Grillagetorte

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Grillagetorte

Grillagetorte ist eine Biskuit-Torte, die mit Mokkakrem, Nougatkrem oder Ganache gefüllt wird. Der Boden besteht aus Grillagemasse, einer Biskuitmasse, der Fett, gestoßener Krokant oder geröstete Mandeln zugesetzt werden.[1] Die ältesten schriftlichen Hinweise in der Literatur weisen die Verbreitung in Böhmen (1839) bzw. Bayern (1890) nach.[2][3] Am Niederrhein wird sie erst Anfang des 20. Jahrhunderts greifbar.[4]

Zutaten und Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es kann sowohl eine eingefrorene, mit Sahne gefüllte Baisertorte[5] als auch eine mit Buttercreme gefüllte Biskuittorte sein.[6] Gemeinsam ist den Torten die Verwendung von Grillage (öst.), einer krokantähnlichen Masse aus geschmolzenem Zucker, gehackten Nüssen und Mandeln.[4]

Die Zubereitungen können sich unterscheiden.[7] Bestandteile sind meist Zucker, Eiweiß, Butter, Schokolade und Nüsse. Neben Baisermasse werden oft Schichten geschlagener Sahne, unter die auch Schokoladensplitter oder Krokant gehoben sein können, verwendet.[4]

Verbreitung im Rheinland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kölner Raum und am Niederrhein ist Grillagetorte eine halbgefrorene Torte, die regional unter der Bezeichnung Eissplittertorte oder Havannatorte[8] gehandelt wird. Sie besteht aus einem Krokantboden, auf dem ein weiterer Baiserboden liegt und der mit aromatisierter Sahne, der aufgeschlagenes Ei, Kuvertüre- und Baiserstücke untergehoben werden, bedeckt ist. Die untergezogene Eimasse nimmt der gefrorenen Sahne die Härte. Bedeckt wird die Torte mit Krokant oder gehobelter Kuvertüre. Sie ist in einem großen und scharf umrissenen Bereich am Niederrhein sowie im Kölner Raum verbreitet und außerhalb dieses Gebiets im Rheinland praktisch unbekannt.[9][4] Als Synonym gilt Grillaschtorte, das der Aussprache des Begriffs entspricht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Storz: „… bitte mit Sahne!“ – Schlemmen - Schlecken - Schlürfen in Krefeld gestern und heute; Bilder, Geschichten und Rezepte. ISBN 3-938256-28-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IREKS-Arkady-Institut für Bäckereiwissenschaft (Hrsg.): IREKS-ABC der Bäckerei. 4. Auflage. Institut für Bäckereiwissenschaft, Kulmbach 1985.
  2. Maria A. Neudecker: Die Baierische Köchin in Böhmen. Verlag Kronberger und Weber, Prag, 1839, S. 453.
  3. Die Süddeutsche Küche auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte mit Berücksichtigung des Thee’s und einem Anhange über das moderne Servieren nach metrischem Maß und Gewicht berechnet für Anfängerinnen sowie für praktische Köchinnen. 21. neu bearbeitete und vermehrte Auflage. Styria, Graz 1890. – archive.org, S. 689.
  4. a b c d SPEZIALITÄTEN: Unsere Süße. auf derwesten.de Neue Rheine Zeitung. vom 12. Dezember 2007
  5. Berliner Kraft- und Licht AG und die Hauptberatungsstelle für Elektrizitätsanwendung eV (Hrsg.): Das elektrische Kochen. 45. Auflage. 1986, S. 470.
  6. Lebensmittellexikon. S. 737
  7. Marita van Koeverden-Göbel: Grillagetorte (Rezept). In: Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben. 7. Juni 2017, abgerufen am 20. April 2019.
  8. Eveline Kracht: Allererste Sahne: Café Zimmermann. In: Kölnische Rundschau. 19. November 2007, abgerufen am 20. April 2019.
  9. Peter Honnen: Alles Kokolores? – Wörter und Wortgeschichten aus dem Rheinland. Greven Verlag. Köln 2008, ISBN 978-3-7743-0418-5, S. 89 ff.