Grassauer Almen

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Grassauer Almen (Alpenvorland und Alpen)
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Lage der Grassauer Almen

Die Grassauer Almen bilden ein größtenteils zusammenhängendes Almgebiet in den Chiemgauer Alpen auf dem Gebiet der oberbayerischen Gemeinde Grassau.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der oberbayerischen Gemeinde Grassau, die an den nördlichen Ausläufern der Chiemgauer Alpen und nur wenige Kilometer vom Chiemsee entfernt liegt, gibt es heute noch 15 Almen, die mit einer Ausnahme bis heute landwirtschaftlich genutzt werden und mit Vieh bestoßen sind. Die Bauern und Senner leisten damit einen nicht unerheblichen Beitrag zur Landschaftspflege und zum Erhalt des Naturraums Geigelstein-Kampenwand. Fünf der Almen sind bewirtet und bieten – in der Regel von Mai bis Oktober – Brotzeiten, kleine Speisen, Getränke sowie Kaffee und Kuchen für Wanderer an.[1] Die ältesten Gebäude sind die Kaser der Rachlalm und der Wimmeralm, die beide 1810 errichtet wurden. Die gesamte Weidefläche beträgt 434 Hektar, die sowohl mit Jung- als auch mit Milchvieh bestoßen ist. Ochsen und Stiere sind auf den Almen selten, auf der Piesenhausener Hochalm werden zudem mehrere Hausschweine gehalten, die vor Ort u. a. zu Speck verarbeitet werden. Reine Rossalmen gibt es unter den Grassauer Almen nicht, jedoch weiden auf mehreren Almen – z. B. auf der Hefteralm – auch Pferde.

Die Grassauer Almen sind als Wandergebiet nicht nur ein wichtiges Naherholungsgebiet für Grassau und die umliegenden Gemeinden, sie sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Tourismusregion Chiemsee-Chiemgau.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grassauer Almen liegen ausschließlich auf dem Gebiet der Gemeinde Grassau. Einige Almen befinden sich auch im Gebiet des Ortsteils Rottau, der bis 1972 eine eigenständige Gemeinde war und im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Grassau eingemeindet wurde. Deshalb spricht man heute auch von den Grassauer und Rottauer Almen.

Die Almen befinden sich in den nördlichen Ausläufern der Chiemgauer Alpen auf einer Höhe von 870 m ü. NN bis 1360 m ü. NN. Sie liegen im Naturraum Geigelstein-Kampenwand. Höhere Berge im Almgebiet sind u. a. der Groß- und Kleinstaffn, der Friedenrath, der Haberspitz und die Hochplatte.

Das Almgebiet grenzt im Osten an das Gebiet der Gemeinde Marquartstein, im Süden an Schleching und im Westen an Aschau im Chiemgau und Bernau am Chiemsee.

Zugänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den einfachsten Zugang zu den Grassauer Almen stellt die Hochplattenbahn dar. Der Doppelsessellift fährt ganzjährig[2] von Marquartstein direkt ins Almgebiet in der Nähe der Staffnalm und überwindet in etwa 15 Minuten einen Höhenunterschied von 430 Metern.

Ebenfalls von Marquartstein aus führt eine für den öffentlichen Verkehr gesperrte Forststraße ins Almgebiet. Diese kann und darf jedoch von Mountainbikefahrern benutzt werden. Zudem sind alle bewirteten Almen mit gut ausgebauten Forststraßen verbunden.

Weitere Zugänge führen vom Strehtrumpf in Grassau und von Rottau aus ins Almgebiet.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf bewirteten Almen sind der Hauptanziehungspunkt für Wanderer und Touristen. Zudem sind die Almen Zwischenstation für Wanderungen auf die Kampenwand, die Hochplatte oder die Berge im Almgebiet. Die Grassauer Almen sind auch Teil mehrerer Rundwanderwege, wie der Rundtour über die Grassauer Almen[3] oder die Salzalpentour – Über die Grassauer Almen[4], die Teil des Salzalpensteigs ist. In der Nähe der Talstation der Hochplattenbahn befindet sich ein Startplatz für Gleitschirme.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele der Almhütten im Alpenraum stehen unter Denkmalschutz. Von den Gebäuden auf den Grassauer Almen ist aber aktuell keines in der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet. Weder die ältesten Kaser der Rachlalm und der Wimmeralm, die beide aus dem Jahr 1810 stammen, noch der Kaser auf der Pelzen-Alm, der 1832 errichtet wurde und bis heute keine nennenswerten Modernisierungen erhielt.

