Gore-Effekt

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Der Gore-Effekt (englisch Gore effect) ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Position des ehemaligen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten und Vizepräsidenten Al Gore in der medialen Klimadebatte entstanden ist. Er wurde verwendet, um ironisch auf Wetterphänomene wie Schneewetter oder Kälteeinbrüche hinzuweisen, die gleichzeitig mit Veranstaltungen oder Demonstrationen zum Thema „Globale Erwärmung“ auftraten, häufig solche, bei denen Al Gore anwesend war.

In dem 2011 erschienenen Buch Ich denke, also spinn ich: Warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen von Daniel Rettig und Jochen Mai erläutern die Autoren, dass es sich beim Gore-Effekt um selektive Wahrnehmung handelt.[1]

Anlässe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Veranstaltungen haben angeblich zur Legendenbildung um den Gore-Effekt beigetragen:

  • Senatsanhörungen Gores zur Gesetzgebung zur globalen Erwärmung im März 2006 wurden aufgrund eines Schneesturms abgesagt und im Januar 2009 von einem Eisregen begleitet.[2][3]
  • Am 22. Oktober 2008 fiel ein Vortrag von Al Gore an der Harvard University mit einem seit etwa 125 Jahren einmaligen Temperaturminimum zusammen.[2]

Einige Journalisten und Klimaskeptiker belegten das zeitlich und regionale Zusammenfallen winterlicher Wetterereignisse mit klimapolitischen Veranstaltungen auch dann mit dem Schlagwort, wenn die Veranstaltungen nicht mit Al Gore verbunden war:

  • Im Oktober 2008 wurde eine Marathondebatte des britischen House of Commons zur Klimagesetzgebung vom ersten Schneefall in London in diesem Monat seit 1922 begleitet.[2]
  • Eine im März 2009 angesetzte Großdemonstration in Washington gegen die globale Erwärmung fiel mit Schneefall und dadurch bedingten Verkehrsproblemen zusammen. Die als Rednerin vorgesehene Politikerin Nancy Pelosi musste ihre Teilnahme absagen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daniel Rettig, Jochen Mai: Ich denke, also spinn ich: Warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen. 1. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011, ISBN 978-3-423-24873-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c Erika Lovely: Tracking 'The Gore Effect'. In: Politico. 25. November 2008, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  3. a b Michael Daly: The Gore Effect brings snow to New York City. In: NYDailyNews. 20. Dezember 2009, abgerufen am 6. Dezember 2016.