Glue Logic

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Beispiel: Der Mikro­controller (im Bild links, hier ein 80C51) hat einen gemulti­plexten Adress- und Datenbus, während der angebun­dene Speicher (im Bild rechts, hier ein EPROM) getrennte Adress- und Datenbusse hat; um die beiden Teile verbinden zu können, ist als Glue-Logic ein Register (Latch, im Bild mittig, z. B. 74373) not­wendig, das bei der Adres­sierungs­phase des gemulti­plexten Busses einen Teil der Adresse übernimmt und ihn während der darauf­folgenden Zugriffs­phase für den Adress­bus des Speichers hält; der Mikro­controller steuert das Latch mittels des Signals ALE (address latch enable)

Der englische Begriff Glue Logic (dt. „Klebstofflogik“ im Sinne von Verbindungslogik) bezeichnet eine mitunter verhältnismäßig einfache logische Schaltung, die zur Verbindung zweier zunächst inkompatibler Hardwarekomponenten entworfen wurde. Die Glue Logic selbst hat außer der Verbindung der Komponenten keinen weiteren Nutzen. Ein typisches Beispiel ist eine Schaltung (Speichercontroller) zur Zusammenschaltung eines Mikroprozessors mit DRAM-Bausteinen; DRAM hat eine andere Busstruktur als übliche Mikroprozessoren und ist zudem meist wesentlich langsamer, daher lassen sich die beiden Komponenten nicht direkt verbinden. Ein weiteres Beispiel ist die Adressdekodierung, also das Erzeugen von Chip-Select-Signalen aus den Adressen auf dem Adressbus.

Heute wird Glue Logic fast ausschließlich durch programmierbare Logikbausteine (meist FPGAs und CPLDs) realisiert; früher fanden oft Ansammlungen von 74xx-Chips oder anderen einfachen Logikchips Verwendung als Glue Logic.