Granulom

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Infektiöses Granulom der Hand durch Mycobacterium marinum eines Mitarbeiters in einer Tropenfischhandlung.

Unter einem Granulom (von lat. granulum „Körnchen“) versteht man eine entzündungsbedingte, knotenartige Gewebeneubildung aus Epitheloidzellen, mononukleären Zellen oder Riesenzellen.[1] Es entsteht meist als Reaktion auf idiopathische, allergische oder infektiöse Prozesse.

Während Granulome früher als spezifische Entzündungen interpretiert wurden, besteht heute die Ansicht, dass sie in der Pathologie anhand der Größe und ihres histologischen Aufbaus charakterisiert werden können und somit zur Diagnose der zugrundeliegenden Krankheit beitragen.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granulome können unter anderem bei den Erkrankungen septische Granulomatose und Histiozytose X auftreten. Sie können nach ihrer Ursache oder nach ihrer Histopathologie unterschieden werden, wobei sich diese Aspekte überschneiden können.[2]

Das allergische Granulom entsteht aus einer zellvermittelten Überempfindlichkeitsreaktion bei Typ-IV-Allergie oder Borreliose.

Die Ursachen eines infektiösen Granuloms können rheumatisches Fieber (Aschoff-Knoten), Syphilis, Rotz, Listeriose, Mykose, Nocardiose, Aktinomykose, Leishmaniose und Schistosomiasis sein. Infektionen durch Mykobakterien (Tuberkulose, Lepra, Paratuberkulose) verursachen ebenfalls Granulome. Tuberkulöse Granulome sind verkäsend, das heißt, sie haben eine zentrale Nekrose.

Zu den nichtinfektiösen Granulomen gehören Sarkoidose, Diabetes (Granuloma anulare), Granulomatose mit Polyangiitis, Morbus Hodgkin (Lymphogranulomatose), Morbus Crohn und Zahnfleischepulis.

Eine Granulombildung wird auch als Reaktion auf nicht entfernbare oder schwer abbaubare Fremdkörper im Organismus ausgelöst. In diesen Fällen spricht man von einer Fremdkörperreaktion. Dies können sowohl körpereigene (endogene) Produkte wie Cholesterinkristalle oder Hornschuppen, als auch körperfremde (exogene) Produkte wie Nahtmaterial, oder Noxen wie Asbest, sein.

Nach Augenmuskeloperationen kann es in Ausnahmefällen zu einem sogenannten "Fadengranulom" kommen, das sich an der Fixationsstelle des Muskels am Augapfel bildet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag zum Granulom in Peter Altmeyers Enzyklopädie (online) Springer Verlag, 2017
  2. Eintrag zum Granulom im DocCheck Flexikon

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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