Drenas

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Drenas/Drenasi1
Glogovac/Глоговац2
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Drenas (Kosovo)
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Basisdaten
Staat: Kosovo3
Gemeinde: Drenas
Koordinaten: 42° 37′ N, 20° 54′ OKoordinaten: 42° 37′ 25″ N, 20° 53′ 38″ O
Höhe: 592 m ü. A.
Einwohner: 58.579 (2011)
Telefonvorwahl: +383 (0) 584
Postleitzahl: 13 000
Kfz-Kennzeichen: 01
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Großgemeinde
Bürgermeister: Nexhat Demaku (PDK)
Website:
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)
3 Die Unabhängigkeit des Kosovo ist umstritten. Serbien betrachtet das Land weiterhin als serbische Provinz.
Großgemeinde innerhalb Kosovos

Drenas (albanisch auch Drenasi, serbisch Глоговац/Glogovac) ist eine Stadt im Zentrum des Kosovo und liegt in der Region Drenica, die den Westen vom Osten Kosovos teilt. Sie ist Amtssitz der gleichnamigen Gemeinde.

Der Ort war während des Kosovokrieges Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen. Auch kam es in dem Ort von Seiten der jugoslawischen Armee zu Verbrechen an albanischen Zivilisten.[1]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Albanischen wird für die Stadt mittlerweile am häufigsten Drenas verwendet. Gllogoc und Gllogovc sind alternative Bezeichnungen, die heute eher selten gebraucht werden. Nachdem sich erstere Bezeichnung vor allem in der lokalen Umgangssprache etabliert hat, wird Drenas nun auch auf Verwaltungsebene genutzt und hat dort die Bezeichnungen Gllogoc bzw. Gllogovc abgelöst.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Drenas umfasst etwa 290 Quadratkilometer Fläche und befindet sich im zentralen Teil des Landes, zwischen den Čičavica-Bergen im Osten und den Drenica-Hügeln im Norden und Westen, etwa 30 Kilometer westlich der Hauptstadt Pristina. Die wichtigste Straße von Pristina nach Peja führt durch die Gemeinde. Von dieser Straße ausgehend zweigt an einer Kreuzung im Dorf Komoran eine kleinere Straße nach Norden von der Hauptstraße ab, die durch die Stadt Drenas selbst verläuft und nach Skënderaj weiterführt. [2]

Durch Drenas fließt der Bach Lumi i Gllobarit, welcher mit dem Lumë i vogël in der Nähe des Lumëbardhi zusammentrifft und in den Fluss Drenica mündet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt Drenas allein leben gemäß 2011 durchgeführter Volkszählung 6143 Personen, davon 6129 (99,77 %) Albaner.[3]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus der Stadt selbst und ca. 36 umliegenden Ortschaften. Die Einwohnerzahl lag 2011 bei 58.531, wovon sich 58.445 (99,85 %) als Albaner bezeichneten.[3] Seit dem Kosovokrieg wird die Gemeinde faktisch monoethnisch von Albanern bewohnt. Davor gab es eine – jedoch nur geringe – Anzahl an Serben; sie haben die Gemeinde so gut wie vollzählig verlassen.[4]

Wirtschaft und Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komposition der Trainkos von Drenas Richtung Bergwerk

Die Wirtschaft ist landwirtschaftlich geprägt, hauptsächlich mit Weizen- und Maisanbau. Im Jahr 2009 war ein Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche, welche als Folge des Kosovokrieges verlorengegangen war, noch nicht wieder kultiviert. Neben einer größeren Anzahl kleiner Familienunternehmen in Handwerk und Gewerbe ist der in US-amerikanischen Besitz stehende, Eisennickelkies verarbeitende Bergbaubetrieb Feronikel[5] mit etwa 1000 Beschäftigten der weitaus größte Arbeitgeber im Ort. Mangelnde Einhaltung von Arbeitsschutz- und Umweltbestimmungen führen hier immer wieder zu schweren Unfällen und zu einer starken Umweltbelastung der Umgebung.[6]

Ein Gesundheitszentrum, sieben kleinere Kliniken und einige Arztpraxen dienen der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Drenas. Nach Angaben der OSZE war im Jahr 2009 Mangel an ausreichenden Mengen von Medizin, speziellen Ausrüstungen und ausgebildetem Personal spürbar.[4]

Religion und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Islam ist die am meisten verbreitete Religion in der Gemeinde; es gibt eine Moschee in der Stadt und sieben weitere in den Dörfern. Der Islam ist sunnitisch geprägt. Daneben existiert eine kleine römisch-katholische Minderheit, die aber keine Kirchen besitzt. Die serbisch-orthodoxe Kirche hat ebenfalls kein Kirchgebäude in der Gemeinde, weil es sich nicht um ein traditionelles Siedlungsgebiet der Serben handelte.[7]

Vor den gewaltsamen Konflikten der 1990er Jahre hatte die Gemeinde sieben öffentliche Bibliotheken mit rund 73.000 Büchern. Davon befanden sich rund 12.000 Bücher im Besitz der Stadt-Bibliothek, während die Niederlassungen in Tërstenik, Komoran, Arllat, Sankoc, Baicë und Gradicë die weiteren 61.000 Bücher aufbewahrten. Im Kosovokrieg wurden die Bibliotheken in Drenas und die Zweigstelle in Baicë jedoch vollkommen zerstört. Heute besitzt die Stadt eine neue Bibliothek mit etwa 6500 Büchern. [8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Glogovac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.hrw.org/reports/2001/kosovo/undword-04.htm, Human Rights Watch 1999, abgerufen am 3. Juni 2015.
  2. http://kk.rks-gov.net/gllogoc/City-guide/History.aspx
  3. a b Popullsia e komunës së Gllogocit sipas vendbanimit, gjinisë dhe etnicitetit 2011. Statistikagentur des Kosovo, abgerufen am 15. Mai 2017 (albanisch).
  4. a b OSCE Profile of Glogovac. OSCE, September 2009, abgerufen am 17. April 2011.
  5. [1]
  6. Feronikel- Vom Stolz der Gemeinde Drenas- zur Gefahr. Kosova aktuell, 28. August 2011, abgerufen am 9. November 2015.
  7. Municipal Profile. OSCE Mission in Kosovo, Juni 2006, abgerufen am 23. April 2011 (PDF; 291 kB, englisch).
  8. IFLA/FAIFE report / April 2000 / Libraries in Kosova/Kosovo. International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA), April 2000, abgerufen am 23. April 2011 (englisch).