Goethe-Museum (Düsseldorf)

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Schloss Jägerhof im Jahr 2011: Sitz des Goethe-Museums seit 1987

Das 1956 eröffnete Goethe-Museum Düsseldorf zählt – neben dem Goethe-Haus in Frankfurt am Main und dem Goethe-Nationalmuseum in Weimar – zu den drei repräsentativen Goethe-Museen in Deutschland.

Träger des Museums sind die Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung und die Landeshauptstadt Düsseldorf. Mit dem Kaufakt der Goethe-Sammlung Kippenbergs hat die Stadt Düsseldorf „ein neues Ausstrahlungsfeld Goethes entstehen lassen“.[1] In dem Stiftungsvertrag vom 13. Februar 1953 verpflichtet sich die Stadt Düsseldorf zu Ausstattung, Unterhalt und Entwicklung des Museums.

Geleitet wird das Museum seit 2013 von Christof Wingertszahn. Er ist in Personalunion zugleich geschäftsführender Vorstand der Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung.

Frühere Direktoren waren:

  • Hellmuth von Maltzahn (1900–1966), Direktor des Museums: 1955–1965;
  • Jörn Göres (1931–2004), Direktor des Museums: 1966–1992;
  • Volkmar Hansen (* 1945), Direktor des Museums: 1993–2012.

Zur Institution gehören das Museum, das Handschriftenarchiv, die Forschungsbibliothek, die Kunstsammlung und ein Veranstaltungszentrum. Sie beherbergt etwa 50.000 originale Zeugnisse der Goethe-Zeit, „darunter Autographen (Briefe, Werkmanuskripte, Stammbucheintragungen, Notenhandschriften), Erstausgaben und Widmungsexemplare, Grafik (Porträts, Veduten, Illustrationen), Handzeichnungen (davon annähernd 50 von Goethe), Ölgemälde, Silhouetten, Büsten, Masken, Münzen, Medaillen und Plaketten sowie eine Porzellan- und Glas-Sammlung“.[2] Eine umfangreiche Sammlung von Noten der vertonten Werke Goethes und seiner Zeitgenossen, von Text- und Liederbüchern, Theaterzetteln und Konzert- und Festprogrammen aus der Goethezeit ergänzt die Sammlung[3]

Zusammengetragen hat die einst größte Privatsammlung zu Goethe und seiner Zeit der Verleger Anton Kippenberg (1874–1950). Seine Töchter brachten die Sammlung in die selbständige Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung ein. Der Literaturhistoriker Conrad Wiedemann nannte sie anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Museums eine „phänomenale Privatsammlung, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden ist, – also während zweier Weltkriege, der Weltwirschaftskrise und der Naziherrschaft“.[4]

Untergebracht wurde das Museum und seine Sammlung zunächst im Hofgärtnerhaus, dem ehemaligen, im Barockstil errichteten Dienstwohnsitz des amtierenden Hofgärtners. Seit 1987 befindet sich das Goethe-Museum im Rokoko-Schloß Jägerhof und bietet neben der 1.000 Exponate umfassenden ständigen Ausstellung zu Goethes Leben und Schaffen wechselnde Ausstellungen mit geistes- und literaturgeschichtlichen Themen. Zum 500. Jahrestag der Reformation veranstaltete das Museum 2017 eine Ausstellung zu Goethe und Luther mit dem Titel Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit. 2018 wurde in einer vielbeachteten Ausstellung – Taten des Lichts – die Farbenlehre Goethes dem Werk des ZERO-Künstlers Heinz Mack gegenübergestellt.[5] 2019 wurden Fotos des Fotografen Helmut Schlaiß ausgestellt, die er auf Goethes Spuren in Italien gemacht hatte.[6]

Eine Verbindung Düsseldorfs zu Goethe besteht durch seine zwei Besuche (1774 und 1792) im nur wenige Schritte von Schloss Jägerhof entfernt gelegenen Haus des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi,[7] das Goethe während seiner „Campagne in Frankreich“ als das „gastfreiste [= gastfreundichste] aller Häuser“ bezeichnete.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volkmar Hansen, Heike Spies, Regine Zeller (Hrsg.): Die Idee Goethe. 50 Jahre Goethe-Museum. Katalog der Jubiläumsausstellung vom 30. Juni bis 24. September 2006. Goethe-Museum, Düsseldorf 2006, ISBN 3-9811005-0-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Bruno Wachsmuth: Die Samlung Kippenberg. In: Volkmar Hansen, Heike Spies, Regine Zeller (Hrsg.): Die Idee Goethe. 50 Jahre Goethe-Museum. Katalog der Jubiläumsausstellung vom 30. Juni bis 24. September 2006. Goethe-Museum, Düsseldorf 2006, S. 161.
  2. Goethe-Museen, Webseite goethezeitportal.de, abgerufen am 16. März 2019
  3. Musikalien, Webseite im Portal goethe-museum.de, abgerufen am 16. März 2019
  4. Lothar Schröder: Interview Conrad Wiedemann: „Goethe-Sammlung ist phänomenal“. In: Rheinische Post vom 30. Juni 2016.
  5. Nicola Kuhn: Goethe Museum in Düsseldorf: Alle meine Farben. In: Der Tagesspiegel vom 20. März 2018.
  6. Helmut Schlaiß – Italienische Reise.
  7. goethezeitportal.de: Rundgang durch das Goethe-Museum Düsseldorf
  8. Nele Elson: Goethe zu Gast in Pempelfort. In: Neue Rhein/Ruhr Zeitung vom 7. Juni 2018.

Koordinaten: 51° 13′ 51,3″ N, 6° 47′ 15,8″ O