Gunnuhver

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Gunnuhver
Gunnuhver Aug. 2008

Gunnuhver Aug. 2008

Höhe 40 m
Lage Island
Koordinaten 63° 49′ 10″ N, 22° 41′ 6″ WKoordinaten: 63° 49′ 10″ N, 22° 41′ 6″ W
Gunnuhver (Island)
Gunnuhver
Typ Spaltenvulkan
Letzte Eruption 1926 (unterseeisch vor Reykjanes)
Besonderheiten teilweise submarines Vulkansystem; Geothermalkraftwerk am Zentralvulkan
Gunnuhvergebiet mit Kraftwerk Suðurnes (li.)

Gunnuhvergebiet mit Kraftwerk Suðurnes (li.)

Ausgetrockneter Salzsee in der Nähe der Gunnuhver
Zum Vergleich: Gunnuhver 2006, Blick zum Kraftwerk
Gunnuhver 2006

Der Vulkan Gunnuhver liegt im Südwesten Islands, westlich des Fischerortes Grindavík. Dabei handelt es sich um das zentrale Hochtemperaturgebiet des Vulkansystems Reykjanes, das auf der gleichnamigen Halbinsel liegt.

Das Vulkansystem Reykjanes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochtemperaturgebiet Gunnuhver[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Temperaturen unter den Quellen betragen über 300 °C und damit handelt es sich um eine der buchstäblich heißesten Stellen in Südwestisland.

Im Hochtemperaturgebiet gibt es Schlammquellen und Fumarolen. Das zu beobachtende Wasser ist jedoch Regenwasser, ohne dieses wäre das Gebiet trocken. Hingegen befindet sich unter dem Hochtemperaturgebiet in Spalten und Höhlen reines salzhaltiges Meerwasser.

Die vulkanische Aktivität setzt sich in diesem und in weiteren Vulkansystemen auf dem Meeresgrund fort, d.h. auf dem Teil des Mittelatlantischen Rückens, der hier Richtung Island aufsteigt und Reykjanesrücken genannt wird. Die letzte nachweisbare Eruption im Vulkansystem Reykjanes fand an submarinen Ausbruchsstellen auf dem Reykjanesrücken südöstlich von Eldey im Jahre 1926 statt.[1]

Neuere Entwicklungen im Hochtemperaturgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vulkan ist ab 2006 aktiver geworden. Eine Zufahrtsstraße musste 2008 gesperrt werden, weil mitten auf dem Weg eine neue Lehmquelle in Aktion getreten war. Außerdem hat Gunnuhver manchmal kleinere Schlackenausbrüche und schleudert dabei heiße Lehmfetzen 2 bis 4 m hoch in die Luft.[2] Solche Veränderungen und Ausbrüche wurden jedoch auch schon 1905 und 1967 an der Gunnuhver beobachtet.[3]

Zudem gab es Explosionen in der Quelle, so dass die Umgebung zeitweilig abgesperrt wurde. Da die Quelle unberechenbar ist und man nicht weiß, wie weit jeweils die sehr heißen Lehmfetzen geschleudert werden, ist es sehr zu empfehlen, sich in sicherer Entfernung zu halten.[4]

Außerdem haben ähnliche Aktivitäten einer Schlammquelle am Kleifarvatn schon einmal zu einer Explosion geführt, bei der glühende Lehmfetzen mehrere hundert Meter weit durch die Luft flogen (siehe Krýsuvík).

Seit 2008 kann man auf dem Gebiet die Entwicklung eines Kraters mitverfolgen, wie sich deutlich auf dem Bildern vom August 2008[5] erkennen lässt.

Nach einer Schließung von mehreren Jahren ist das Gebiet seit Sommer 2010 bedingt wieder zugänglich.[6]

Geothermalkraftwerk Suðurnes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Energie des Vulkansystems wird in einem Geothermalkraftwerk, dem Suðurnes-Kraftwerk genutzt. Außerdem nutzt man das in Höhlen eingedrungene und vom Vulkan erhitzte Salzwasser in einer Fabrik.

Die Kraterreihe der Eldvörp gehört auch zum Reykjanessystem. Dort befindet sich ein weiteres Hochtemperaturgebiet, das ebenfalls vom Suðurneskraftwerk genutzt wird.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Hochtemperaturgebietes Gunnuhver steht in Verbindung mit der Sage um ein Gespenst namens Gunna (eigentlich Guðrún Önundardóttir). Dieses Gespenst sei hier umgegangen und hätte den Leuten Streiche gespielt wie z. B. ihr Vieh versteckt. Schließlich gelang es dem Pfarrer Eiríkur Magnússon, den Geist in die heiße Quelle zu bannen, die daraufhin den Namen Gunna erhielt.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Photos und Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gunnuhver – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wissenschaftliche Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.volcano.si.edu/volcano.cfm?vn=371020&vtab=Eruptions Zugriff: 20. Februar 2011 (englisch)
  2. *http://www.visir.is/article/20080303/FRETTIR01/80303082 Webseite der Zeitung Vísir, 3. März 2008, isl.
  3. http://landogsaga.is/section.php?id=1599&id_art=1618 ; Zugriff: 20. Februar 2011 (isländisch)
  4. http://www.vf.is/Frettir/36518/default.aspx; Internetzeitung VF, 20. Juni 2008, isl.; Zugriff: 11. März 2010 (isländisch)
  5. vgl. Weblinks
  6. vgl. http://www.vf.is/Frettir/45001/default.aspx Zugriff: 20. Februar 2011, isl.
  7. Webpage des Ortes Grindavík; Zugriff: 11. März 2010 (isländisch)