Liste der Almen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die einzelnen Almen im Gebiet der Grassauer Almen sowie einige dazugehörige Informationen. Im Einzelnen sind dies:

  • Name/Geoposition: Name und Position der Alm, über den Link „Standort“ kann die Alm auf verschiedenen Kartendiensten angezeigt werden.
  • Größe: Größe des Almgebiets in Hektar.
  • Höhe: Bezugshöhe des Almgebiets. Angegeben wird ein Wert, der sich an einschlägigen Datenbanken orientiert. Zwei- bis dreistellige Höhenunterschiede innerhalb eines Almgebietes sind in den Alpen üblich.
  • Gebäude: Auf der Alm vorhandene Gebäude wie Kaser, Almhütten, Ställe etc.
  • Baujahr: Baujahr des Gebäudes, bei mehreren Gebäuden Baujahr des ältesten Gebäudes.
  • Bestoßen: Gibt an, ob die Alm landwirtschaftlich genutzt wird, also mit Vieh bestoßen wird.
  • Bewirtung: Gibt an, ob Wanderer auf der Alm auch bewirtet werden.
  • Anmerkungen: Weitere Informationen zur Alm oder zu den Gebäuden.
Name/Geoposition Größe Höhe Gebäude Baujahr Bestoßen Bewirtung Anmerkungen
Bauernschmiedalm
(Standort)
10 870 ein Kaser 1856 ja nein 2012 umfassende Renovierung des Gebäudes
Erlbergalm
(Standort)
22 992 zwei Kaser ja nein Gemeinschaftsalm
Fahrnpointalm
(Standort)
3 1078 ein Kaser 1996 ja nein der alte Kaser wurde 1840 errichtet und 1996 durch den aktuellen Neubau ersetzt
Fetznalm
(Standort)
8 840 ein Kaser
sog. Wies-Stadl
eine Forsthütte
1919 ja nein die Fetznalm heißt auch Vordere Rottauer Alm
Hefteralm
(Standort)
41 930 ein Kaser
ein Stadel
ein Backhaus
zwei Rosshütten
1831 ja ja Genossenschaftsalm, ungewöhnlich großes Gebäude im Talhausstil
Hintere Rottauer Alm
(Standort)
5 980 ein Kaser 1919 ja nein Staatsalm, der Kaser wurde 1955 um die Hälfte gekürzt und umfangreich umgebaut
Hufnagelalm
(Standort)
13 920 ein Kaser
ein angeschlossener Stall
ein Stadl
1840 ja nein
Maieralm
(Standort)
17 1100 ein Kaser 1930 ja nein Neubau des Kasers nachdem die alte Hütte 1929 durch Unvorsichtigkeit abbrannte
Moieralm
(Standort)
15 1000 Frauenkaser
ein weiterer Kaser
ja ja
Naderbauernalm
(Standort)
5 1060 Naderkaser 1900 ja nein 1925 Ausbau des Gebäudes
Pelzen-Alm
(Standort)
10 871 Pelzenkaser 1832 ja nein
Piesenhausener Hochalm
(Standort)
251 1360 ein Kaser
Grassauer Hütte
1993 ja ja einzige Hochalm der Grassauer Almen
Rachlalm
(Standort)
17 920 ein Kaser
eine Unterstandshütte für Pferde
1810 ja ja
Staffnalm
(Standort)
1050 eine Gaststätte 1975 nein ja in unmittelbarer Nähe der Bergstation der Hochplattenbahn
Wimmeralm
(Standort)
16 1013 Wimmer-Kaser 1810 ja nein

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unsere Almen auf grassau.de, abgerufen am 23. Oktober 2020
  2. Öffnungszeiten auf hochplattenbahn.de, abgerufen am 23. Oktober 2020
  3. Grassauer Almen auf chiemsee-chiemgau.info, abgerufen am 23. Oktober 2020
  4. Über die Grassauer Almen auf salzalpensteig.com, abgerufen am 23. Oktober 2020