Gleisverwerfung

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Gleisverwerfung in Gütersloh auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn
Eine als Langsamfahrstelle gekennzeichnete leichte Gleisverwerfung.

Eine Gleisverwerfung ist eine unbeabsichtigte Verformung von Eisenbahn- oder Straßenbahngleisen, die ein gefahrloses Befahren des betroffenen Gleises nicht mehr erlaubt. Gleisverwerfungen entstehen in der Regel durch thermische Längung der Schienen bei großer Sommerhitze.

Eisenbahngleise sind so ausgelegt, dass die thermischen Kräfte, die zu einer Ausdehnung der Schienen bei Wärme führen würden, vom Unterbau aufgenommen werden, also keine Ausdehnung der Schienen stattfindet. Kann der Unterbau diese Kräfte nicht mehr aufnehmen, beispielsweise aufgrund mangelhafter Verlegung, mangelhafter Unterhaltung oder extremer Hitze, kommt es dennoch in seltenen Fällen zu einer Ausdehnung der Schienen, so dass der Gleisstrang verformt wird und Schlangenlinien bildet. Wird eine solche Gleisverwerfung nicht rechtzeitig entdeckt, kann es zu einem Unfall etwa durch Entgleisung kommen. Eine Gleisverwerfung kann sich unmittelbar im Augenblick des Befahrens ausbilden, da hierbei zusätzliche dynamische Kräfte durch das Schienenfahrzeug auf ein bereits stark belastetes Gleis wirken kann.

Verbogene Schienenstücke wurden durch Thermit-Schweißung ersetzt. Im Gleisbereich tritt durch Sonnenstrahlung Erhitzung bis auf 80 °C auf. Streckenweise wird ein Tankwaggon eingesetzt um durch Besprengen mit Wasser das Gleis zu kühlen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Köstermann, Sladek, Meißner, DVS (Hrsg.): Handbuch der Schienentechnik. Werkstoffe, Herstellung und Bearbeitung, Qualitätssicherung. DVS Media, ISBN 3871552186, S. 184.

Einzelnachweise[Bearbeiten]