Skënderaj

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Dieser Artikel behandelt eine Stadt im Kosovo. Zum albanischen Sänger siehe Alban Skenderaj.
Skënderaj/Skënderaji1
Srbica/Србица2
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Skënderaj (Kosovo)
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Basisdaten
Staat: Kosovo3
Bezirk: Verwaltungsbezirk Mitrovica
Koordinaten: 42° 45′ N, 20° 47′ OKoordinaten: 42° 44′ 51″ N, 20° 47′ 17″ O
Fläche: 378,4 km²
Einwohner: 50.858 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +383 (0) 285
Postleitzahl: 41000
Kfz-Kennzeichen: 02
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Großgemeinde
Bürgermeister: Sami Lushtaku (PDK)
Postanschrift: Rruga Adem Jashari,
41000 Skënderaj
Website:
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)
3 Die Unabhängigkeit des Kosovo ist umstritten. Serbien betrachtet das Land weiterhin als serbische Provinz.

Skënderaj [ˌskənˈdɛˑɾaj] (albanisch auch Skënderaji, serbisch Србица/Srbica) ist eine Stadt und Amtssitz der gleichnamigen Großgemeinde im Norden des Kosovo, welche 50.858 Einwohner zählt (Stand: 2011).[1]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der albanische Name der Stadt, Skënderaj, soll nach Gjergj Kastrioti (1405–1468), genannt Skënderbeu bzw. Skanderbeg (zu deutsch „Herr/Fürst Alexander“) benannt sein – die türkische Form des griechischen Vornamens „Alexander“ (İskender) –, der sich im späten Mittelalter einen Namen als Kämpfer gegen die Osmanen machte und heute von den Albanern als Nationalheld gefeiert wird.

Der serbische Name der Stadt, Srbica, wird vom Wortstamm srb sowie der Endung -ica gebildet, einer typischen Ortsnamenendung bzw. Suffix mit slawischem Ursprung. Er bedeutet im heutigen Sinne übersetzt „Serbenort“.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skënderaj liegt mitten in der hügeligen Landschaft Drenica im Norden des Landes auf einer mittleren Höhe von 600 Meter über Meer. Die Hauptstadt Pristina ist etwa 50 Kilometer im Südosten entfernt. Die wichtigste Stadt Nordkosovos, Mitrovica, liegt 25 Kilometer im Nordosten.

Durch die Stadt fließt die Klina, ein linker Nebenarm des Weißen Drins, der anschließend in die Ebene Metochien (alb. Dukagjin; serb. Metohija Метохија) eintritt.

Die Großgemeinde Skënderaj umfasst eine Fläche von 378 Quadratkilometern; der höchste Punkt ist die Qyqavica mit 1117 Meter Höhe über Meer. In der Region herrscht Kontinentalklima.

In den benachbarten Orten im Osten und Südosten, genauer in Prekaz und Polac, wurden nach wissenschaftlichen Bodenuntersuchungen in den Jahren 1983/84 große Kohlevorkommen gefunden. In einer Tiefe von zehn bis 15 Meter gibt es eine Kohlereserve von 7 Mio. Tonnen.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenstadt von Skënderaj

Die Einwohnerzahl der gesamten Großgemeinde, welche aus der Stadt selbst und etwa 50 weiteren Ortschaften besteht, liegt gemäß Volkszählung 2011 bei 50.858. Davon leben 6.612 in Skënderaj allein.[3] Knapp 40 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 20 Jahre alt.[1]

Die ethnische Verteilung sah 2011 wie folgt aus:[4]

Volksgruppe Stadtgebiet Gemeindegebiet
Albaner 6.582 50.685 (99,66 %)
Serben 0 50 (0,1 %)
Bosniaken 17 42 (0,08 %)
Aschkali 0 10 (0,02 %)
Andere/Keine Antwort 13 71 (0,14 %)
Gesamtbevölkerung 6.612 50.858 (100 %)

Verwaltung und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großgemeinde Skënderaj innerhalb Kosovos

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat (albanisch Kuvendi i Komunës; serbisch Skupština opštine/Скупштина општине) übernimmt legislative Funktionen und muss unter anderem über den Haushaltsplan abstimmen. Er besteht in Skënderaj laut Statut aus 31 Mitgliedern.[5] 26 davon gehören der Demokratischen Partei des Kosovo (PDK) an, die im zentralen Kosovo ihre größten Hochburgen hat. Drei Gemeinderäte sind Mitglieder des Demokratischen Bündnisses Dardaniens (LDD) und je einer gehört der Allianz Neues Kosovo (AKR) bzw. der Demokratischen Liga des Kosovo (LDK) an.[6]

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den letzten Kommunalwahlen von 2009 ist Sami Lushtaku (PDK) Bürgermeister.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skënderaj unterhält mit Sigmaringen in Baden-Württemberg eine Städtepartnerschaft.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft beschäftigt die meisten Personen, wobei meist nur Subsistenzwirtschaft betrieben wird. Das Wirtschaftsleben wird großenteils von privaten Kleinbetrieben bestritten, insbesondere von Geschäften und Restaurants. Laut OSZE-Bericht vom Januar 2013 sind in Skënderaj 810 Selbständige registriert. Daneben gibt es zwei privatisierte Fabriken, ein Ziegelwerk und eine Getreidemühle, die mehrere Hundert Personen beschäftigen. Ein weiterer, eher kleiner Teil der Beschäftigten ist in der Stadtverwaltung angestellt. Zur Arbeitslosenrate gibt es keine offiziellen Angaben.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radio Drenica ist der größte Radiosender in der Region Drenica.[9]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der lokale Fußballverein KF Drenica spielt zurzeit in der höchsten Liga, der Raiffeisen Superliga.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Skënderaj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Volkszählung Kosovo 2011. Agjencia e Statistikave të Kosovës, abgerufen am 10. November 2012 (englisch, PDF-Datei, 3.91 MB; S. 134).
  2. Geographie. Abgerufen am 10. November 2012 (albanisch).
  3. Regjistrimi i Popullsisë në Kosovë 2011. Statistikagentur des Kosovo, S. 47-48, abgerufen am 12. Juli 2016 (PDF, albanisch).
  4. Kosovo Census 2011 (PDF; 4,1 MB), S. 143
  5. Kuvendi i Komunës (Gemeinderat). Offizielle Internetseite der Großgemeinde Skënderaj, abgerufen am 21. Mai 2013 (albanisch).
  6. Ergebnisse der Wahlen zu den Gemeinderäten im Kosovo 2009. Zentrale Wahlkommission des Kosovo, abgerufen am 21. Mai 2013 (albanisch, PDF-Datei, 282 kB).
  7. Ergebnisse der Wahlen zu den Bürgermeisterämtern im Kosovo 2009. Zentrale Wahlkommission des Kosovo, abgerufen am 21. Mai 2013 (albanisch, PDF-Datei, 238 kB).
  8. a b Njoftim nga Zyra Komunale në Skënderaj: Kryetari i Skënderajt Sami Lushtaku qëndroi për vizitë në Sigmaringen të RF të Gjermanisë (Bekanntmachung der Gemeindeverwaltung in Skënderaj: der Bürgermeister Sami Lushtaku besuchte Sigmaringen in der Bundesrepublik Deutschland). Drenica Press, 24. Januar 2013, abgerufen am 21. Mai 2013 (albanisch).
  9. Internetseite von Radio Drenica. Abgerufen am 10. November 2012 (albanisch).