Greenpeace Magazin

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Greenpeace Magazin
Greenpeace-Magazin logo.svg
Beschreibung werbefreies Umweltmagazin
Verlag Greenpeace Media GmbH
Erstausgabe 1993
Erscheinungsweise zweimonatlich
Chefredakteure Kerstin Leesch, Kurt Stukenberg
Geschäftsführerin Kerstin Leesch
Weblink greenpeace-magazin.de
ISSN (Print) 1611-3462

Das Greenpeace Magazin ist eine zweimonatlich erscheinende Zeitschrift. Sie erscheint unabhängig von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in der Greenpeace Media GmbH und finanziert sich ausschließlich über Vertriebserlöse.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der kritischen Berichterstattung über Themen aus Politik und Wirtschaft liegen die inhaltlichen Schwerpunkte auf den Bereichen Umweltschutz, Menschenrechte und soziale Bewegungen. Im Sinne des konstruktiven Journalismus werden nach Möglichkeit Lösungsansätze aufgezeigt, zudem gibt es Service und Handreichungen für Verbraucher. Das Heft selbst wird auf Recyclingpapier und ohne optische Aufheller gedruckt. Die Produktion ist durchgehend CO2-neutral.

Über die Printausgabe hinaus gibt es das Magazin auch als App für Tablet und Smartphone mit zusätzlichen Features. Auf der Website greenpeace-magazin.de erscheinen täglich aktuelle Meldungen. Einmal wöchentlich wird ein Newsletter verschickt. Das Greenpeace Magazin ist mehrfach preisgekrönt. 1996 hat es einen Merit Award des Art Directors Club New York, 2006 einen Lead Award Silber, den Hamburger Designpreis und 2015 einen Lead Award für den Online-Auftritt zugesprochen bekommen.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lügendetektor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Unternehmen betreiben Greenwashing. Von 2008 bis 2011 veröffentlichte der Blog „Der Klima-Lügendetektor“[1] in Zusammenarbeit mit dem Greenpeace Magazin Kommentare zu ausgewählten Fällen von Greenwashing. Der Blog wurde mit dem Deutsche Umwelthilfe-Umwelt-Medienpreis 2008 ausgezeichnet.[2]

Seit Mitte 2011 arbeiten die Autoren des Blogs und das Greenpeace Magazin nicht mehr zusammen.[3] Bis Mitte 2014 veröffentlichte das Greenpeace Magazin auf seiner Internetseite einen eigenen „Lügendetektor“.[4] Er versuchte ebenfalls, verdrehte Informationen, irreführende oder weggelassene Zusammenhänge aufzuzeigen.

Adbusting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Rubrik „Keine Anzeige“ veröffentlicht das Greenpeace Magazin auf der Rückseite jeder Ausgabe eine satirisch veränderte Anzeige.[5]

Das Warenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Greenpeace Magazin betreibt online außerdem ein Warenhaus, einen Versandhandel für umwelt- und sozialgerechte Produkte. Die Produktpalette erstreckt sich von saisonalen Produkten wie Blumen- und Pflanzensamen über Wolldecken aus ökologischer deutscher Schafszucht, Solarprodukte und Klebebänder bis hin zu Hockern aus Barrique-Fässern und Banner-Taschen, welche zuvor für Greenpeace im Einsatz waren. Außerdem erhält man im Warenhaus sämtliche Magazine und weitere Eigenproduktionen wie Bücher, Jahreskalender, Saisonkalender für Obst und Gemüse, Postkarten und Ratgeber des Greenpeace Magazins.

Das im Frühjahr 2015 in der Greenpeace Magazin Edition erschienene Buch „Die Biene. Eine Liebeserklärung“ wurde mit dem German Design Award 2017, von der Stiftung Buchkunst als „Eines der schönsten deutschen Bücher 2016“, vom TDC Type Directors Club Tokyo 2016 in der Kategorie „Editorial/Book Design“ und vom TDC Type Directors Club New York in der Kategorie „Award for Typographic Excellence“ ausgezeichnet.

Abo-Prämie Minenräumaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Abo-Prämien aus dem Warenhaus bietet das Greenpeace Magazin neuen Lesern die Möglichkeit, Minen räumen zu lassen. Für jedes neue oder verschenkte Abo lässt das Magazin sechs Quadratmeter Minenfeld in Bosnien räumen. So konnten bereits das 80.000 Quadratmeter große Minenfeld am Fetten Berg bei Sarajevo, ein 240.000 Quadratmeter großes Areal hinter einer Schule in Sjenina Rijeka, ein weiterer Berg nahe einer Schule in Podzvizd, 100.000 Quadratmeter im Una-Nationalpark, ein 5.500 Quadratmeter großes Waldstück beim Dorf Miloševac, 140.500 Quadratmeter bei der Zwergschule Trstenci, 2500 Quadratmeter in Pecigrad, 170.000 Quadratmeter beim Kinderdorf „Selo Mira“ in der Nähe von Lukavac und 64.200 Quadratmeter am Ufer der Spreče geräumt werden (Stand Ende 2016).[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1993 war das Greenpeace Magazin Teil der Greenpeace Nachrichten. Nach der Abspaltung mit der Nummer 2/1993 ist das Magazin jedoch finanziell und redaktionell unabhängig von der Umweltorganisation Greenpeace e. V. Die Seitenanzahl variiert zwischen 84 und 102 Seiten. Das Greenpeace Magazin erreichte 2016 eine Auflage von rund 85.000 verkauften Exemplaren, wovon 80.000 von Abonnenten abgenommen wurden. Es enthält keine Werbeanzeigen.[7]

