Grendel

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Dieser Artikel behandelt die Sagengestalt Grendel, für weitere Bedeutungen siehe Grendel (Begriffsklärung)

Grendel ist eine monströse Gestalt der frühen angelsächsischen Heldenepik und wird im Beowulf neben Grendels Mutter und dem Drachen als einer der drei Gegenspieler des Helden präsentiert. Das Epos entstand zwischen 700 und 1000. Es ist im Codex Nowell festgehalten, einer Sammelhandschrift, die sich heute in der British Library befindet.

Etymologie des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung des Beowulfschen Grendel nach Henrietta Elizabeth Marschall (1908)

Der Ursprung des Namens „Grendel“ ist nicht abschließend geklärt. Der Eigenname könnte sich auf das altenglische Verb grindan mit der Bedeutung "zusammenreiben, zu Staub stampfen, reiben, kratzen, knirschen, raspeln" oder forgrindan "zerstören durch Zerstampfen" beziehen. Andere verweisen auf das altnordische Wort grindill mit der Bedeutung "Sturm". Das angelsächsische Wort grund[1] mit der Bedeutung "Meeresgrund, Abgrund, Erdoberfläche, Boden"[2] könnte auf den Umstand hinweisen, dass es sich bei Grendel um ein im Sumpf lebendes Ungeheuer handelt, dessen Mutter ebenfalls ein "Meerwesen" ist.[3] Das Wort grendel bzw. grindel erscheint in verschiedenen angelsächsischen Texten in Verbindung mit Seen, Sümpfen und Teichen. Hierzu passt auch das isländische Nomen grandi mit der Bedeutung "Sandbank". Möglich wäre auch ein Zusammenhang mit dem mittelenglischen Adjektiv gryndel, das mit "ärgerlich" übersetzt werden kann.[4]

Grendels Rolle im Epos Beowulf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grendel wird als Unhold mit übermenschlichen Kräften, als Riese (Jöte), Thurse oder Troll beschrieben, der die Methalle Heorot (Hirschburg) des dänischen Königs Hrothgar seit 12 Jahren heimgesucht, verwüstet und Männer des Königs getötet und gefressen hat. Heorot liegt in der Nähe eines Moores, in dem Grendels Höhle liegt; Grendel fühlt sich von den feiernden Männern Hrothgars belästigt und erträgt nicht die Fröhlichkeit und Musik, die aus der Halle schallt.

Der mit Hrothgar befreundete Held Beowulf aus dem Land der Gauten[5] (Göten aus Schweden?) stellt sich waffenlos dem Kampf mit Grendel und verwundet ihn so schwer, dass Grendel seinen rechten Arm einbüßt. Der Arm wird als Trophäe vor Hrothgars Methalle aufgehängt, während der Riese an der Verletzung stirbt. Seine Mutter, das Meerweib, versucht daraufhin erfolglos, den Tod ihres Sohnes zu rächen. Sie wird von Beowulf mit dem Schwert erschlagen.

Christliche Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unhold, der Hrothgars Leute 12 Jahre lang peinigt, ist ein Abkömmling des biblischen Kain, Sohn Adams und Evas, der seinen Bruder Abel aus Eifersucht erschlägt (Genesis 4). Kains Name ist im Hebräischen Qayin mit der Bedeutung "Wesen, Kreatur". Im Beowulfepos stammen alle Monster von ihm ab. Grendel ist neidisch, verärgert und aufgebracht gegenüber den Menschen, da er wahrscheinlich fühlt, dass Gott diese segnet, er aber davon ausgeschlossen ist. Grendel lehnt vor allem Licht, Freude und Musik ab, was er in Hrothgars Methalle Herot vorfindet. Der Lobgesang des Barden "Lied der Schöpfung" (Zeilen 90-98) bringt ihn auf, da es von der Schönheit und dem Licht der göttlichen Schöpfung berichtet. [6] Auf diese Weise soll der dämonisch-teuflische Aspekt der Natur Grendels deutlich gemacht werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Altenglisch-Deutsches Wörterbuch: Eintrag "grund"
  2. http://www.etymonline.com (Verb to grind)
  3. http://www.heorot.dk/beowulf-rede-notes.html,(Eintrag 102 ff)
  4. http://www.heorot.dk/beowulf-rede-notes.html (Eintrag 102 ff)
  5. http://www.dict.cc (Geats)
  6. http://www.cliffsnotes.com/literature/b/beowulf/character-analysis/grendel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie, Körner Verlag, Stuttgart 1984. ISBN 3-520-36801-3.
  • Sonya R. Jensen: Beowulf and the Monsters, Sydney 1998.