Greika

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VEB Greika Greiz
Greika GmbH
Rechtsform
Gründung Um 1950 (als VEB Greizer Kammgarnwebereien)
Auflösung 1. April 1997
Auflösungsgrund Insolvenz
Sitz Greiz, Deutschland
Mitarbeiterzahl
  • 3500 (1990)
  • 600 (1992)
  • ca. 200 (1996)
Branche Textilindustrie

Webautomaten im VEB Greika

Die Greika war in der DDR ein Volkseigener Betrieb (VEB) im thüringischen Ort Greiz. Es handelte sich dabei um einen Textilbetrieb. Dieser bestand aus mehreren Werken, welche bis auf zwei Ausnahmen alle in oder in der unmittelbaren Nähe von Greiz ansässig waren. Der Begriff Greika entstand durch die Zusammenziehung von Greizer Kammgarn-Weberei. Der VEB Greika bestand bis Ende 1990 und gehörte zum Kombinat „Wolle und Seide“ mit Sitz in Meerane.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Enteignung der ersten Textilbetriebe in Greiz im Herbst 1945 wurden diese unter Treuhandverwaltung gestellt. Die meisten wurden danach kurzzeitig als Landeseigener Betrieb (LEB) geführt. 1948/49 wurden diese dann in VEBs umgewandelt. Um 1950 wurden vier der größten Kammgarnwebereien (ehemals Brösel, Arnold Langenwetzendorf, S. Schwarz & Sohn und Zirnité & Kolbig) in VEB "Greizer Kammgarnwebereien" umbenannt, dem dann am 1. Januar 1953 die Umbezeichnung in VEB Greika folgte, den nur diese vier allein bis zum 31. März 1970 behielten. Zum 1. April 1970 erfolgte eine Neustrukturierung der Betriebe in Greiz und Umgebung, bei der auch die bis dahin als VEB Textilwerke Record/VEB Textilia, VEB Novotex, VEB Seidenweberei Pausa, Weida, Berga und Creuzburg, VEB Textilveredlung, VEB Textilveredlungswerke, VEB Kammgarnzwirnerei, VEB Garnveredlung, VEB Webtex sowie die VEB Kleiderstoffweberei, VEB Mützeneinlagestoffe und die zentrale Berufsschule, Rechenzentrum etc. eingegliedert wurden. Gemäß der nachfolgenden Liste bestanden diese Greika bis zum 15. Mai 1990 und wurde dann in eine GmbH überführt. Einzelne Betriebe wurden danach ausgegliedert, verkauft oder unter Treuhandverwaltung gestellt.

Es erfolgte 1990 die Gründung der Greika GmbH mit 3500 Mitarbeitern. Nach der ersten Entlassungswelle waren 1992 noch 600 Mitarbeiter und 1996 nur noch ca. 200 Mitarbeiter für die Greika GmbH tätig. Hoffnungsträger war ein Investor aus Indien, der sich jedoch bald als Betrüger erwies.[1] Die traditionsreiche Textilindustrie endete am 1. April 1997 mit der Gesamtvollstreckung des in Konkurs gegangenen Unternehmens Greika GmbH. Die Jahre danach waren wie vielerorts von Verfall und Abriss der Gebäude geprägt. Siehe auch ehemalige Industriebetriebe in Greiz und Umgebung.

Betriebsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • I/1 Zeulenrodaer Str. 23, Greiz (ehemals Eduard Brösel)
  • I/2 Am Weberbrunnen 1, Langenwetzendorf (vormals Friedrich Arnold), ab 1977 PA VII
  • I/3 Zeulenrodaer Str. 6–8, Greiz (vormals Samuel Schwarz & Sohn)
  • I/4 Weißer Stein, Greiz (vormals PGH Berglandstoffe)
  • I/5 Zeulenrodaer Str. 13–15, Greiz (vormals C.G. Jahn)

Werk II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • II/1 Papiermühlenweg 14, Greiz (vormals W.H. Arnold, dann Gebrüder Berglas OHG)
  • II/2 Rosa-Luxemburg-Str. 11, Greiz (vormals Müller & Kramer AG)
  • II/3 Plauensche Str., Greiz (Rothenthal), (vormals Gebrüder Oehler)
  • II/4 Rosa-Luxemburg-Str. 27, Greiz (vormals Ferdinand Büttner)