Stern TV und der „Lidl-Deal“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juli 2006 wurde das Greenpeace Magazin über den Lebensmitteldiscounter Lidl vertrieben, was für Erstaunen sorgte, da Lidl noch Ende 2005 in einer Pestizidstudie des Greenpeace e.V. besonders schlecht abschnitt[8]. Eine weitere Besonderheit des Belieferungsvertrags war das Umgehen von Pressegrossisten und damit der Verzicht Lidls auf das sonst übliche Remissionsrecht[8]. Anfangs betrug die garantierte Abnahmemenge Lidls 150.000 Hefte, was mehr als der Hälfte der Gesamtauflage des Magazins entsprach. Im ersten und zweiten Quartal 2007 garantierte Lidl weiterhin die Abnahme von 60.000 Heften, was immer noch fast einem Drittel der verkauften Auflage entsprach.[9][10]

Bei einer zweiten Pestizidstudie des Greenpeace e.V. im Februar 2007 rückte Lidl vom letzten auf den ersten Platz auf. Das Reportagemagazin stern TV berichtete daraufhin im Juni 2007 über die Besonderheiten des Belieferungsvertrages zwischen Greenpeace-Magazin und Lidl und mutmaßte eine Einflussnahme dieses „Deals“ auf das positive Testergebnis. Der Greenpeace e.V. dementierte einen derartigen Zusammenhang[11]. Stern TV veranlasste nach der Sendung einen weiteren Pestizidtest, aus dem wiederum Lidl als Testsieger hervorging. Dennoch stellte die Greenpeace Media GmbH den Verkauf des Greenpeace Magazins bei Lidl Mitte 2007 ein[12], die verkaufte Auflage ging daraufhin auf 120.000 Exemplare zurück.

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Greenpeace Magazin (Hrsg.): Kochtagebücher. 1. Auflage. Hamburg 2017, ISBN 978-3-944222-07-3.
  • Greenpeace Magazin (Hrsg.): Textil-Fibel 5. Hamburg 2016, ISBN 978-3-944222-05-9.
  • Greenpeace Magazin (Hrsg.): Die Biene. Eine Liebeserklärung. 1. Auflage. Hamburg 2015, ISBN 978-3-944222-03-5.
  • Greenpeace Magazin (Hrsg.): Tu was! 77 Tipps für eine bessere Welt. Hamburg 2011, ISBN 978-3-9811689-7-6 (vergriffen).
  • Greenpeace Magazin (Hrsg.): Das NGO-Handbuch: Non Governmental Organisatons. 1. Auflage. Hamburg 2007, ISBN 978-3-9811689-0-7 (vergriffen).
  • Gero Günther: Jens, Lotti und die Schafe. Hrsg.: Greenpeace Magazin. Hamburg 2009, ISBN 978-3-9811689-4-5 (vergriffen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Klima-Lügendetektor
  2. DUH-Umwelt-Medienpreis: Preisträger 2008 (Memento vom 14. Dezember 2008 im Internet Archive)
  3. Muss der Klima-Lügendetektor abschalten? (Memento vom 15. November 2012 im Internet Archive)
  4. Lügendetektor (Memento vom 8. Juli 2014 im Internet Archive)
  5. Beispiel für „Keine Anzeige“
  6. Unsere Minenräumaktion - wie alles anfing. Greenpeace Magazin, abgerufen am 16. Februar 2017.
  7. Kurt Stukenberg, neuer Co-Chefredakteur des "Greenpeace Magazins": "Man muss die Missstände benennen, aber auch die Lichtblicke zeigen", kress.de, 1. Juni 2016
  8. a b Volker Hollmichel: Jetzt neu bei Lidl: Greenpeace. taz, 10. Juli 2006, abgerufen am 4. August 2009.
  9. Lidl sponsert das „Greenpeace Magazin“. Focus, 14. Juni 2007, abgerufen am 4. August 2009.
  10. Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) - Downloads
  11. Greenpeace ist nicht käuflich. Archiviert vom Original am 10. August 2007, abgerufen am 16. Februar 2017.
  12. Greenpeace-Magazin zukünftig nicht mehr bei Lidl. Archiviert vom Original am 5. Juli 2007, abgerufen am 16. Februar 2017.