Smithsonian Institution

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Smithsonian Institution
(Smithsonian)
Smithsonian logo color.svg
Zweck: Stiftung
Vorsitz: David J. Skorton
Gründungsdatum: 10. August 1846
Sitz: Washington, D.C.
Website: www.smithsonian.org

Die Smithsonian Institution (kurz Smithsonian) ist eine bedeutende US-amerikanische Forschungs- und Bildungseinrichtung, die zahlreiche Museen betreibt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Smithsonian wurde am 10. August 1846 durch ein Gesetz des US-Kongresses mit Mitteln aus der Hinterlassenschaft des 1829 verstorbenen englischen Wissenschaftlers James Smithson zugunsten der Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Auftrag „der Vermehrung und Verbreitung von Wissen“ gegründet und ist in Washington, D.C. angesiedelt. Gleichzeitig mit der Stiftung wurde das United States National Museum gegründet, das sich später in verschiedene Teilmuseen der Smithsonian Institution aufgliederte. Anfangs war es im Smithsonian Institution Building (Smithsonian Castle genannt), mit einer 1858 eröffneten Ausstellungshalle. 1881 wurde das National Museum Building eröffnet (heute Arts and Industries Building) um die wachsende Sammlung aufzunehmen. 1910 eröffnete ein eigenes Natural History Building (das spätere National Museum of Natural History). Unter Leonard Carmichael (1953–1964) wurde das historische Patent Office Building übernommen. Von 2000 bis 2007 war der Banker Lawrence M. Small Leiter des Smithsonian. Er trat am 28. März 2007 wegen Kritik an Spesenabrechnungen zurück.[1] Acting Secretary war daraufhin der Biologe Cristián Samper, bis das Smithsonian wieder ruhigeres Fahrwasser erreichte. Aktuell ist David J. Skorton als 13. Sekretär des Smithsonian im Amt.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Informationszentrum des Smithsonian, meist nur „The Castle“ genannt

Mit 18 Museen und Galerien sowie dem Nationalzoo ist das Smithsonian der größte Museumskomplex der Welt. Die Smithsonian Institution verwaltet über 142 Millionen Objekte menschlichen oder natürlichen Ursprungs für das US-amerikanische Volk. Das Institut, das gleichzeitig ein bedeutendes Forschungszentrum ist, sieht seinen Auftrag in der Bildung der Allgemeinheit, dem Dienst an der Nation und der Vergabe von Stipendien in den Bereichen Kunst, Naturwissenschaften und Geschichte. Die Smithsonian Institution unterstützt Expeditionen und Ausgrabungen, fördert Forschung insbesondere auf den Gebieten der Astronomie, Astrophysik, Ethnologie und Umweltforschung. Sie verfügt über ein eigenes Observatorium, das Smithsonian Astrophysical Observatory (zusammen mit dem Harvard College Observatory bildet es das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics), den Smithsonian-Biopark und das „Archiv amerikanischer Kunst“. Die Smithsonian Institution betreibt u.a. die Nationalmuseen für amerikanische Geschichte, amerikanische Kunst und das Nationalmuseum für Luft- und Raumfahrt.

Die Smithsonian Institution gibt das Standardwerk zu den Indianern Nordamerikas heraus, das Handbook of North American Indians.

Neun Museen und Galerien des Smithsonian befinden sich zu beiden Seiten der National Mall – einem langgezogenen Grünstreifen – zwischen dem Washington Monument und dem Kapitol. Ein dreistöckiger, unterirdischer Komplex beherbergt zwei Museen und das S. Dillon Ripley Center, zu dem die International Gallery, Büroräume und Hörsäle bzw. Seminarräume gehören. Fünf weitere Museen und der Nationalzoo befinden sich andernorts in Washington, D.C. Das Cooper-Hewitt National Design Museum und das George Gustav Heye Center des National Museum of the American Indian sind in New York angesiedelt.

Nach dem Tod von Moses Asch im Jahr 1986 übernahm die Smithsonian Institution die Plattenfirma Folkways Records, um deren umfassende Dokumentation der Folk-Musik zu sichern, und führt sie nun unter dem Namen Smithsonian Folkways weiter.

Das National Museum of African American History and Culture wurde 2003 gegründet und am 24. September 2016 offiziell eröffnet. Es zeigt die Geschichte des afroamerikanischen Amerikas von der Sklaverei im 16. Jahrhundert über die Rassentrennung nach dem Civil War und die Bürgerbewegung der 1960er Jahre bis zur Wahl des ersten schwarzen US-Präsidenten Barack Obama.

Sekretäre der Smithsonian Institution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzender der Smithsonian Institution ist der jeweilige „Secretary of the Smithsonian Institution“, der vom Board of Regents gewählt wird[2]:

Museen und Forschungsinstitute im Einzelnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die National Mall in Washington, an der sich neun der bekanntesten Museen von Smithsonian befinden
Eingang zum Smithsonian Castle

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Smithsonian Institution – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wirbel um den Chef der Smithsonian Institution, NZZ am 28. März 2007.
  2. The Secretaries of the Smithsonian Institution, abgerufen am 10. August 2016
  3. http://www.aaa.si.edu/

Koordinaten: 38° 53′ 19″ N, 77° 1′ 34″ W