Großer Stein (Altentreptow)

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Großer Stein Altentreptow aus Nord (Größenvergleich und ohne Wasser)

Der Große Stein ist ein 465 Tonnen schwerer Findling auf dem Klosterberg in Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern. Der aus mittelkörnigem Granit bestehende Findling befindet sich in einer Kleingartenanlage am Klosterberg.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist nach dem Zerschlagen des Großen Markgrafensteines der größte auf dem Land liegende Findling Norddeutschlands und der zweitgrößte bekannte Findling Norddeutschlands nach dem Buskam überhaupt. Er kam wahrscheinlich während der Weichseleiszeit an seinen jetzigen Standort. Er besteht aus Hammergranit, benannt nach der Region Hammeren im Norden der Insel Bornholm. Der Sage nach warf ihn der Teufel (oder ein Riese) wütend nach dem Kirchturm von Altentreptow, verfehlte diesen aber und der Stein schlug auf dem Klosterberg ein.

Seine Maße sind: Länge 8,2 Meter, Breite 6 Meter, Höhe 5,2 Meter bei einer Masse von etwa 465 Tonnen. Das Volumen des ursprünglich 2,6 Meter aus der Erde ragenden Steins betrug ersten Schätzungen nach 133 m³ bei einem Umfang von 23 Metern.[1] Er lag etwa zur Hälfte unter der Erdoberfläche, so dass sich sein Gewicht und Volumen zunächst nicht genau bestimmen ließen. Durch das 2021 erfolgte Anheben des Steins ließen sich seine Maße und das Volumen genauer bestimmen. Laut dem Geologischen Landesdienst Mecklenburg-Vorpommern ist der nun im vollen Umfang sichtbare Stein etwa 20 m³ größer und 65 Tonnen schwerer als bis dahin angenommen.[2]

Der Große Stein ist ein Naturdenkmal und wird als Geotop mit der Nr. G2_025 geführt. Er ist Teil des 4880 Quadratkilometer großen Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1832 erwähnte ihn der Geologe Ritzky in den Baltischen Studien als eines der bedeutendsten Geschiebe in Norddeutschland. Erste bildliche Darstellungen gibt es seit etwa 1850. Um 1900 tauchte der Findling häufig auf Ansichtskarten auf. Auf späteren Darstellungen wurde er als Bismarck-Stein bezeichnet, 1915 feierlich eingeweiht und mit einem Relief von Otto von Bismarck und einer Inschrift „Bismarck 1. April 1815 1. April 1915“ versehen. Im November 1959 wurde auf Befehl des Ministeriums für Staatssicherheit das Relief entfernt. Die Spuren dieser Beseitigung sind auf der Vorderseite noch zu erkennen.

Freigelegter Stein mit Baugrube (April 2021)

2021 ließ die Stadt Altentreptow den Stein aus der Erde heben, um ihn besser sichtbar zu machen und seine Attraktivität als touristisches Ziel zu verbessern. Dazu wurde der Stein mit hydraulischen Pressen um rund drei Meter angehoben. Die Gesamtkosten betrugen 244.000 Euro.[3] Der Bund der Steuerzahler Mecklenburg-Vorpommern kritisierte die Maßnahme und führte sie in seinem „Schwarzbuch“ auf.[4] Er warf der Stadt Verschwendung und mangelnde Sorgfalt im Umgang mit Steuermitteln vor.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Gehl: Das Baumaterial der Megelithgräber in Mecklenburg Die Findlinge, Böcke und Rollsteine In: Die mecklenburgischen Megalithgräber. Deutscher Verlag der Wissenschaft, Berlin 1972 S. 109–114 und Karte 15: Verbreitung von Großfindlingen S. 262

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großer Stein (Altentreptow) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen auf der Homepage von Altentreptow (Memento vom 28. Juli 2010 im Internet Archive)
  2. Größe des Findlings in Altentreptow ist rekordverdächtig bei ndr.de vom 7. Mai 2021
  3. Martina Schwenk: Treptower Stadtvertreter sagen Ja zum Großen Stein. In: Nordkurier. 24. Februar 2021, abgerufen am 5. April 2021.
  4. Michaela Skott: Großer Stein für großes Geld beim Bund der Steuerzahler Deutschland vom 30. März 2021
  5. Großer Ärger um noch größeren Stein in Altentreptow bei ndr.de vom 24. Februar 2021

Koordinaten: 53° 41′ 55,7″ N, 13° 15′ 7″ O