundlegende Patente für die Asynchrone Druck-Vibrationsstopfung wurden 1953 erteilt.

Moderne Stopfmaschinen können bis 2300 Meter Gleis pro Stunde bearbeiten. Diese Maschinen bewegen sich kontinuierlich in langsamer Fahrt über das Gleis, während nur die auf einem längsbeweglichen Schlitten im Hauptrahmen gelagerten Stopfaggregate über den zu stopfenden Schwellen stehen bleiben, bis der Stopfvorgang beendet ist. Danach bewegt sich der Schlitten schnell zur nächsten Schwellengruppe. Bei älteren Maschinen musste jeweils das gesamte Fahrzeug angehalten und weiterbewegt werden. Die Hebeeinrichtung umfasst die Schienenköpfe beidseitig mit Rollen und dient gleichzeitig als Richtwagen.

Bei Weichenstopfmaschinen sind die Stopfaggregate und die Stopfpickel einzeln seiten- und längsverschieb- und positionierbar und die Bedienerplätze befinden sich unmittelbar daneben mit Blick auf den Arbeitsbereich. Im Weichenstopfmodus werden die Schienen durch verstellbare Haken entweder unter dem Schienenfuß oder -kopf umfasst und damit gehoben und gerichtet. Rollensätze sind aus geometrischen und Platzgründen in Weichen nicht nutzbar. Weichenstopfmaschinen sind als Universalstopfmaschinen in der Regel auch im Gleis nutzbar, jedoch erreichen sie nicht die dieselben Leistungen wie spezialisierte Gleisstopfmaschinen. Universalstopfmaschinen gibt es für das gleichzeitige Bearbeiten von bis zu zwei Schwellen.

Für Netze mit abweichenden Parametern bei Lichtraumprofil und Gleisgeometrie wie Straßen-, Stadt- und U-Bahnen gibt es speziell angepasste Stopfmaschinen, fallweise mit tauschbaren Radsätzen.

Zu den wenigen Herstellern von Gleisstopfmaschinen gehören die Unternehmen Plasser & Theurer aus Österreich und Matisa aus der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

1916 setzt die Preußische Staatseisenbahnen die ersten Handstopfgeräte ein. Die druckluftbetriebenen Stopfer wurden von einem fahrbaren elektrische Kompressor versorgt, an dem mehrere Geräte angeschlossen werden konnten. Der Strom wurde aus einem ebenfalls fahrbaren benzinbetriebenen Generator bezogen.[1]

1938 wurde in der Schweizerischen Bauzeitung die erste selbstfahrende Stopfmaschine von der Firma Scheuchzer in Renens bei Lausanne vorgestellt.[2]

1953 entwickelte Plasser & Theurer die erste hydraulische Stopfmaschine.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Marx, Detlef Bugenhagen, Dietmar Moßmann: Arbeitsverfahren für die Instandhaltung des Oberbaus, Eisenbahn-Fachverlag, ISBN 3-9801093-7-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neue Geleise-Stopfmaschine. In: Schweizerische Bauzeitung, Band 70 (1917), Seite 36. doi:10.5169/seals-33916
  2. Geleisestopf-Maschine System „Scheuchzer“. In: Schweizerische Bauzeitung, Band 111/112 (1938) doi:10.5169/seals-49850.