Werk III[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • III/1 Mollbergstr. 22, Greiz (vormals Malz & Dietel, dann Hermann Dietel)
  • III/2 Bahnhofstr. 5, Mohlsdorf (vormals Otto & Vaupel)
  • III/3 Hohe Str. 9, Pausa (vormals Paul Voigtmann)

Werk IV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • IV/1 August-Bebel-Str. 7, Berga/Elster (vormals Seidenweberei Ernst Engländer)
  • IV/2 Creuzburg/Werra, (vormals Seidenweberei Ernst Engländer)
  • IV/3 Celler Str. 20, Plauen (vormals ((Mitteldeutsche)) Spinnhütte GmbH)
  • IV/4 Geraer Str. 30, Weida (Zusammenfassung von vormals Gebr. Pfeifer KG und F.A. Haase KG)

Werk V[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • V/1 Reichenbacher Str. 123/125, Greiz (vormals Hugo Frank)
  • V/2 Neumühle 2, Greiz/Aubachtal, (vormals Gensch & Pertzel)
  • V/3 Reichenbacher Str. 101, Greiz (vormals Zirnité & Kolbig)
  • V/4 Schaltisweg 6, Greiz (Sachswitz), (vorher Paul Trautlofft)
  • V/5 Pohlitzer Str. 145, Greiz (vormals Paul Forbriger) - 1977 aufgelöst.
  • V/6 Gartenweg 3a, Greiz (vormals F.O. Schmidt & Sohn)

Werk VI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • VI/1 August-Bebel-Str. 33–37, Greiz (ehemals Georg Schleber AG)
  • VI/2 Zeulenrodaer Str. 13–15, Greiz, bis 1977, dann PS I/5
  • VI/3 Hermann-Pampel-Str. 1, Mohlsdorf bis 1976, dann zu elastic-mieder Zeulenroda (ehemals Wilhelm Dittmar)
  • VI/4 Reichenbacher Str. 59/60, Greiz (vormals Gebr. Albert)
  • VI/5 Reichenbacher Str. 205, Greiz/Schönfeld (vormals Gebr. Pestel) 1979 aufgelöst

Werk VII[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • VII(/1) Am Weberbrunnen 1/Hauptstr. 34, Langenwetzendorf (vormals Friedrich Arnold) von 1970 bis 1977 PA I/2
  • VII/2 Reichenbacher Str. 125, Greiz (ehemals Gensch & Pertzel), ab 1972 PS V/2
  • VII/3 Schönfelder Str. 6, Greiz (Zusammenschluss aus ehemals Franz Pucher und Conrad & Schindler) Wegfall ab 1972

Andere Betriebsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BS "Junge Garde" des VEB Greika, Plauensche Str. 2a (ehemals Friedrich Arnold)
  • Rechenzentrum Carolinenstr. 40, Greiz
  • Bildungsstätte Carolinenstr. 58, Greiz (ehemals C.G. Weber & Feustel)
  • Archiv Papiermühlenweg 14 Greiz (PS II/1)
  • TKO Reichenbacher Str. 59 Greiz (PS VI/4)
  • Forschung Zeulenrodaer Str. 33 Greiz (PS I/1)
  • Ausnäherei Windmühlenstr. 36 Zeulenroda

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige sind bereits abgerissen worden, wenige Betriebsteile existieren noch als Ruine. Ein Teil der originalen Gebäude wird jedoch von neuen Unternehmen genutzt oder die Brachflächen wurden überbaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: VEB Greika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Die Geschichte der Greizer Textilindustrie: Blüte und Verfall" - erarbeitet von Günter Kanis, Ursula Frosch und Monika Buksch. Greiz 1992/93, veröffentlicht in 3 Heften des "Heimatbote" 1994/1995

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ta-treuhand.de/465-0-Greika-GmbH.html#465-0-Greika-GmbH.html | Indische Glücksritter brachten Greika kein Glück.